Neuer Toyota C-HR (2017) im Fahrbericht

Praktischer kleiner SUV oder kantiges Coupé?

Toyota C-HR Foto: Toyota 19 Bilder

Mit dem provokant geformten C-HR verlässt Toyota das ruhige Fahrwasser rund um Yaris, Auris und RAV4 und bringt im Januar ein Auto, das zumindest optisch andersartig ist. Ist der kleines SUV ein unpraktischer Schönling?

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Bald hat also auch Toyota einen kleinen, optisch aufregenden SUV im Angebot. Seine Aufgabe: das konservative Image der Marke auffrischen und neue, möglichst junge Kunden anlocken. Kunden, die anders ticken, nach Aufmerksamkeit suchen, nicht nach einem vernünftigen Kompakten oder Ökowagen im Stil des Prius. Eine Taktik, die ja auch Nissan mit dem Juke fährt. Wobei es der 4,35 Meter lange C-HR (Coupé High Rider) eher auf deren Topseller, den Nissan Qashqai, abgesehen hat.

Provokantes Design soll dem Toyota C-HR Kunden bringen

Da wäre es natürlich fahrlässig, angesichts der provokanten Karosserieform ein altbackenes Cockpit einzubauen. Das war wohl auch Toyota klar, und so wartet unser Testwagen nicht nur mit einer gummierten blauen Leiste, vielen lackierten Kunststoffen sowie einem schmucken Schalthebel auf. Wer genau hinguckt, entdeckt zugleich, dass viele Tasteninseln rautenartig geformt sind. Rauten, die sich in anderer Form auch in Dachhimmel und Türeinsätzen wiederfinden.

Bequeme Sitze im SUV-Coupé

Selbst die aufwendig verarbeiteten und bequemen Sitze können gefallen. Nur leider sitzt es sich als Beifahrer längst nicht so kommod. Die Position ist schlichtweg zu hoch und eine Verstellung unmöglich, Kopf und Dachholm kommen sich schon sehr nahe. Da geht es den Passagieren im Fond dank einer niedrig montierten und bequemen Bank fast besser. Aber nur fast: Die krass ansteigende Fensterlinie schränkt das Raumgefühl stark ein. Rundumsicht? Angesichts der Heckpartie kaum vorhanden. Entsprechend knifflig fallen Parkmanöver in der City aus, entsprechend wertvoll ist die Rückfahrkamera (Serie ab Ausstattung Flow).

Ganz hinten, im optisch zerklüfteten Heck, wartet der Japaner schließlich mit einem 377 Liter großen Kofferraum auf. Immerhin: Trotz aller Extravaganzen bleibt Toyota seiner auf Sicherheit ausgelegten Ausstattungspolitik treu. Systeme wie ein aktiver Spurhalte- oder Notbremsassistent sind immer an Bord. Extras wie Tot-Winkelwarner und starre LED-Scheinwerfer gibt’s gegen Aufpreis. Allerdings nicht in Kombination mit allen Varianten.

2 Motoren müssen dem Toyota C-HR reichen

Antriebstechnisch bleibt der Crossover ähnlich bodenständig. Verfügbar ist zum einen ein 1,2 Liter großer Turbobenziner mit 116 PS. Leise, vibrationsarm, drehfreudig und kräftig im Antritt, macht der Vierzylinder durchaus Freude und passt bestens zum charakterstarken Auftritt. Zumal sich das passend gestufte Sechsganggetriebe recht präzise schalten lässt.

Vernünftiger gibt sich der aus dem neuen Prius bekannte Hybridantrieb mit einer Systemleistung von 122 PS. Wie üblich mit all seinen Vor- und Nachteilen. So cruist es sich bei gemäßigtem Gasfuß zum einen ganz entspannt im E-Modus. Wer es aber eilig hat, oder auf der Autobahn Schub fordert, muss sich mit einem latent heulenden Benziner arrangieren.

Alternativ wäre der 1.2 Turbo auch mit variablem Allradantrieb und CVT-Getriebe zu haben. Ob sich diese Variante hierzulande verkauft, bezweifeln wir aber jetzt schon. Ein Diesel ist nicht angedacht. Über einen stärkeren Turbobenziner könnte man aber spekulieren.

Toyota C-HR Foto: Toyota
Der C-HR ist extra für Europa abgestimmt. Das merkt man.

Allen Varianten gemein ist jedenfalls eine hinreichend präzise Lenkung sowie ein gut abgestimmtes Fahrwerk, das nur wenig Karosseriebewegungen erlaubt und dennoch viel Fahrkomfort spendiert. Wohl mit ein Grund: die Herren Ingenieure haben sich nach eigenem Bekunden speziell für dieses Fahrzeug viel mit Deutschlands Straßen und hiesigem Fahrverhalten beschäftigt und ausgewertet. Die Frage, warum Toyota erst jetzt diese Idee hatte, haben wir uns übrigens verkniffen.

Toyota C-HR Foto: Toyota
Der 4,35 Meter lange C-HR ist provokant gestaltet.

Das kostet der Toyota C-HR

Nun denn. Abschließend noch ein Blick auf die Vorab-Preisliste. Markteinführung ist erst am 21. Januar. 21.990 Euro kostet der C-HR 1.2 mindestens. Ein umfangreicher ausgestattete Hybrid kostet 27.390 Euro. Der anfangs erwähnte und ebenso lange Nissan Qashqai startet ab 19.990 Euro, ein Prius bei 28.150 Euro. Bleibt abzuwarten, ob der High Rider so den Durchbruch schafft.

Fazit

Respekt. Toyota beschreitet mit dem auffälligen C-HR einen mutigen Weg, der sicher nicht von allen goutiert wird. Die, die ihn gut finden und kaufen, bekommen einen komfortablen und solide verarbeiteten Viertürer mit ausgereiften Motoren. Benzinsparer könnten mit der Hybridvariante glücklich werden. Weniger toll sind Raumgefühl hinten, die zu hoch angeebrachten Vordersitze und die bescheidene Übersicht nach hinten – wer schön sein will, muss halt leiden.

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