Foto: Hans-Dieter Seufert
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Toyota FJ Cruiser

Bush-Taxi

Der FJ Cruiser, Toyotas Hommage an den legendären FJ40 aus den 60er Jahren, bleibt offiziell den Amerikanern vorbehalten. Händler wie der Dortmunder Spezialist UsCars24 machen den schweren Japaner jedoch fit für die EU.

Na also, geht doch. Hat da jemand gesagt, Toyota baue nur zuverlässige und brave Autos, aber keineswegs kultige? Der Auto- Gigant hat sich und den Amerikanern ein geländegängiges Spaßmobil gegönnt, das aussieht, als könne es ein Safari-Team durch die Kalahari-Wüste kutschieren. Ganz so wie weiland sein Urahn Land Cruiser FJ40, mit dem der neue FJ die eng stehenden Scheinwerferäuglein teilt.

Das Land im Namen ist weg, und bis sich der erste FJ Cruiser wieder in die afrikanische Savanne verirrt, wird er noch viele Jahre durch das Bush- Land jenseits des Atlantiks kreuzen. In den USA gibt es den Cruiser zum Discountpreis von 21 700 Dollar – attraktiv also für alle, die einen Hummer zwar cool und scharf finden, denen aber das nötige Kleingeld für das SUV gewordene Ami-Monster fehlt. Da kann Europa nur neidisch über den Teich schauen. Offiziell findet der FJ seinen Weg nämlich nicht auf den alten Kontinent. Toyota scheut die teure Adaption. Kein Grund für europäische Geländefreaks, den Kopf hängen zu lassen. Händler wie der Dortmunder Spezialist UsCars24 (www.uscars24.de) machen den schweren Japaner fit für die EU. Dann steigt der Preis zwar auf mindestens 33 700 Euro, im Vergleich zum deutlich teureren Hummer (41 990 Euro) ist der FJ aber preislich ein echter Hammer.

Dazu schnurrt der 242 PS starke Vierliter-V6 des optisch martialischsten aller Toyota so brav und unschuldig wie eine Hauskatze. Erst von scharfen Gasstößen geneckt faucht er böse und bringt den FJ erstaunlich hurtig in Gang, ganz so, als würde ein Elefantenbulle von einer sprintenden Leopardenbande getrieben.

Dass er trotz der Land Cruiser-Basis (Leiterrahmen, Starrachse hinten) ein durch und durch amerikanischer Wagen ist, merkt man schon nach den ersten Bodenwellen: Einfache, langsame Anregungen werden verschwiegen, schwer gebeutelte Straßenstücke bleiben dem Fahrer jedoch nicht verborgen. Der ständige leichte Wiegetritt schafft eine gemütliche Fahratmosphäre, die indirekte Lenkung verlangt nach ausgiebigem Kurbeln, und das Chassis wankt weniger als bei so manchem SUV-Zwerg. Zudem thront der Pilot erhaben wie ein Großwildjäger hinter der steilen Panorama- Windschutzscheibe. Um ihn herum stehen die wahrscheinlich größten Knöpfe der Autogeschichte stramm: Lego-Duplo-Ergonomie, die auch Grobmotoriker beherrschen dürften.

Welch Geistes Kind amerikanische SUV-Besitzer sind, beschreibt die erste Tastenzeile unter der Klimaanlage. Ganz links lässt sich das Hinterachsdifferenzial sperren, direkt daneben das serienmäßige ESP deaktivieren und außen der Subwoofer im Kofferraum einschalten. Das bringt zusätzlich Bassdruck und dient genauso der Big Show wie die gegenläufig öffnenden Türen. Während die Geländegängigkeit des permanenten Allradlers (1826 Euro Aufpreis) mit Reduktionsgetriebe und deutlicher Verschränkung weit über die der Pseudo-Offroad-Horde hinausgeht, klingt das Soundsystem jedoch eher wie ein ausgehungerter Rod Stewart.

Ab 120 km/h verpfeifen kräftige Windgeräusche um die kantige Fuhre sowieso jeglichen HiFi-Gedanken. Wer sich in dieses krud-sympathische Gefährt verliebt, wird wegen solcher Kleinigkeiten aber nicht die Ruhe verlieren. Er hat schließlich Großes im Sinn.

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