Toyota RAV4

RAV-finiert

Foto: Uli Jooß 14 Bilder

Der neue Toyota RAV4 ist deutlich größer geworden und kommt jetzt sehr erwachsen daher – mit verbessertem Raumangebot, praktischem Sitzkonzept und ausgeklügeltem Fahrdynamik-Management.

Vor zwölf Jahren begründete Toyota mit dem völlig neu konzipierten RAV4 das Segment des kompakten, hoch bauenden Freizeitautos mit Vierradantrieb.

Dass die Gusseisernen unter den Geländewagenfahrern bei seinem Anblick eher die Nase rümpfen, liegt an seiner für zu leicht befundenen Antriebstechnik: Ohne Differenzialsperren und Reduktionsgetriebe eignet sich dieser Toyota nur für Ausflüge in leichtes Terrain. Seiner Karriere hat das aber nicht geschadet. Im Gegenteil: Über zwei Millionen verkaufte Exemplare – rund 650 000 allein in Europa – sind ein stolzer Erfolg. Ihn verdankt der auch von zarten Damen hoch geschätzte kleine SUV vor allem dem praktischen, variablen Innenraum, der hohen Sitzposition und der guten Figur, die er im Gegensatz zu raubeinigen Geländewagen macht. Bei der aktuellen, dritten Auflage hat Toyota ganz gezielt die typischen Charakterzüge gestärkt. Der RAV4 ist jetzt länger (plus 130 mm), breiter (80 mm) und hat im Radstand zugelegt (70 mm). Das Wachstum beschert ihm nicht nur einen wesentlich bulligeren Auftritt, sondern auch ein deutlich verbessertes Raumangebot.

Davon profitieren vor allem die Hinterbänkler wegen der größeren Beinfreiheit (plus 55 mm) sowie der um 25 Prozent größere Laderaum. Aufgrund des innovativen, leicht bedienbaren Rücksitz-Systems ist er zudem äußerst flexibel. So können die beiden Hälften der im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzbank um 165 Millimeter nach vorne geschoben und die Lehnen jeweils individuell justiert werden. Der Klappmechanismus Easy Flat aber schießt den Vogel ab: Ein Zug an den Hebeln in den Seitenverkleidungen des Kofferraums genügt, und schon klappen Sitzflächen und -lehnen automatisch um. Damit entsteht blitzartig ein nahezu ebener Laderaum mit stattlichen 1752 Liter Fassungsvermögen. Lob verdient das ergonomische Armaturenbrett mit modern gestylten Instrumenten.

Dagegen geben die ausschließlich mit Drucktasten gesteuerte Klimatisierung und die nicht sonderlich bequemen Sitze mit ihren kurzen Flächen weniger Anlass zu Begeisterung. Das gilt auch für die teilweise billig wirkenden Kunststoffe. Die Sicherheitsausstattung allerdings kann sich sehen lassen: Neun Airbags sind serienmäßig, darunter ein Kniebag für den Piloten und zweistufige Frontbags. Das Topmodell 2.2 D-Cat rollt zudem auf 18-Zoll-Rädern mit Runflat-Reifen – sie haben Notlaufeigenschaften – und verzichtet auf das bei den anderen Typen außen an der Hecktür montierte Reserverad. Die aktive Sicherheit soll da nicht zurückstehen.

Dafür hat Toyota das neue Integrated Active Drive System (IADS) entwickelt. Dessen Herz ist der Allradantrieb mit elektromagnetisch gesteuerter Kupplung an der Hinterachse. Sie verteilt die Antriebskraft bedarfsgerecht zwischen beiden Achsen, wobei die Vortriebskraft der Vorderräder zwischen 100 (bei normalem Fahrbetrieb ohne Traktionsprobleme) und 55 Prozent variiert.

Aber erst die elektronische Vernetzung des Antriebs mit ABS, ESP und der elektrischen Servolenkung macht das aktive Fahrdynamik-Management komplett und ermöglicht im Grenzbereich koordinierte Einsätze der Sicherheitssysteme. IADS erkennt Schleudertendenzen im Ansatz und stabilisiert das Auto dann mit blitzartigen Bremseingriffen. Darüber hinaus erschwert die elektrische Servolenkung mit einer Gegenkraft in kritischen Situationen falsche Lenkbefehle, erleichtert aber zielführende Korrekturen am Volant. Aktiv darf sie noch nicht eingreifen.

Damit das System nicht zu oft tätig wird, hat Toyota dem RAV4 ein sehr gutmütiges Fahrverhalten mitgegeben. Er umrundet Kurven dezent untersteuernd, zeigt keine Lastwechselreaktionen, läuft gut geradeaus und fährt sich für ein Auto dieser Spezies sehr handlich. Die elektrische Servolenkung überrascht mit guter Rückmeldung sowie mit ausreichender Präzision. Dass der RAV4 kein Raubein ist, unterstreicht sein erstaunlich ausgewogener Federungskomfort.

Neben dem Basis-Triebwerk, einem wahlweise mit Fünfgang- Schaltgetriebe oder Vierstufen-Automatik kombinierbaren Zweiliter-Benziner (152 PS), stehen zwei moderne Common-Rail-Turbodiesel mit Alublock, Ausgleichswellen und 2,3 Liter Hubraum zur Verfügung, beide in Verbindung mit Sechsganggetriebe.

Die stärkere Version (2.2 D-Cat, 177 PS) ist sehr niedrig verdichtet (15,8:1), spritzt den Kraftstoff über Piezo-Injektoren ein und unterbietet dank modernster Abgasreinigung die Euro 4-Grenzwerte um über 50 Prozent.

Dieser Motor besticht, sobald er seine Anfahrschwäche überwunden hat, mit kraftvollem Schub, guter Drehfreudigkeit und ansprechender Laufkultur. Den rund 1,7 Tonnen schweren RAV4 soll er in nur 9,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen, als Höchstgeschwindigkeit nennt Toyota 200 km/h. Ganz so temperamentvoll fühlt sich der 136-PS-Diesel nicht an. Dafür macht er wegen des kleineren Turbolochs und des leiseren Laufs einen insgesamt harmonischeren Eindruck. Im Normverbrauch hat er mit 6,6 L/100 km die Nase ebenfalls knapp vorn. Bei den Verkaufserwartungen rangiert er allerdings auf dem letzten Platz.

Die Preisspanne beginnt bei 25 700 Euro für den Benziner und reicht bis 33 800 Euro für das Topmodell 2.2 D-Cat in Executive-Ausführung. Trotz stolzer Preise bringt der RAV4 gute Voraussetzungen mit, seinen Spitzenplatz unter den kleinen SUV erfolgreich zu verteidigen.

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Technische Daten
Toyota RAV4 2.0 VVT-i Town
Grundpreis 26.600 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4395 x 1815 x 1685 mm
KofferraumvolumenVDA 469 bis 1552 l
Hubraum / Motor 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 112 kW / 152 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 185 km/h
Verbrauch 8,6 l/100 km
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