Treffen der Speed-Kings

Tempo-Gelübde

Foto: Foto: Hans-Dieter Seufert 67 Bilder

Hollywoods kühnste Drehbuchschreiber könnten es kaum utopischer ersinnen: Auf der Highspeed-Strecke von Ehra-Lessien stellen sich die neun schnellsten Serien-Sportwagen der Welt ihrem Tempo-Versprechen.

Hier schart auto motor und sport neben dem Veyron acht weitere Superlative um sich. Die schnellsten Serien-Sportwagen der Welt, jeder für sich bereits der absolute Traum: Aston Martin Vanquish S, Corvette Z06, Dodge Viper SRT-10, Ferrari 599 GTB Fiorano, Ford GT, Lamborghini Murciélago LP 640, Mercedes SLR McLaren, Porsche 911 Turbo. Alle müssen ihr Tempo-Gelübde vor den Tachometern von auto motor und sport erneuern – dem satellitengestützten 2D-System und einem GPS-Messgerät.

Aston Martin Vanquish S:
Hinter den kraftstrotzenden Kämpfern steht der Gentleman-Sportler mit englischer Reserviertheit zurück. Hohe B-Noten sind dem sportlichen Engländer zwar sicher, doch bei der A-Wertung hapert es: Ein paar Kurbelwellen-Umdrehungen mehr hätte der sechste Gang schon vertragen. So aber verharrt das Display bei ernüchternden 317 statt erhofften 333 km/h.

Ferrari 599 GTB Fiorano:
Man darf sich von Pininfarinas elegantem GT-Karosseriekleid nicht täuschen lassen, darunter steckt Enzo-Technik. Bei 7.600/min schreit sich das Heißblut 620 PS aus den Brennräumen; im sechsten Gang endet der Exzess erst bei knapp 8.000/min oder 335 km/h, was der 599 unter schneidendem Vollgas-Ton verkündet.

Lamborghini Murciélago LP 640:
Dämonischer denn je, der LP 640. Das abgrundtiefe Gurgeln des 60-Grad-V12 wirft Zweifel auf – sein Bewegungsdrang entlädt sich in 3,4 Sekunden auf 100 km/h. Zumindest bis 340 km/h duldet Lamborghinis Domina jedoch keinen (Fahr-)Widerstand – und untermalt ihren Herrschaftsanspruch über die italienische Vmax-Hoheit mit heulender V12-Sirene bei 7.800/min.

Porsche 911 Turbo:
Gelassen kommentiert Porsches 911 Turbo den Hochdrehzahl-Wettstreit mit deftigem Overboost der beiden Borg Warner-Turbolader. Mit unproblematischer Jeden-Tag-Tauglichkeit saugt er sich dem Zenit von 310 km/h entgegen – wobei der Boost den 3,6-Liter-Boxer noch im sechsten Gang bis in den roten Bereich drückt.

Dodge Viper SRT-10:
Haben bisher die Europäer untereinander gefochten, so tritt nun der amerikanische Kontinent in den Wettstreit ein. Der Dodge Viper SRT-10 setzt auf klassische Leistungselemente, kommt ohne teuren Schmuck aus: Dank dem gigantischen Hubraum kann der 8,3-Liter-V10 eine beschauliche Literleistung und gemäßigten Mitteldruck leisten. Doch selbst im Fünften stellt die Giftschlange den Tanz bei gehemmten 298 km/h ein.

Ford GT:
Auch der Ford GT wird in der letzten Fahrstufe eher langsamer als schneller, dreht im fünften Gang allerdings bei 330 km/h in den Begrenzer. In der immer digitaler werdenden Sportwagen-Welt hinterlässt der US-Bolide eine analoge Note – als Remake des GT 40.

Corvette Z06:
Die Corvette schrumpfte, was ihr Talent als Sportwagen fördert – vor allem in der Power-Version Z06 mit Alu- statt Stahlrahmen sowie viel Kohlefaser in der Kunststoff-Karosserie. Das Triebwerk: ein Siebenliter-V8 – ohne Kompressor, Turbo oder trickreiche Ventil-Verstellmöglichkeiten. Wenn es zur Sache geht, ballert er los: wenn bei 4.800 Touren saftige 637 Nm fließen. Kleinlich, wer da die fünf fehlenden km/h zur Werksangabe von 320 bemängelt.

Mercedes SLR McLaren:
Gleich um zehn km/h hinkt der Mercedes SLR McLaren seinem Versprechen von 334 km/h hinterher. Mit seinem älteren Stiefbruder F1 hat der SLR wenig gemein. Allenfalls ähnliche Leistung: 626 PS.

Bugatti 16.4 Veyron:
Während der Allradler seiner Masse davon schnalzt, verharrt die PS-Anzeige im Armaturenbrett bei 1001. Sie addiert sich aus 16 Zylindern, acht Liter Hubraum und vier Turboladern zur maximalen Beschleunigungs-Dichte. Grenzen scheint der Druck nicht zu kennen, weder bei 300 noch bei 350 km/h. Erst bei 380 verlässt der Bugatti die Meta-Welt der endlosen Tempo-Steigerung und müht sich mit Fahrwiderständen ab. Als der Veyron am Wendeplatz Süd in Ehra vorbeidonnert, zeigen die Messgeräte 402 km/h an.

Technische Daten
Bugatti Veyron 16.4 Aston Martin Vanquish S Coupé 6.0 V12 Chevrolet Corvette Z06 Coupé 6.2 V8 Dodge Viper SRT-10 Ferrari 599 GTB Fiorano Ford GT 5.4 V8 Lamborghini Murciélago LP 640 Mercedes SLR McLaren Porsche 911 Turbo
Grundpreis 1.160.000 € 274.726 € 86.150 € 112.000 € 247.520 € 177.000 € 285.600 € 452.200 € 143.008 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4465 x 2000 x 1205 mm 4665 x 1923 x 1330 mm 4460 x 1928 x 1244 mm 4460 x 1944 x 1210 mm 4665 x 1962 x 1336 mm 4643 x 1953 x 1125 mm 4610 x 2058 x 1135 mm 4656 x 1908 x 1261 mm 4450 x 1852 x 1300 mm
KofferraumvolumenVDA 634 l 200 l 320 l 180 l 150 l 272 l 105 l
Hubraum / Motor 7993 cm³ / 16-Zylinder 5935 cm³ / 12-Zylinder 7011 cm³ / 8-Zylinder 8285 cm³ / 10-Zylinder 5999 cm³ / 12-Zylinder 5409 cm³ / 8-Zylinder 6496 cm³ / 12-Zylinder 5439 cm³ / 8-Zylinder 3600 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 736 kW / 1.001 PS bei 6000 U/min 388 kW / 528 PS bei 7000 U/min 377 kW / 512 PS bei 6300 U/min 372 kW / 506 PS bei 5600 U/min 456 kW / 620 PS bei 7600 U/min 404 kW / 550 PS bei 6500 U/min 471 kW / 640 PS bei 8000 U/min 460 kW / 626 PS bei 6500 U/min 353 kW / 480 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 401 km/h 333 km/h 320 km/h 306 km/h 330 km/h 330 km/h 340 km/h 334 km/h 310 km/h
Verbrauch 18,8 l/100 km 14,7 l/100 km 19,1 l/100 km 21,3 l/100 km 21,4 l/100 km 14,5 l/100 km 12,9 l/100 km
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