Vectra GTS

Opel lässt's fliegen

Das 211 PS starke 3,2-Liter-V6-Triebwerk macht den Vectra GTS mit 248 km/h Spitzengeschwindigkeit zum schnellsten Opel-Serienmodell aller Zeiten.


Der Ausbau der neuen Vectra-Reihe vollzieht sich – ganz im Zeichen des Opel-Logos – geradezu blitzartig. Schlag auf Schlag kommen nach dem Verkaufsstart der Stufenheck-Limousine Ende April im Lauf der nächsten 15 Monate drei weitere Karosserievarianten auf den Markt.

Opel Vectra GTS macht den Anfang

Bereits bestellt werden kann die Schrägheck-Version Opel Vectra GTS und ab Ende September ausgeliefert wird. Im Frühjahr 2003 folgt das Spitzenmodell namens Signum – eine Mischung aus Limousine, Kombi und Coupé mit variabler Rücksitzanordnung und um 13 Zentimeter verlängerter Karosserie. Auf gleicher Basis kommt im Herbst 2003 die Neuauflage des Caravan. Zunächst also der GTS, eine sportlich zugeschnittene viertürige Schrägheck-Limousine in der Tradition von Opel-Klassikern wie Commodore GS/E und Monza. „Mit dem GTS“, sagt Opel-Vertriebschef Uhland Burkart, „wollen wir gezielt jüngere Kunden ansprechen und vor allem jenen Märkten entgegenkommen, wo Fließheck-Karosserien besonders gefragt sind.“ An erster Stelle wäre da Großbritannien zu nennen, wo bislang 60 Prozent aller Vectra mit Fastback verkauft wurden, aber auch Frankreich (40 Prozent).
 
In der Kombi-Domäne Deutschland, wo auf den Caravan 40 Prozent entfallen, rechnet Opel mit 25 Prozent GTS-Anteil – das wären 15 000 bis 17 000 Einheiten jährlich. Davon sollen 15 Prozent auf die V6-Version mit 3,2 Liter Hubraum und 211 PS kommen. Als direkte Mitbewerber sieht Opel Sport-Limousinen wie den Ford Mondeo ST 220 (Dreiliter-V6, 220 PS und mit Schrägheck 33 125 Euro teuer), den Audi A4 3.0 (Dreiliter-V6, 220 PS, 33 000 Euro) und den BMW 330i (Dreiliter-Reihensechszylinder, 231 PS, 34 750 Euro). Denn laut Vertriebschef Burkart gibt es bei den rund 40 000 vorliegenden Vectra-Bestellungen einen leichten Trend, dass sich preissensible Nobelmarken-Kunden wegen des guten Gegenwerts plötzlich wieder Opel zuwenden.

Opel eröffnet den Preiskampf

Die Preisansage für den GTS V6 dürfte die Konkurrenz wie ein Blitz aus heiterem Himmel treffen. Immerhin bedeuten 27 450 Euro gegenüber den Mitbewerbern einen Preisvorteil von rund 6000 Euro. Es geht allerdings noch günstiger. Wer sich für das GTS-Basismodell mit 1,8-Liter-Vierzylinder und 122 PS entscheidet, zahlt 22 750 Euro, der 2,2-Liter mit 147 PS kostet 24 100 Euro, und die Version mit dem 2,2-Liter-Turbodiesel (125 PS) kommt auf 24 450 Euro. Im Vergleich zum Stufenheck-Vectra ist jeder GTS allerdings 2500 Euro teurer.

Das erscheint auf den ersten Blick happig, relativiert sich aber ein wenig durch die umfangreichere Serienausstattung (unter anderem Klimaanlage). Für stilistische Würze an der um 20 Millimeter tiefer gelegten Schrägheck-Karosserie sorgen abgedunkelte Scheinwerfereinfassungen und Rückleuchten, ein Kühlergrill mit Wabengitter und tief heruntergezogener Bugschürze. Dazu kommen runde Nebelscheinwerfer, in Wagenfarbe lackierte Seitenschweller, eine Spoilerlippe (cW-Wert 0,28) auf der Heckklappe und die Doppel-Auspuffanlage (V6-Version). Auch der Innenraum wurde aufgepeppt. Hier finden sich Sportsitze, chromumrandete Instrumente mit kursiven Ziffern sowie reichlich Alu-Dekor am Sportlenkrad und an der Armaturentafel. Das Beste ist jedoch unsichtbar. Das muss man erleben. Die Rede ist hier zu-nächst vom 211 PS starken V6-Triebwerk, das den 1503 Kilogramm schweren Vectra GTS mit einer Beschleunigungszeit von 7,5 Sekunden von null auf 100 km/h und 248 km/h Höchstgeschwindigkeit zum schnellsten Serien-Opel aller Zeiten macht. Auch dass der drehfreudige und kernig klingende V6 kraftvoll zupacken kann – aber erst jenseits von 4000/min – ist nicht die eigentliche Überraschung. Das Verblüffendste ist das Fahrwerk. Trotz straffer Abstimmung, tiefer gelegter Karosserie und 17-Zoll-Rädern mit 225/45-Bereifung (Option) rollt der GTS mit katzenhafter Geschmeidigkeit ab, bügelt Unebenheiten aller Art fast ungerührt aus und kurvt dabei so flink um die Ecken wie Fußballspieler Ronaldo durch die gegnerische Abwehr. Die gegenüber der Stufenheck-Limousine etwas direkter ausgelegte Servolenkung agiert sehr präzise und vermittelt nahezu stoßfrei das richtige Maß an Fahrbahnkontakt. Für einen leistungsstarken Fronttriebler verhält sich der GTS in schnellen Kurven erstaunlich neutral. Das serienmäßige ESP greift im Extremfall sachte ein und lässt sich – etwa für bessere Anfahrtraktion im Winter – unterhalb von 60 km/h deaktivieren. Verbesserungswünsche? Eine knackigere Schaltung. Die Sportsitze passen wie angegossen, sind aber am Rü-cken schweißtreibend. Dass im Fond wegen der coupéhaften Dachlinie zwei Zentimeter Kopffreiheit fehlen, dürfte nur Sitzriesen stören. Großzügiger ist der Kofferraum, in den je nach Stellung der Rücksitze 500 bis 1360 Liter (Zuladekapazität 475 Kilogramm) passen. Ein blitzsauberes Auto ist da entstanden, eine gute Mixtur aus Nutzwert und Sportlichkeit. Opel scheint wieder zu alter Form aufzulaufen. Das muss sich nur noch unter den Kunden rumsprechen.

Technische Daten
Opel Vectra 3.2 V6 GTS Tour
Grundpreis 28.395 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4596 x 1798 x 1460 mm
KofferraumvolumenVDA 500 bis 1360 l
Hubraum / Motor 3175 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 155 kW / 211 PS bei 6200 U/min
Höchstgeschwindigkeit 248 km/h
Verbrauch 10,1 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Noch nicht registriert?

Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Profil und profitieren Sie als registrierter Nutzer von folgenden Vorteilen:

  • Exklusiver Zugriff auf alle Test- und Messdaten der Redaktion
  • 360°-Ansichten von Autos
  • Schneller PDF-Kauf
Kostenlos anmelden
Neues Heft
Top Aktuell Mercedes G 350 d Fahrbericht Hochgurgl / Timmelsjoch Winter 2018 Mercedes G 350d Fahrbericht Mit dem G im Schnee
Beliebte Artikel Opel Vectra 2.2 16V Elegance im Dauertest Mittlerer Dienst Opel Vectra Caravan 3.0 CDTi im Test Laderaum statt Lifestyle
Anzeige
Sportwagen Toyota Supra - Sportcoupé - Fahrbericht Toyota GR Supra (2019) Erste Soundprobe TVR Griffith TVR Griffith Verzögertes Comeback mit 507 PS
Allrad Mercedes GLE 2019 Weltpremiere Mercedes GLE (W167) Luxus-SUV ab 65.807 Euro Mercedes G 350 d Fahrbericht Hochgurgl / Timmelsjoch Winter 2018 Mercedes G 350d Fahrbericht Mit dem G im Schnee
Oldtimer & Youngtimer Porsche 911 (996) Carrera Coupe Porsche 911 (996) Kaufberatung Probleme des Schnäppchen-Elfer Aston Martin Heritage EV Concept Aston Martin Heritage EV Concept Elektroantrieb für Klassiker
Promobil Weihnachtskalender 2018 Tür 19 Mitmachen und gewinnen Pfeffermühle von Peugeot Jochen Hörnle - Freifahrtschein Ausnahme in Großstädten Übergangsfrist für Diesel-Fahrverbot
CARAVANING Weihnachtskalender 2018 Tür 19 Mitmachen und gewinnen Pfeffermühle von Peugeot Vakantiepark Delfte Hout Campingplatz-Tipp Südholland Stadtcamping im Grünen