Vergleich

Golf 1.6 gegen Golf 1.6 FSI

Nach dem Vorreiter Lupo bietet der Volkswagen-Konzern die Benzin-Direkteinspritzung nun auch im Golf an. Ein Vergleich mit dem normalen Golf 1.6 klärt, was die neue Technologie wirklich bringt.

Die Franzosen machen es, die Italiener tun es seit kurzem ebenfalls, und die Japaner können es schon lange: Das Benzin direkt dorthin zu befördern, wo die Verbrennung stattfindet.

Doch erst jetzt prangt auch am Millionenseller Golf 1.6 die bislang noch weitgehend unbekannte Buchstabenkombination FSI. In der Theorie bietet das dem Common-Rail-System beim Diesel ähnliche Prinzip eine Reihe von Vorteilen gegenüber der herkömmlichen Saugrohreinspritzung – der Kraftstoff landet fein zerstäubt exakt dort, wo er hingehört. Daraus kann folgen: besseres Ansprechverhalten, bessere Innenkühlung, geringere Klopfneigung bei höherer Verdichtung und mehr Leistung und Drehmoment.

Für einen möglichst praxisnahen Test haben wir zum Golf 1.6 FSI (110 PS, 155 Nm bei 4000/min) einen herkömmlichen Golf 1.6 (105 PS, 148 Nm bei 4500/min) mit Saugrohreinspritzung zum Vergleich geordert. Beide in Comfortline-Ausstattung und bis auf wenige Ausnahmen identisch.

Der etwas günstigere Golf 1.6 (17.750 Euro) verfügte über eine Klimaautomatik, die bei den Vergleichsfahrten natürlich ausgeschaltet blieb. Der Golf FSI (18.325 Euro) hatte gar keine Klimaanlage, dafür aber schmucke Leichtmetallfelgen. Obwohl das Format der Bereifung mit 195/65 R15 gleich war, rollte der FSI auf rollwiderstandsoptimierten Michelin Energy, während der Golf 1.6 auf Michelin Primacy stand.

Der gemessene Gewichtsunterschied betrug 19 Kilogramm zu Ungunsten des normalen 1,6-Liters. Nach Werksangabe soll der Direkteinspritzer nur 15 Kilogramm leichter sein. Dabei sind dessen vordere Bremsscheiben sogar größer und machen die Verwendung von 14-Zoll-Rädern unmöglich.

Während sich an diesem Umstand nichts ändern ließ, konnten wir die erstaunliche Abweichung der elektronischen Tachos rechnerisch kompensieren. Der FSI-Tacho zeigte rund zwei Prozent mehr Wegstrecke an als der im Golf 1.6.

Angesichts der Testwerte ist die Entscheidung vorerst eindeutig: Auch der normale Golf ist sparsam und gut motorisiert. Der 575 Euro teurere Golf FSI rechnet sich nicht und bleibt den Nachweis der theoretisch Vorteile in der Praxis derzeit noch schuldig. Denn erst einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern und auf der Grundlage des Euromix-Verbrauches ergibt sich eine jährliche Ersparnis von 113 Euro. Das bedeutet: Der Mehrpreis ist erst nach fünf Jahren und rund 76.000 Kilometern hereingefahren.

Der FSI bringt in der Praxis keine wesentlichen Vorteile

Technische Daten
VW Golf 1.6 FSI Comfortline VW Golf 1.6 Comfortline
Grundpreis 18.705 € 18.105 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4149 x 1735 x 1444 mm 4149 x 1735 x 1444 mm
KofferraumvolumenVDA 330 bis 1184 l 330 bis 1184 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 81 kW / 110 PS bei 5800 U/min 77 kW / 105 PS bei 5700 U/min
Höchstgeschwindigkeit 194 km/h 192 km/h
0-100 km/h 11,9 s
Verbrauch 6,2 l/100 km 6,8 l/100 km
Testverbrauch 7,5 l/100 km
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