Volkner Performance im Fahrbericht

High-End-Wohnmobil ab 850.000 Euro

Foto: Reinhard Schmid 13 Bilder

Ein Urlaub im Fünf-Sterne-Hotel verspricht Erholung pur. Wer aber zum Luxus Unabhängigkeit und Mobilität addieren möchte, für den hat der Reisemobilspezialist Volkner ein High-End-Fahrzeug entwickelt – ein etwas anderes Eigenheim zu Preisen ab rund 850.000 Euro.

Der Fahrer lauscht den Klängen des Soundsystems, während zehn Meter entfernt im Heck kaum hörbar der Sechszylinder-Diesel brummt. Dazwischen sorgt die Spülmaschine dafür, dass das Geschirr bis zum nächsten Stopp wieder einsatzbereit ist. Spülmaschine? Ja, und nicht nur die gehört zum Komfort eines Volkner Performance – eines Reisemobils der Superlative. Firmengründer, Entwickler und Chef Gerhard Volkner beschäftigt sich schon seit den Siebzigern mit den etwas schwereren Maschinen.

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Luxus-Wohnmobile Fahrbericht Volkner Performance
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Was mit Pkw- und Pferdeanhängern begann, steigerte sich zu Sonderfahrzeugen der besonderen Art. In der vorerst letzten Evolutionsstufe seines automobilen Erfinderdrangs hat er sich mit einem Team von rund 25 Spezialisten auf den Bau von Luxus-Reisemobilen konzentriert. Ob Blech, Holz, glasfaserverstärkter Kunststoff, Leder oder Elektronik – gefertigt und verarbeitet wird überwiegend in den eigenen Werkshallen. Federführend bei der Entwicklung ist stets der Chef persönlich.

Volkner Performance: Luxus pur

Das oberste Ende der aktuellen Modellpalette markiert dabei der Volkner Performance, der mit einer Länge von elf Metern alle üblichen Dimensionen von Reisemobilen sprengt und in Sachen Ausstattung und Komfort auch die kühnsten Vorstellungen von Autotouristen übertrifft. Um dieses besondere Paket zu schnüren, ging Volkner einen besonderen Weg. Dient Mittelklassemobilen meist ein herkömmliches Transporterfahrgestell als Unterbau, so darf es beim Performance schon etwas mehr sein.

Das Vorführmodell greift auf Komponenten des Volvo-Busfahrgestells B12B zurück, alternativ können auch die von Mercedes-Lkw als Fundament für das rollende Luxus-Eigenheim verbaut werden. „Die Präferenz liegt aber klar beim Volvo“, sagt Gerhard Volkner. „Das automatisierte Schaltgetriebe bietet den höchsten Komfort, die 53 Grad Lenkeinschlag maximales Handling.“ Ein Fahrt quer durch den Schwarzwald bestätigt des Meisters Argumente.

Völlig unbemerkt wechselt die Schaltung selbstständig zwischen den zwölf Fahrstufen, so dass sich der Fahrer voll darauf konzentrieren kann, den 2,50 Meter breiten Performance über schmale Landstraßen zu dirigieren. Die erhöhte Panoramasitzposition auf dem knautschigen Lederfauteuil, eingerahmt von einer Leder- und Edelholzlandschaft, und die riesigen Winkelspiegel helfen beim punktgenauen Manövrieren, eine Rückfahrkamera sichert den Blick nach hinten. Mit etwas Übung gehen nach kurzer Zeit selbst Wendemanöver fast spielerisch von der Hand.

Volvo-Sechszylinder mit 12,1 Liter Hubraum und 460 PS

Für kräftigen Vortrieb sorgt der liegende Volvo-Reihensechszylinder im Heck mit 12,1 Liter Hubraum und 460 PS. 2200 Nm Drehmoment verleihen Souveränität und die Gewissheit, den 14-Tonner zügig auf die erlaubte Reisegeschwindigkeit zu bringen. Geht es auf die Autobahn, darf der Performance in Deutschland 100 km/h schnell fahren. Beim Verbrauch kennt der Koloss keine Graduierungen: So oder so laufen auf 100 Kilometern rund 30 Liter aus dem 400-Liter-Tank durch die Einspritzdüsen – bis zu 18 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht lassen sich eben an der Zapfsäule nicht verheimlichen.

Ist das Reiseziel erreicht oder lädt ein netter Rastplatz zum Verweilen ein, dann kehrt der Performance seine Geberseiten hervor. Per Knopfdruck richtet die Luftfederung den Bus waagerecht aus und sorgt die Klimaanlage für Wohlfühltemperaturen, während aus der Bordküche der Duft von frisch gebrühtem Espresso oder Cappuccino aufsteigt. Appetit auf was Deftiges? Kein Problem, eine komplett ausgestattete Küche, die so manchem Haushalt zur Ehre gereichen würde, bietet auch für Kochprofis ausreichend Spielraum. Wer eine kurze Erfrischungsdusche vorzieht, wird einen Raum weiter bedient. Auch hier gilt: Standards wie in gehobenen Hotels.

Porzellanschüssel und Wasserspülung sind angesagt

Wie in den anderen Räumen sorgt eine Fußbodenheizung für angenehme Wärme, und der Wasserhahn leuchtet je nach Temperatur in Blau oder Rot. Vergessen können Volkner-Reisende das Thema Chemieklosett. Porzellanschüssel und Wasserspülung sind angesagt – eben wie daheim. Im Ruheabteil dominiert ein großes Doppelbett, das Glasdach darüber erlaubt himmlische Ausblicke. Dank der raumhohen Edelholzschränke ist der Stauraum mehr als üppig. „Weitere Schlafmöglichkeiten sind hier nicht vorgesehen, denn unsere Kunden sind überwiegend nur zu zweit unterwegs“, erklärt Stephanie Volkner, zuständig für Kundenbetreuung und Marketing.

Und wer will, der kann die mobile Freiheit auch mehrere Tage in völliger Abgeschiedenheit genießen. Ein 1.000-Liter-Frischwasserreservoir, ein 800-Liter-Abwassertank, zahlreiche Gasflaschen sowie ein bordeigener Generator, ein vollflächiges Solarpaneel auf dem Dach und ein Batteriepool mit 1.320 Ah sorgen für völlige Unabhängigkeit. Bei Bedarf kann sogar Frischwasser in einer eigenen Anlage aufbereitet werden.

Wohnmobil mit eigener Garage

Ein ganz besonderes Schmankerl hält das Schmuckstück dann unter dem Wohnraum bereit – den hydraulischen Pkw-Einzug, eine Garage zwischen den Achsen. „Patentiert und einmalig im Reisemobilsektor“, wie Gerhard Volkner betont. Groß genug, um Modelle wie Mercedes SLK, BMW Z4 oder Audi TT aufzunehmen. Soll ein größeres Fahrzeug an Bord, wird einfach der Radstand verlängert. „Derzeit arbeiten wir an einer Version für den Maserati Quattroporte“, erläutert Volkner die individuelle Anpassung an jeden Kundenwunsch.

Die Technik bleibt aber stets die gleiche: Auf Knopfdruck richtet die Luftfederung die Karosse aus, die Hydraulikpumpe senkt den Einzug ab und schiebt ihn aus dem Bus heraus. Das Auto wird in den exakt ausgerichteten Parkmulden auf der Plattform positioniert, und ein weiterer Knopfdruck lässt es wie von Geisterhand im Unterbau des Performance verschwinden. Sensoren überwachen den gesamten Vorgang und sorgen im Bedarfsfall für einen Zwangsstopp. Eine Technik, die begeistert, aber auch zum hohen Preis des Performance beiträgt.

Der Preis: 845.000 Euro

Was zur Frage überleitet: Wer leistet sich ein wenigstens 845.000 Euro teures Reisemobil? „Das sind Leute, die den Komfort eines Fünf-Sterne-Hotels suchen, aber Unabhängigkeit und Freiheit nicht missen wollen. Die Freiheit beispielsweise, in Pantoffeln und kurzer Hose beim Frühstück zu erscheinen“, umschreibt Stephanie Volkner die Klientel. Für einen ganz speziellen Kreis Kunden hat Volkner Spezialversionen im Programm. Äußerlich mimen diese mit angedeuteten Fenstern und falschen Firmennamen den gewöhnlichen Reisebus, während der Innenraum mit allem nur erdenklichen Luxus verwöhnt. Schauen Sie sich also bei der nächsten Rast den Busfahrer mal genauer an. Er könnte mehr sein als nur der Kutscher einer Reisegruppe.

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