Volvo XC60

SUV und Kombicoupé

Foto: Achim Hartmann 25 Bilder

Das skandinavische Design ist im Wandel. So verzichtet der neue Volvo XC60 – ein Crossover zwischen Geländewagen und Kombicoupé – auf Ecken und Kanten. Surft nun auch Volvo auf der weichen Welle?

Er hat fast alles, was ein Geländewagen eben so haben muss: Allradantrieb, 230 Millimeter Bodenfreiheit und stattliche 1,71 Meter Scheitelhöhe etwa. Dazu eine wuchtige Statur und robuste Schutzplanken an der Unterseite, damit Geröll und Schotter keine ernsthaften Blessuren hinterlassen. Doch ein echter Offroader kann und will der XC60 nicht sein. Auch bei Volvo hat man den Mainstream im Blick. Und dem reicht es, wenn ein SUV attraktiv aussieht und die Zufahrt zum Ski-Hotel hochkommt.

Technische Basis ist die so genannte EUCD-Plattform, die auch der Volvo XC70 sowie Ford Mondeo und S-Max nutzen. 4,63 Meter misst der Viertürer, der damit gleichauf mit dem Audi Q5 und wenige Zentimeter über BMW X3 und Mercedes GLK liegt. Das schafft genügend Bewegungsfreiheit für fünf Passagiere und Raum für eine dreifach geteilte Rückbanklehne, die im versenkten Zustand eine ebene Ladefläche ergibt.

Markentypische Klarheit

Bis zu 1.455 Liter Gepäck passen dann ins Heck, nach Umklappen der Beifahrersitzlehne sogar besonders lange Gegenstände. Weitere Finessen: ein Fixiersystem mit Taschenhaken sowie die größte Ladeöffnung seiner Klasse. Das Interieur zeigt die markentypische Klarheit im Design und einen stilvollen Mix hochwertiger Materialien. Auffällig ist die im BMW-Stil zum Fahrer geneigte Mittelkonsole, die wie bei allen kleineren Volvo frei im Raum zu schweben scheint. Allerdings fährt das Navi-Display nicht mehr oben aus dem Instrumententräger heraus, sondern hat seinen festen Platz im oberen Part der Mittelkonsole.

Die Navigationsbedienung erfolgt hingegen weiterhin über hinter dem Lenkrad versteckte Tasten, die es dem Beifahrer unmöglich machen, etwa ein neues Ziel einzugeben. Ansonsten stellt sich umgehend jene Behaglichkeit ein, die besonders traditionelle Volvo-Fahrer an ihrer Marke so schätzen. Die Sitze sind groß, bequem und gut ausgeformt, die Instrumente klar und übersichtlich. Trotz der erhöhten Position fühlt man sich eher wie in einer Limousine, die nicht nur dynamisch aussieht, sondern auch so fährt.

Das Fahrwerk ist leidlich straff und bietet dennoch genügend Komfort, selbst mit den 18-Zoll-Rädern stört kein Poltern und Holpern die Harmonie. Als hilfreich erweist sich das optionale Four-C-Fahrwerk mit dreistufig einstellbarer Dämpferhärte und geschwindigkeitsabhängiger Servolenkung.

Allradtechnik

Obwohl die Allradtechnik auf Modulen des Land Rover Freelander II basiert, fehlen Offroad-spezifische Zutaten wie mechanische Sperren oder ein Untersetzungsgetriebe; in dieser Klasse werden sie nicht erwartet. Der XC60 verfügt lediglich über einen permanenten Allradantrieb via elektronisch geregelter Haldexkupplung, die schon bei minimalem, kaum spürbaren Schlupf die Kraft zu der Achse mit der besten Traktion umleitet.

Während der Volvo also im Normalfall als Fronttriebler unterwegs ist, gelangen unter widrigen Bedingungen bis zu 65 Prozent der Motorleistung an die Hinterräder. Man merkt dies nur auf nassen, kurvigen Straßen oder im Gelände, wo der XC60 gar nicht so unbegabt ist. Immerhin reicht sein Potenzial, um schlaglochgespickte Sandwege und geschotterte Pisten zu überwinden.

Wie bei den wichtigsten Konkurrenten liegt die Wattiefe bei 350 Millimetern, die Steigungsfähigkeit bei rund 33 Grad. Damit lassen sich sogar steilere Hänge bezwingen. Für eine sichere Bergabfahrt steht serienmäßig das HDC-Assistenzsystem zur Verfügung, das den Wagen mit minimaler Geschwindigkeit sicher unten ankommen lässt. Bis zu zwei Tonnen zieht der XC60 weg, in die ESP-Regelung integriert sind der Bremsassistent Pro sowie eine Anhänger- Stabilisierungskontrolle.

Zahlreiche weitere Fahrer-Assistenzsysteme sollen das Leben erleichtern – etwa das City-Safety-System, das bis 30 km/h bei einem drohenden Aufprall das Auto selbsttätig bis in den Regelbereich herunterbremst. Gerade im Stop-and-go-Verkehr können damit Crashs vermieden werden. Wird der notwendige Sicherheitsabstand nach vorn unterschritten, gibt es eine akustische Warnung, gleichzeitig beginnt der Bremsvorgang. Beschleunigt das vorausfahrende Auto, wird die Bremse wieder gelöst.

Spitzenmodell

Optional verfügt der XC60 weiterhin über BLIS (Totwinkelerkennung), eine Spurverlassenswarnung, ein Abstandsregelradar und eine Müdigkeitserkennung, die bei Bedarf unmissverständlich zum Pausemachen auffordert. Zunächst stehen ausschließlich bereits bekannte Fünf und Sechszylinder-Reihenmotoren zur Wahl.

Spitzenmodell ist der T6 mit 285 PS und serienmäßiger Sechsgang-Automatik – die Absatzerwartung für den aufgeladenen Benziner auf dem deutschen Markt liegt bei lediglich zehn Prozent. Populärer sind die beiden Dieselmodelle – der 2.4 D mit 163 PS sowie der von uns gefahrene D5 mit einem akustisch zurückhaltenden 2,4-Liter-Fünfzylinder mit 185 PS.

2009 sollen auch ein Vierzylinder-Turbo-Benziner von Ford sowie eine Frontantriebsversion des XC60 mit dem Basis-Diesel folgen. Über eine Hybridversion schweigen sich die Schweden noch aus. Der Einstiegspreis des Fünfsitzers liegt bei 33.900 Euro für den XC60 2.4 in der Basisausstattung, doch erst mit dem 6.800 Euro teuren Summum-Paket (Bi-Xenon, Leder, Sitzheizung, Einparkhilfe, Alufelgen) wird die Sache richtig rund. Markteinführung ist am 22. November.

Technische Daten
Volvo XC60 D5 AWD
Grundpreis 35.800 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4628 x 1891 x 1713 mm
KofferraumvolumenVDA 495 bis 1455 l
Hubraum / Motor 2400 cm³ / 5-Zylinder
Leistung 136 kW / 185 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 205 km/h
Verbrauch 7,5 l/100 km
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