VW Caddy Life

Golf – billig und praktisch

Foto: VW

Der Kastenwagen auf Golf-Basis bietet viel Platz, bis zu sieben Sitzplätze und pragmatischen Nutzfahrzeug-Charme.

Endlich hat sich das Konzept des cleveren Stadtlieferwagen- Derivats bis nach Wolfsburg herumgesprochen. Jene von Blechkastenwagen- Pragmatikern abgeleiteten Familien- und Freizeitbegleiter vom Schlag Renault Kangoo, Citroën Berlingo oder Opel Combo also. So ist der Caddy Life nichts anderes als ein aufgehübschter Caddy-Kombi, der im Gegensatz zum Vorgänger – und einem Teil der Konkurrenz – nicht auf einer Klein-, sondern einer Kompaktwagen- Plattform steht. Zwei Schiebetüren, hochwertigere Instrumentierung und Türverkleidungen, serienmäßig höhenverstellbarer Fahrersitz und ein justierbares Lenkrad, Radio sowie eine variabel zusammenklappbare Dreierbank im Fond unterscheiden ihn vom Standard-Caddy.

Hier wie dort entspricht der Vorderwagen den Plattformspendern Golf und Touran, bis auf eine höhere Servounterstützung der elektromechanischen Lenkung sowie eine modifizierte Abstimmung von Federn und Dämpfern. Hinten muss der im polnischen Poznan gefertigte Caddy mit einer Starrachse mit Blattfedern – beim Life zweilagig – auskommen. Starrachse? Gemach, Stirnrunzeln ist überflüssig, das Fahrwerk macht seine Sache gut. Leicht untersteuernd kurvt der Life selbst über vertrackte Strecken, kleinere Unebenheiten lässt er allerdings trocken passieren, ohne dass dies der Fahrstabilität abträglich wäre. 

Lob verdient die nicht zu leichtgängige Lenkung, die Richtungsänderungen exakt umsetzt. Da sich der 4,41 Meter lange Caddy trotz relativ hohen Aufbaus in Kurven nur wenig neigt, kann man sogar ein bisschen sporteln – gegen Aufpreis unter dem Schutz des Elektronischen Stabilitätsprogramms. Antiblockiersystem, Front- und Seitenairbags hat er serienmäßig. Aufpreis kostet die demontierbare dritte Sitzreihe. Sie eliminiert den nutzbaren Kofferraum praktisch vollständig, bietet dafür zwei Personen menschenwürdige Unterkunft: Zustieg okay, Polster stramm, lediglich die Kopfstützen sollten weiter ausfahren. Dafür sitzt man etwas erhöht zu den drei Vorderleuten, die sich über mehr Sitzkomfort und eine ebenfalls erhöhte Position gegenüber der ersten Reihe freuen können.

Diese Übersicht soll empfindlichen Mitfahrermägen Linderung verschaffen. Im Cockpit spielt der Caddy Life dann den lässigen Wanderer zwischen den Welten Pkw und Nutzfahrzeug: Eine Dachablage, Türfächer für Atlanten und Anderthalbliter-Flaschen sowie große Außenspiegel stehen für Nutzwert, verchromte Türöffner und Stoffverkleidungen in den Türen für Wertigkeit.

Eine Wertigkeit, die es bereits ab 14 995 Euro gibt, wenn man sich mit dem 75 PS starken 1,4-Liter-Benziner begnügt. Darüber rangiert der 102 PS starke 1,6-Liter: leise und kultiviert, aber ohne hemdsärmeligen Drehmomentschub. Für den ist weniger der Zweiliter-Saugdiesel SDI als der 1,9-Liter-TDI zuständig. Mit 104 PS zwar im Caddy etwas stärker als im Golf, erfüllt er wegen der einfacheren Abgasnachbehandlung jedoch lediglich die Euro-3-Norm. Hier wurde am falschen Ende gespart, selbst wenn davon beim Fahren nichts zu spüren ist.

Der 1,9-Liter-Zweiventiler schiebt nach jedem Schaltvorgang mit der exakten Fünfgangbox erneut bullig an, ohne mit einem tiefen Turboloch zu nerven. Vernehmliches Brummen gehört dabei zum Pumpe-Düse-Motor wie Leberkäse zu einem ordentlichen Frühstück auf der Baustelle. Halt, auf die Baustelle soll er ja gar nicht. VW möchte den Caddy Life viel lieber als bezahlbare, pfiffige Alternative zu Touran und T5 Bus etablieren. Ein Life- Style-Partner im Wortsinn eben. 

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