VW Cross Golf 1.6 im Fahrbericht

Das zweite Gesicht

Foto: VW 22 Bilder

Der Cross Golf ist das Top-Modell der Golf Plus-Palette und tritt im derzeit stark angesagten SUV-Design auf. Ein Geländegänger ist er allerdings nicht, denn es gibt ihn lediglich als Fronttriebler. Er steht ab Ende Januar beim Händler.

Aber so ein Golf Plus ist schon ein praktisches Auto. Großzügiges Platzangebot und verschiebbare Rücksitzbank machen ihn fast so variabel wie einen kleinen Van, dabei ist er mit 4,2 Meter Länge und 1,76 Meter Breite ansprechend kompakt und eckt nicht gleich in jedem Parkhaus an. Unter der Karosserie steckt die Technik des aktuellen Golf V mit der aufwändigen Einzelrad-Aufhängung an allen vier Rädern.

Diese Kombination schätzen immer mehr VW-Kunden und diese Zahl dürfte sich mit dem Cross Golf noch deutlich vergrößern. Serienmäßig steht er auf stämmigen 17-Zoll-Rädern, hat zusätzliche zwei Zentimeter mehr Bodenfreiheit, Stoßfänger und Schweller zeichnen sich durch eine ordentliche Prise Geländewagen-Optik aus und auf dem Dach erstreckt sich eine Reling. Mit anderen Worten der Cross Golf ist der Golf Plus für die Jüngeren. Für alle die, die sich nicht primär wegen des angenehm leichten Ein- und Ausstiegs, die Sitzhöhe liegt um acht Zentimeter über der im normalen Golf, für dieses Modell entscheiden.

Angenehmes Handling

Sie machen damit keinen Fehler. Das geänderte Fahrwerk mit längeren Federwegen hat keinen Einfluss auf das angenehm neutrale Handling, stärkere Aufbaubewegungen ließen sich bei einer ersten Ausfahrt nicht feststellen. Im Grenzbereich schiebt der Cross Golf leicht beherrschbar über die Vorderräder, es fehlt ihm dabei jede Tücke.

Motorisieren lässt sich dieser Pseudo-SUV wahlweise mit Benzin- oder Dieselmotoren, die zwischen 102 und 140 PS leisten. Wobei sich der Zweiliter-TDI mit 140 PS erneut als angenehm durchzugsstarker, wenn auch etwas kerniger Begleiter erweist. Er kann entweder mit Sechsgang-Handschaltung oder Doppelkupplungs-Getriebe (DSG) für 1.720 Euro Aufpreis geordert werden. Diese Option steht übrigens für drei der vier Motoren zur Wahl, nur der 1,6-Liter-Benziner mit 102 PS lässt sich damit nicht kombinieren.

Überzeugende Schaltung

Die Handschaltung überzeugt mit kurzen, präzisen Schaltwegen und ist gut auf den Motor abgestimmt. Sie bereitet so viel Freude, dass man nicht glaubt etwas zu vermissen, bis man im direkten Vergleich einen Cross Golf mit DSG gefahren ist. Bei ihm lassen sich die Gänge am Wählhebel wechseln oder per Tasten am Lenkrad, was den Fahrspaß doch noch deutlich fördert. Außerdem gibt es beim DSG auch eine Automatik-Funktion. Im Stau ist das nicht zu unterschätzen, aber nicht nur hier, denn die Gangwechsel nimmt das Getriebe durchaus zur rechten Zeit vor.

Angetrieben werden übrigens immer die Vorderräder. Für einen Allrad-Antrieb fehlt in der Golf-Plus-Bodengruppe der Platz. Der notwendige Mitteltunnel und zusätzlicher Raum für ein Hinterachs-Differenzial würden eine verschiebbare Rückbank nach Aussage von VW unmöglich machen und den Kofferraum spürbar verkleinern.

Coole Waldarbeiter-Optik

Allerdings muss der reine Frontantrieb kein Nachteil in der Käufergunst sein, wie der Erfolg des Cross Polo beweist, der mittlerweile mehr als zehn Prozent an der Polo-Palette ausmacht.

Auch VW-Käufer sind eben bereit, etwas mehr auszugeben, wenn sie dafür ein individuelleres Auto bekommen. Beim Cross Golf sind es rund 2.700 Euro. So viel kostet diese Variante mehr als die Basis-Version Golf Plus Sportline. Aber für die gibt es weder eine Dachreling, noch die coole Waldarbeiter-Optik.

Technische Daten
VW CrossGolf 1.6
Grundpreis 23.050 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4233 x 1776 x 1651 mm
KofferraumvolumenVDA 393 bis 1450 l
Hubraum / Motor 1595 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 75 kW / 102 PS bei 5600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 173 km/h
Verbrauch 7,8 l/100 km
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