VW Fox

Der Preis ist heiß

Foto: Achim Hartmann 17 Bilder

Volkswagen definiert die Basis neu: Unter dem Polo gibt es ab Ende April als Lupo-Ersatz den brasilianischen Fox zum Preis von 8.950 Euro – ein Billigheimer oder ein Ernst zu nehmender Kleinwagen?

Auch wenn der neue Fox gern als Einstiegsmodell beschrieben wird, hört VW-Chef Bernd Pischetsrieder diesen Begriff nicht gern: „Einsteigen kann man schließlich in alle unsere Autos.“

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Was ist er dann, der neue Fox? Der neue kleine VW zum Preis von 8950 Euro setzt ein deutliches Signal im Billig-Segment; ihm darüber hinaus Preiswürdigkeit zu attestieren, ist bei seinen Herkunftsgenen wohl ein Urteil ohne Risiko.

Mit einer Länge von 3,82 Meter gehört er nicht zu den ganz Kleinen im Markt. Zu den ähnlich billigen kleineren Konkurrenten von Toyota, Citroën und Peugeot hat Pischetsrieder eine klare Meinung: „Ich glaube nicht, dass wir da eine Menge auf der Straße sehen werden.“ Er baut auf die Qualitäten seines Fox.

Und der bietet mehr, als man zunächst erwartet. Der Fox ist ein Vollwert-Auto, das nicht allein vier erwachsenen Passagieren ausreichend Platz lässt, sondern auch noch mit einigen Überraschungen aufwartet. Die straff gepolsterten Sitze haben ein schmuckes Streifen- Design. Die Sitzposition ist höher als im Polo. Das Raumgefühl fällt üppig aus. Schuld daran ist sicher auch die Höhe von über 1,5 Metern (Polo: 1,46 Meter).

Abgesehen von einigen schlampig entgrateten Kunststoffen (Fensterkurbel) und dem einen oder anderen Passungsmangel (Mittelkonsole) wirkt das Fox-Interieur alles andere als billig. Es herrscht kein Mangel. Die Kunststoffe sind sauber genarbt. Auch an der Funktionalität gibt es nichts zu kritisieren. Das Lenkrad ist sogar in zwei Richtungen verstellbar. Man findet genügend Ablagen. Cup- Holder hat der Kleine auch in der Mitte der Fond-Sitzbank. Das Fondabteil hat es ohnehin in sich. Die Heckbank lässt sich von innen und bei geöffneter Heckklappe auch von hinten flink in verschiedene Positionen verstellen. Sie ist zunächst um 15 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbar.

Dies bringt entweder mehr Fußraum für die beiden Fondpassagiere oder zusätzlichen Stauraum im Gepäckabteil. Und der Gepäckraum kann bei Bedarf zu einem wirklichen Transportabteil ausgebaut werden. Zunächst lassen sich die Rücklehnen der Sitzbank entweder anteilig oder vollständig umklappen. Wer noch mehr Stauraum benötigt, der stellt die Rücksitzbank senkrecht hinter den beiden Vordersitzen auf.

Das Gepäckabteil lässt sich so von der Normalgröße von 260 auf ein Maximalvolumen von 1016 Liter erweitern. Das Leergewicht des Minis soll 998 Kilogramm betragen. Wer die zulässige Zuladung von 482 Kilogramm ausnützt, kommt immerhin auf ein Gesamtgewicht von 1480 Kilogramm.

Dazu steht der vollmundige Pressetext in einem gewissen Widerspruch: „Der neue Fox stürmt in Europa mit zwei Benzinern und einem Turdodiesel aus den Startlöchern.“ Zur Wahl stehen ein Dreizylinder-1,2-Liter mit 55 PS und ein Vierzylinder- 1,4-Liter mit 75 PS. Dazu gibt es noch einen Dreizylinder- Turbodiesel mit 1,4 Liter Hubraum und 70 PS. Leistungsexplosionen darf man da nicht erwarten.

Bei Ampelstarts, zumindest bei der ersten Präsentation in Italien, zählt man selten zu den Siegern. Aber man schwimmt erstaunlich lässig im Verkehrsstrom mit. Und dies gilt nicht allein für den Stadtverkehr, sondern auch für Überlandfahrten.

Denn, wie gesagt, der Kleine ist ein Vollwert- Auto. Mit dem kleinen 55- PS-Aggregat soll der Fox aus dem Stand in 17,5 Sekunden Tempo 100 erreichen. Als Höchstgeschwindigkeit wird 148 km/h angegeben. Mit dem 75-PSBenziner erreicht der Fox Tempo 100 nach 13 Sekunden und schafft es bis Tempo 167. Genug, um auf der Autobahn zwischen Turin und Mailand den Tifosi den einen oder anderen überraschten Blick abzuluchsen.

Der Kraftstoffkonsum des kleinen Volkswagens bewegt sich laut Werksangabe zwischen 4,9 Liter auf 100 Kilometer (70-PS-Diesel) und 6,7 Liter (75-PS-Benziner). Was den Komfort betrifft, so zeigt sich der Fox als absolut langstreckentauglich.

Die Federung arbeitet akzeptabel. Und was an Fahrbahnstößen doch ins Innere dringt, wird von den gut gepolsterten Sitzen absorbiert.

Auch am Fahrverhalten gibt es nicht viel auszusetzen.

Bei Bedarf lässt sich Mini sogar sehr agil bewegen. Erst im Grenzbereich schiebt er gutmütig über die Vorderräder in Richtung Kurvenaußenrand. Die Bremse (vorn Scheiben, hinten Trommeln) zeigt sich bei den ersten Fahrversuchen als recht standfest.

ABS gibt es serienmäßig. ESP ist im Angebot, muss aber extra bezahlt werden. Wenn man, wie VW mit dem Fox, junge Kunden ansprechen möchte, die im Verkehr eine besonders gefährdete Gruppe darstellen, dann ist dies eigentlich ein falscher Weg.

Apropos Zielgruppen. Im Fokus stehen die Jungen. All jene, die „gerade an der Uni oder im ersten Job Fahrt aufnehmen“. Volkswagen hat in Kopenhagen mit jungen Künstlern und Kreativen sogar ein Fox-Hotel ausgestattet.

Zur Präsentation des neuen Autos soll es dort Anfang April einen europaweiten Kochwettbewerb junger Küchen-Gurus geben. Ob der Fox aber schlussendlich ein Lifestyle-Modell abgibt, ist mit einem Fragezeichen zu versehen.

Vorsichtshalber soll er seinen Weg auch als Zweitwagen machen. Und, der Smart lässt grüßen, man sieht ihn auch im gewerblichen Einsatz als City-Spezialist „mit heißen Pizzas, eiliger Arznei oder Kuriersendungen an Bord“. Damit dürfte er sich vom zweiten Kleinen im VW-Modellprogramm, vom Polo, noch am trefflichsten absetzen.

Denn vor einem haben die VW-Vertriebsstrategen heftige Manschetten: dass der Fox Polo- Kunden absorbieren könnte. Um die Unterschiede zwischen den beiden Modellen aufzuzeigen, wurden beide Autos gleich gemeinsam präsentiert. Der Polo (siehe Kasten links) setzt sich vom Fox nicht nur optisch ab. Er ist weit besser ausgestattet – auch wenn es ESP nur ab der 100-PS-Version serienmäßig gibt. Und er ist mit seinen zehn Triebwerken, die bis 130 PS reichen, auch viel üppiger motorisiert.

Der Polo ist durch seine optische Überarbeitung schicker geworden. Der Fox ist dagegen mit seinen kleinen Rädern und den großen Radhäusern alles andere als ein Beau.

Es fällt schwer, den optischen Lifestyle- Touch auszumachen. Aber mit dem Blick auf die Konkurrenz unter den Preiswerten betont Pischetsrieder: „VW muss in jedem Segment ein besseres Produkt anbieten.“

Verglichen mit dem Polo kann der Fox auf jeden Fall eines für sich in Anspruch nehmen: Vom Wortsinn her hat er das Zeug zum richtigen Volkswagen.

Technische Daten
VW Fox 1.2 VW Fox 1.4 VW Fox 1.4 TDI
Grundpreis 9.650 € 11.200 € 12.225 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3825 x 1640 x 1524 mm 3825 x 1640 x 1524 mm 3825 x 1640 x 1524 mm
KofferraumvolumenVDA 260 bis 1016 l 260 bis 1016 l 260 bis 1016 l
Hubraum / Motor 1198 cm³ / 3-Zylinder 1390 cm³ / 4-Zylinder 1422 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 40 kW / 55 PS bei 4750 U/min 55 kW / 75 PS bei 5000 U/min 51 kW / 69 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 148 km/h 167 km/h 161 km/h
Verbrauch 5,9 l/100 km 6,7 l/100 km 4,9 l/100 km
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