VW Golf TGI Blue Motion im Fahrbericht

Nun gibt auch der Golf Gas

VW Golf TGI Blue Motion, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 12 Bilder

Als TGI konsumiert Deutschlands Liebling bevorzugt Erdgas. Den erfreulich niedrigen Tankrechnungen steht ein höherer Grundpreis gegenüber. Weitere Nachteile? Jein.

Das ist ja mal eine Ansage: Sehr deutlich über 1.000 Kilometern liegt die Reichweite, die der Bordcomputer des Testwagens beim Einsteigen signalisiert. Das schaffen die Benziner nur bei behutsamster Schleichfahrt, doch die ist nicht wirklich nötig bei dem Exemplar.

Die TGI-Schriftzüge weisen diesen Golf als neuesten Vertreter der Wolfsburger Bivalenz-Truppe aus, die nicht nur Super, sondern eben auch komprimiertes Erdgas (CNG) tankt. 15 Kilogramm fassen die zwei Tanks im unteren Heckbereich, dazu kommen noch einmal die üblichen 50 Liter Super unter der Rücksitzbank. Wer auf Grundlage der Normverbräuche kalkuliert (3,5 kg Gas und 5,3 l Super pro 100 km), landet bei einer Reichweite von fast 1.400 Kilometern. Das schafft kein Diesel.

Keine Spur von Untermotorisierung

Welcher Tank wie weit gefüllt ist und wie weit welcher Kraftstoff aktuell reicht, zeigen gleich zwei Tankuhren sowie der Bordcomputer an, der noch eine weitere TGI-spezifische Anzeige hat: Die informiert über die Qualität des gebunkerten Gases, denn da gibt es durchaus Unterschiede im Methan- und damit Energiegehalt. Wer weniger methanhaltiges (und billigeres) Gas getankt hat, erkennt dies an der Anzeige von deutlich unter 100 Prozent und weiß, dass eine verringerte Reichweite an der Güte des Gases liegt, dessen mindere Qualität die Elektronik ausregelt.

Seine Gewohnheiten ändern muss ohnehin niemand, nur weil sein Golf so lange auf Gas fährt, bis er bei leeren Tanks automatisch auf Benzin umschaltet. Denn für den Alltag im Golf TGI gilt der alte Spruch des Chemielehrers nach missglückten Experimenten: „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.“

Heißt: Der VW Golf TGI Blue Motion fährt sich so wie ein Golf 1.2 TSI mit 105 PS. Seine 110 PS lassen sich nicht lange bitten; leise und gleichförmig mit konstantem Schub geht es auch in höhere Drehzahlbereiche. Keine Spur von Untermotorisierung auch auf der Autobahn. Die Spitze liegt knapp unter 200 km/h, und selbst bei diesem Tempo zeigt der TGI wie eben alle Gölfe mit sehr geringen Windgeräuschen und beruhigend sattem Fahrbahnkontakt, wieso er der Deutschen Liebling ist.

VW Golf TGI Blue Motion – etwas träge im Handling

So weit also alles wunderbar, zumal Käufer bis auf wenige Dinge alle Optionen der Preisliste ordern können. Doch nichts im Leben ist umsonst: 3.825 Euro mehr als ein viertüriger 1.2 TSI kostet der nicht zweitürig lieferbare TGI, den VW nur als Trendline oder Comfortline anbietet; ein Viertürer-TDI Blue Motion mit 110 PS ist sogar 325 Euro billiger. Da muss man schon viele Jahre viel fahren, zumal die Ersparnis im Alltag doch geringer ist, als es der Normverbrauch glauben macht: 5,3 Kilogramm Gas nahm der TGI Blue Motion im Testmittel bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zu sich.

Weitere Einschränkungen: Der Gepäckraum fällt wegen der Gastanks rund 90 Liter kleiner aus als im TSI. Und rund 100 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber dem TSI machen den VW TGI Blue Motion etwas träger im Handling und lassen ihn eine Nuance straffer federn.

Fazit

Ganz schön teuer ist er, der Gas-Golf. Doch er überzeugt mit (fast) allen Tugenden, die den VW so groß gemacht haben.

Technische Daten
VW Golf 1.4 TGI BlueMotion Comfortline
Grundpreis 26.150 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4255 x 1799 x 1452 mm
KofferraumvolumenVDA 291 bis 1181 l
Hubraum / Motor 1395 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 81 kW / 110 PS bei 4800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 194 km/h
Verbrauch 3,5 kg/100 km
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