VW Touareg

Marketing-Experten werden für ihren Durchblick bezahlt. Die von Volkswagen sehen im neuen VW Touareg nicht nur einen Geländewagen, sondern auch eine Luxuslimousine – und einen Sportwagen. Denn das Spitzenmodell bietet 313 PS, die ein neuer Zehnzylinder-Diesel liefert.

Bernd Pischetsrieder, der frisch gebackene Volkswagen-Vorsitzende, ist sich mit seinen Vorstandskollegen einig. Bei der letzten Abnahme-Fahrt mit dem neuen Geländewagen Touareg, der auf dem Pariser Autosalon (siehe auch Seite 16) sein Debüt gibt, bekundeten die Bosse unisono, dass der allradgetriebene Volkswagen künftig die Maßstäbe setzen werde. Und zwar auf der Straße wie im Gelände.

Ein hoher Anspruch für das Auto, das nach einem Volk nomadischer Wüstensöhne benannt wurde. Denn der Touareg stellt keinesfalls das dar, was man gemeinhin unter einem Volkswagen versteht. Zusammen mit der Luxuslimousine Phaeton bildet er die Speerspitze bei den ehrgeizigen Plänen, VW in einem Marktsegment zu platzieren, in dem die sattsam bekannten Premiumhersteller das Sagen haben.

Die Liste der Kern-Konkurrenz des Touareg liest sich deshalb wie das Adelsregister der für Stock und Stein

gewappneten Auto-Gesellschaft. Den BMW X5 nennen die Volkswagen-Entwickler natürlich, auch den Mercedes ML, den Grand Cherokee des US-Traditionalisten Jeep und natürlich den unlängst zu neuer Noblesse erwachten britischen Range Rover.

Dessen mächtige Statur erreicht der Touareg nicht, er ordnet sich in der Größenklasse des Mercedes und des BMW ein. Das ergibt ein gutes, wenn auch keineswegs verschwenderisches Platzangebot im Innenraum.

In einem Punkt allerdings, das offenbart schon der erste Augenschein, braucht der neue VW keine Konkurrenz zu scheuen. Die optische Verdeutlichung von hoher Qualität ist hier ähnlich gut gelungen wie beim Phaeton.

Hochwertige Materialien in makelloser Verarbeitung schaffen die Atmosphäre einer Luxuslimousine. Das gilt schon für die Basisversion mit einem 3,2 Liter großen V6-Motor (220 PS). Mit mehr Holz und mehr Chrom setzt das vorläufige Spitzenmodell noch einen drauf.

Ein Blick unter die Motorhaube tut ein Übriges. Vom eigentlichen Triebwerk ist zwar nichts zu sehen, aber auf der Plastikabdeckung verkünden große Chromlettern: V10 TDI.

Man hätte auch noch „313 PS, 750 Newtonmeter“ draufschreiben können, die höchst eindrucksvollen Stammdaten eines Triebwerks, wie es keiner der VW-Konkurrenten zu bieten hat: einen Zehnzylinder-Diesel mit fünf Liter Hubraum, Pumpedüse-Einspritzung und zwei Turboladern.

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