VW Touran CCS

Feines Tröpfchen

Foto: Foto: Beate Jeske 6 Bilder

Auf den ersten Blick ist es ein serienmäßiger VW Touran. Doch unter der Haube des Vans steckt ein neuer VW-Motor, der sauber wie ein Benziner und sparsam wie ein Diesel ist. Bedingung ist ein sehr spezieller Kraftstoff.

Auf den ersten Blick ist es ein neuer, aber serienmäßiger VW Touran. Nur der CCS-Schriftzug verweist auf den besonders sauberen und sparsamen Motor. Zündung an, Schlüsseldreh, und der Zweiliter springt an. Sofort und ohne Umschweife, jedoch hörbar vibrierend wie ein Diesel. Kupplung, Gang rein, Gas und los. Der Versuchsträger setzt sich mit dieseltypischer Anfahrschwäche in Bewegung. Das Display verrät, dass wir uns zunächst im Normalmodus befinden – quasi im Hochlast-Bereich. Dann ein leichter Ruck, und die Motorelektronik schaltet um in den angestrebten homogenen Betriebszustand.

Bei zurückhaltender Fahrweise lassen sich die Gänge durchschalten, ohne dass der Motor diesen Modus verlässt. Bis fast 3000 Touren – maximal 90 km/h im sechsten Gang – bleibt das so. Bei kräftigem Gasgeben kehrt der Motor jedoch in den Normalmodus zurück. Dabei spürt man erneut das Umschalten des Aggregats. Wie beim aktuellen 2.0 TDI liegt die Drehzahlgrenze bei 4500/min, auch Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung bleiben gleich. Mehr Leistung als die 140 PS oder eine Kompensation der Anfahrschwäche waren zunächst kein Entwicklungsziel der VW-Forscher um Wolfgang Steiger.

Das Ruckeln beim Wechsel der Lastbereiche soll nach weiterer Feinarbeit verschwinden. Im Moment wollen die Wolfsburger erst mal beweisen, dass ihr künftiges Antriebskonzept problemlos im Alltag einsetzbar ist, aber dabei fünf bis acht Prozent weniger verbraucht als der aktuelle Direkteinspritzer- Turbo.

Der Forschungsmotor erhielt einen neuen Zylinderkopf, eine sehr umfassende Regelung mit einem Sensor im Brennraum sowie eine doppelte, viel leistungsfähigere und schnellere Abgasrückführung. Er soll so sauber werden, dass er schon heute an die erwarteten Grenzwerte der Euro 6-Norm (ab 2012) heranreicht, die Emissionen dürften sich um gut 50 Prozent reduzieren. Combined Combustion System (kombiniertes Brennverfahren) haben die Forscher das Gesamtpaket genannt.

Es reicht aber nicht, dafür nur den Motor zu spezifizieren. Denn dafür muss ein maßgeschneiderter Treibstoff bereitstehen. VW hat für den 16,5:1 verdichteten CCS-Motor Kraftstoffe untersucht und einen optimalen Mix von Eigenschaften herausgefunden. Dank der auf das Level von Kerosin reduzierten Siedetemperatur verdampft der Kraftstoff um ein Drittel schneller. Andererseits wurde die Cetanzahl – also die Zündwilligkeit – gegenüber Diesel um ein Fünftel gesenkt.

So lässt sich die Zündung zeitlich möglichst weit hinausschieben. Nur so kann eine fast rückstandsfreie, gleichmäßige Verbrennung erreicht werden. Sie ist Bedingung für die angestrebten minimalen Emissionen. Darum wird mit Hochdruck an der Markteinführung von Kraftstoff und Motor gearbeitet, nicht nur bei VW. In gut fünf Jahren dürfte dann die Ära extrem sauberer, sparsamer Dieselautos beginnen. Das Beste daran: Sie sollen leistungsstark und bezahlbar bleiben.

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