VW Touran

Das Warten hat sich gelohnt

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Spät entert VW mit dem Touran das Wachstumssegment der Kompakt-Vans. Gute Fahreigenschaften und überragende Variabilität werden den Neuen schnell an die Klassen-Spitze bringen.

Der Kunde wird aber erst einmal zu Kasse gebeten: Bereits in der fünfsitzigen Version kostet der Touran rund 1.000 Euro mehr als ein siebensitziger Opel Zafira. Soll der Touran ebenfalls zwei Sitze in dritter Reihe ausweisen, schlagen die mit zusätzlichen 595 Euro zu Buche. Dafür bieten sich dann – nach Volkswagen-Berechnung – über 500 verschiedene Möglichkeiten die Sitzgelegenheiten im Auto unterzubringen.

Fahrer und Beifahrer sitzen in jedem Fall sehr gut: Ein großer Verstellbereich der Sitze – sowohl horizontal als auch vertikal – ermöglicht zusammen mit dem in Höhe und Reichweite verstellbaren Lenkrad eine für jede Statur passende Sitzposition. Im Cockpit präsentieren sich die Bedienelemente zwar neu gestaltet, befinden sich aber an gewohnter Stelle und lassen sich intuitiv betätigen. Die Instrumente sind klar ablesbar und schnörkellos, das graue Armaturenbrett etwas trist. Trotzdem: Die Oberflächen wirken hochwertig, nichts klappert, und alles ist gut verarbeitet.

Bereits die Basis hat viel zu bieten

Zur Basis-Ausstattung gehören unter anderem eine fernbedienbare Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorne und ein CD-Radio. Auch die Sicherheitsausstattung ist mit ESP, sechs Airbags, Dreipunktgurten für alle Sitzplätze und Isofix-Kindersitzhalterungen bei den äußeren Sitzen der zweiten Reihe erfreulich komplett. Darüber hinaus stehen noch die sportliche Trendline- (1.025 Euro) sowie die luxuriöse Highline-Ausstattung (3.375 Euro) zur Wahl. Nur bei letzterer ist die halbautomatische Klimaanlage Climatic serienmäßig, die ansonsten 1.075 Euro kostet. Für die vollautomatische Zwei-Zonen-Climatronic werden 1.345 Euro Aufpreis fällig (bei Highline 270 Euro).

Für erste Fahreindrücke steht der Basis-Diesel mit 74 kW (100 PS) zur Verfügung und erweist sich als angenehme Antriebsquelle. In gewohnter Manier tritt er aus niedrigen Drehzahlen kräftig an und dreht leicht bis über 4.000/min. Dass der Motor sein Arbeitsprinzip dabei deutlicher kundtut als vergleichbare Common-Rail-Diesel, ist auch nichts Neues. Fraglich ist aber, wie das Aggregat mit der hohen möglichen Zuladung von bis zu 660 Kilogramm fertig wird. Es darf dabei aber auf die Unterstützung durch das sehr gut abgestufte Sechsgang-Getriebe bauen. Außerdem ist der Schalthebel exakt geführt, die Schaltwege sind kurz, und die Gänge rasten sauber ein.

Beim Fahren zeigt der Touran Sportsgeist

Ebenfalls von der sportlichen Sorte – und das ist die größte Überraschung – ist das Fahrverhalten des Touran. Auf Querfugen neigt der Touran zwar zum Stuckern, insgesamt geht der gebotene Federungs- und Abrollkomfort aber in Ordnung, zumal sich das Ansprechverhalten mit steigender Zuladung noch verbessern dürfte. Im Fahrbetrieb profitiert die Handlichkeit zudem von der neu entwickelten und geschwindigkeitsabhängigen, so genannten Double-Pinion-Lenkung, bei der sich der Elektromotor direkt am Lenkgetriebe befindet. Der Eingriff auf die Zahnstange erfolgt über zwei Ritzel. Das Ergebnis ist ein präzises Lenkgefühl, das mit den besten herkömmlichen Servolenkungen vergleichbar ist.

Angesichts der sich schon beim ersten Zusammentreffen andeutenden Qualitäten des Touran erscheint die Zahl von 80.000 Stück, die VW in diesem Jahr in Deutschland noch verkaufen möchte, nicht übertrieben optimistisch. Ab dem 14. März steht der Touran bei den VW-Händlern.

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