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Chevrolet Impala SS und Mercury Marauder

Amerikanische XXL-Limousinen im Fahrbericht

Chevrolet Impala SS, Mercury Marauder Foto: Dino Eisele 33 Bilder

Mercury Marauder und Chevrolet Impala SS sind große US-Limousinen mit viel V8-Power und Heckantrieb. Ihre starken Muskeln trainieren sie bei der Polizei.

22.02.2017 Franz-Peter Hudek 5 Kommentare Powered by

Am Steuer des schwarzen Chevrolet Impala SS kommt einem sofort die legendäre Szene aus dem Kinohit „Blues Brothers“ in den Sinn, als Elwood seinen Bruder Jake aus dem Gefängnis abholt. Obwohl das rundliche mausgraue Impala- Cockpit mit seinen Plastikschaltern und dem unförmigen Airbag-Lenkrad überhaupt nicht an den 74er- Dodge Monaco aus dem Film erinnert, gibt es doch ein paar Gemeinsamkeiten: „Der hat einen Bullen-Motor, ein Bullen-Getriebe und Bullen-Reifen.“ Mit diesen Worten rechtfertigt Elwood den Kauf des alten Polizei-Dodge.

Chevrolet Impala SS, Exterieur Foto: Dino Eisele
In der Polizei-Version heißt der Impala SS Chevrolet Caprice.

Auch unser schwarzer 95er Impala SS – SS steht für Super Sport – ist nichts anderes als ein Bullen-Auto im Abendanzug. Genau wie der neben ihm parkende Mercury Marauder, dem wir uns später widmen. Als Police Car hieß der Impala SS jedoch Chevrolet Caprice und war bis 1996 im Einsatz. Für seinen harten Streifendienst erhielt der letzte Fullsize-Chevy zahlreiche technische Verbesserungen: verstärktes Fahrwerk und Bremsen, optimierte Kühlung für Motor und zum Teil für das Automatikgetriebe, stabile Pickup-Hinterachse mit Sperrdifferenzial, Doppelauspuff und einen starken 5,7-Liter-V8 aus dem Camaro mit 264 PS. Einen echten Polizei-Caprice, der auch als Zivilstreife auftreten konnte, identifizieren US-Kenner anhand des fast magisch klingenden Option Code 9C1 in der VIN (Vehicle Identification Number).

All diese technischen Verbesserungen und eine Menge Komfort-Features stecken auch in unserem schwarzen Impala SS, der im Gegensatz zu seinen diensttuenden Polizeikollegen auf gewaltigen 255/50-ZR-16-Reifen unterwegs ist. Doch jetzt wollen wir den gut getarnten Bullen-Chevy endlich in Aktion erleben. Wir legen den Sicherheitsgurt an, starten mit dem typischen Chevy-„Tschrrritt“-Geräusch den Motor, ziehen den Automatik-Wählhebel nach hinten auf „D“ und fahren sachte los.

Wie auf Wolke sieben

Zunächst typisch Ami-Limousine: Bei Schleichfahrt erleben wir im Impala das Schweben auf Wolke sieben. Lenken, bremsen und beschleunigen – alles geht lässig, leicht und locker. Die Nadel des Drehzahlmessers kippt zum Gangwechsel schon bei 2.500/min entspannt nach unten – und trotzdem geht es flott voran. Allerdings wirkt die Abstimmung des Fahrwerks etwas härter als in einem normalen Familien-Caprice, was sich beim Überfahren von kleinen Unebenheiten bemerkbar macht. Das fast lautlose Schweben, Schwanken und Schwelgen im geräumigen, grauschwarzen Plastikambiente bleibt.

Es wird Zeit, dass wir jetzt mit dem rechten Fuß in den Einsatz- oder Verfolgungsmodus wechseln. Flat Down bei etwa 60 km/h – und der Impala SS verändert wie Clark Kent/Superman seine Identität. Als Erstes erwacht der V8 mit einem Grollen aus seinem Dämmerschlaf und peitscht die Drehzahlmessernadel auf fiebrige 5.000/min. Fast gleichzeitig schaltet das Getriebe zwei Gänge runter und schiebt die Fuhre gewaltig an.

Chevrolet Impala SS, Mercury Marauder Foto: Dino Eisele
Amerikanischer geht es kaum. Fullsize-Limousinen von diesem Kaliber wird es wohl nie wieder geben.

In dem humorvollen Bullen-Film fällt jetzt der Becher mit heißem Kaffee vom Armaturenbrett. Wir verzichten gerne darauf, spüren aber einen mächtigen Druck im Rücken und bewundern die leicht angehobene Fahrzeugnase. Vorne hämmert der V8, die Tachonadel schwenkt lässig über die 150-km/h-Marke. Und jetzt bremsen, wir biegen nach rechts von der Schnellstraße ab. Die vier innenbelüfteten Scheibenbremsen packen ordentlich zu, dann wirft sich der Impala – so heißen die mittelgroßen afrikanischen Antilopen – mehr wie ein Grizzlybär in die Kurve, wo er sich mit den Breitreifen festkrallt. Durch Gasgeben verbessert sich die Balance bis hin zum leichten Drift.

Nach ein paar weiteren souverän bewältigten Ecken geht es zum Startpunkt zurück. Und jetzt schauen wir mal, was der Mercury Marauder so draufhat. Unter dessen Karosserie steckt wie beim Impala SS die optimierte Technik eines bewährten, in den USA weitverbreiteten Police Cars. Sein Name: Ford Crown Victoria. Als gelbes New-York-Taxi prägten diese Fullsize-Limousinen bis vor etwa zehn Jahren auch das Straßenbild von Manhattan. Die in allen US-Staaten weitverbreitete Polizeiversion erhielt bis 1998 die Zusatzbezeichnung P71, danach CVPI für Crown Victoria Police Interceptor.

Das typische Cop-Auto

Wie der bis 1996 gebaute Caprice besitzen auch der Crown Victoria und sein Zwilling Mercury Grand Marquis einen separaten Leiterrahmen, V8-Motor, Hinterradantrieb und ein robustes Fahrwerk mit schraubengefederter Starrachse. Einfach alles, was ein stabiles Cop-Auto in den USA so braucht. Die CVPI-Version erhielt außerdem die gleichen Verbesserungen wie der Caprice mit 9C1-Polizei-Paket. Der kräftige 4,6-Liter-V8 des CVPI stammte aus dem Ford Mustang und leistete 254 PS. Dann kam Ford auf die glorreiche Idee, aus dem CVPI eine große Sportlimousine zu machen – und der Mercury Marauder war geboren.

Damit kopierte Ford 2003 die Verwandlung des Polizei-Caprice in den Impala SS – mit sieben Jahren Verspätung! Die Gemeinsamkeiten mit dem nicht mehr produzierten Rivalen sind unverkennbar: So gab es den Marauder wie zunächst den Impala SS nur in Schwarz und bis auf Felgen und Markenlogo ganz ohne Chromzierrat. Auch der Name Marauder stammt wie beim Chevy von einem nicht mehr produzierten Traditionsmodell. Innen sind beide grau, haben vorne elektrisch verstellbare Leder-Einzelsitze, dazwischen die Automatikschalter.

Mercury Marauder, Motor Foto: Dino Eisele
Der V8 des Mercury ist mit 306 PS noch stärker als der im Impala SS.

Marauder mit mehr Leistung

Ford wollte immerhin die Leistung des Rivalen toppen und packte den stärksten Mustang-Motor mit 306 PS in den Marauder. Außerdem erhielt er ein attraktiveres Sportler-Cockpit mit weißen Instrumentenblättern und drei runden Zusatzanzeigen im NASCAR-Look auf der Mittelkonsole. Allerdings wirkt der rundliche, hoch bauende Marauder außen weniger gefährlich als der breite, fast schon heimtückisch lauernde Impala SS.

Nach dem Eintippen einer Zahlenkombination im Tastenfeld an der Fahrertür lässt der Marauder seinen Fahrer ins Cockpit. Der moderne Doppel-DOHC-V8 mit 32 Ventilen startet spontan und läuft einen Tick rauer als der geschmeidige Stoßstangen- Zweiventiler im Chevy. Dafür schiebt der Ford-V8 bereits nach dem Loslassen des Bremspedals mächtig an und erweckt den Eindruck, dass man am besten gleich das rote Einsatz-Blinklicht aufs Dach stellt.

Die Redline des V8 beginnt erst bei 6.000/min, sodass der Vierventiler die 1,9 Tonnen mit relativ hohen Drehzahlen und knackigen Gangwechseln vorwärtstreibt. Ein kerniges Röhren begleitet den rasanten Tempozuwachs. Gemächliches, stressfreies Cruisen wie im Salonwagen von Queen Victoria kann der Mercury auch. Jetzt fehlt nur noch die Klappbrücke, auf der Elwood die Flugfähigkeiten seines Dodge Monaco demonstrierte. Unsere elegant auftretenden schwarzen Bullen- Autos könnten das sicher auch.

Fazit

In Deutschland hat sich eine kleine Szene um die echten Cop Cars aus den USA entwickelt. Die hier gezeigten Zivilversionen überzeugen durch ihren differenzierten Einsatz von zünftiger V8-Power. Und sie sind gepflegter als die Polizeiautos vom Streifendienst.

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Achso, Beweise...

https://en.wikipedia.org/wiki/Mercury_Marauder
https://en.wikipedia.org/wiki/Chevrolet_Impala

Nicht soooo schwer....

sunstarfire 27. Februar 2017, 07:59 Uhr
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