auto motor und sport Logo
0%-Finanzierung oder Sofortkauf iPad + digital

Top-Angebot für unsere Leser 2 Jahre auto motor und sport Digital + iPad als 0%-Finanzierung oder Sofortkauf zum Vorteilspreis von nur 480 € statt 603,99 €.

Weitere Infos und Bestellung HIER!

Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Fahrbericht Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio (2018)

Das kann der 510-PS-SUV aus Italien

Alfa Romeo Stelvio QV Fahrbericht (2018) Foto: Alfa Romeo 27 Bilder

Alfa Romeo macht den Stelvio mit dem V6-Biturbo aus der Giulia Quadrifoglio zum Sport-SUV. 510 PS und 600 Newtonmeter sorgen für einen flotten Antritt. Doch wie geht der 1,8-Tonner durch Kurven? Wir haben es in Dubai ausprobiert.

06.12.2017 Andreas Haupt 20 Kommentare Powered by

Alfas SUV baut wie die Giulia auf der Giorgio-Plattform auf. Der V6-Biturbo aus der Giulia QV gibt im Stelvio Quadrifoglio seine 510 PS aber immer an einen Allradantrieb weiter. Der Stelvio ist allerdings ein SUV mit ausgeprägter Vorliebe zur Hinterachse. Erst wenn die Reifen dort an ihre Traktionsgrenze erreichen, schiebt ein Verteilergetriebe bis zu 50 Prozent der Kraft an die Vorderachse. Die Momentverschiebung setzt nahezu unbemerkt ein.

Im Hintergrund füttern Sensoren das Steuergerät mit Daten über Längs- und Querbeschleunigung, den Lenkeinschlag und die Fahrzeugbewegung um die Hochachse. Deshalb greift das Verteilergetriebe schon, bevor die Hinterreifen durchdrehen. Auch auf dem staubigen Untergrund punktet der stärkste Stelvio mit guter Beschleunigung.

Die zivilen Versionen von Alfas noch frischem SUV mussten schon Kritik einstecken. Auch bei uns. Im Vergleichs-Test mit dem Audi Q5 fiel der Stelvio mit dem 280 PS starken Zweiliter-Turbobenziner vor allem wegen seines auf Querfugen unkomfortablen Fahrwerks, seines übermütigen Allradantriebs, des unter Last überforderten Achtganggetriebes und wegen des veralteten Infotainmentsystems auf.

Flotte Bergauf-Testfahrt braucht kein Navi

Alfa Romeo Stelvio QV Fahrbericht (2018) Foto: Alfa Romeo
Mit ein bisschen zu viel Lenkeinschlag und ein bisschen zu viel Gaspedaleinsatz lässt sich der Stelvio QV zu leichtem Übersteuern verleiten.

Ja gut, die Navigationskarte ist auch im stärksten aller Stelvios nicht der Hit. Dafür hat Alfa im Stelvio Quadrifoglio ein Fahrwerk mit elektronischen Dämpfern und anderen Federn verbaut. Das probieren wir jetzt aus. Wir stehen am Fuße des Berges Jebel Jais in Dubai. Der SUV mit dem Namen eines Alpenpasses soll hier in wenigen Minuten auf über 1.900 Meter stürmen. Und wie am Stilfser Joch geht es selten auf geradem Weg nach oben, sondern durch viele Kurven – langsame Serpentinen, langgezogene Kehren und schnelle Vollgaspassagen, die man auf der richtigen Linie fast als Gerade nimmt. Statt Kerbs begrenzen meterhohe, braun-graue Felswände auf der einen Seite und Leitplanken auf der anderen Seite die Strecke – oder ein paar träge glotzende Ziegen. Die zucken nicht mal mit der Wimper, wenn der Stelvio durch die vierflutige Sportabgasanlage brüllt.

Der Fahrmodus Advanced Efficiency ist nur zum Spritsparen, koppelt auch mal den Verbrenner vom restlichen Antriebsstrang ab (Segelmodus) oder schaltet drei der sechs Zylinder ab. Der Stelvio schafft zwar auch im Dreizylinder-Modus über 100 Sachen und bei mehr Gas schaltet er die restlichen drei Brennkammern wieder zu. Aber der V6-Biturbo reagiert verzögert auf Gaspedalbewegungen und die Achtgangautomatik schaltet nur adagio. Nix für uns.

Der nächste Fahrmodus, Natural, küsst den Power-SUV wach. Die Lenkung arbeitet zwar weiterhin mit einer Übersetzung von 12:1, baut aber mehr Widerstand auf und der Stelvio Quadrifoglio zieht gierig in die Kurven. Die Pirelli P Zero (255/45 R20 vorn, 285/40 R20 hinten) quietschen allerdings spätestens am Kurvenscheitel. Da stehen etwa 70 km/h auf dem Tacho. Mehr Gas ruft die Elektronik auf den Plan. Sie dreht dem V6 rigoros die Leistung ab, damit dem Stelvio auf dem staubigen Untergrund das Heck nicht ausbricht. Aber dabei raubt das ESC dem Alfa massiv Geschwindigkeit, statt sie kontrolliert aufzubauen und auf die nächste Gerade mitzunehmen.

Giulia, A4, 3er und C-KlasseMittelklasse mit frischem Wind

Im Dynamik-Modus kommt das Heck

Über den Drehregler auf der linken Seite der Mittelkonsole wechselt der Stelvio in den Dynamik-Modus. Die elektronisch geregelten Stoßdämpfer straffen sich, die Lenkung verhärtet noch ein bisschen mehr, Gaspedal und Motor scheinen jetzt mit kürzerer Leine verbunden. Trotzdem dauert es rund eine Sekunde, bis die zwei Lader das Turboloch zugeschaufelt haben. Dann schnalzt der Stelvio mit voller Wucht vorwärts: Zwischen 2.500/min und 5.000/min bringt der V6 immer die vollen 600 Nm, die Achtgangautomatik von ZF wechselt die Gänge flüssig wie aqua minerale, der V6 bollert und rotzt durch die Abgasanlage. Rein mechanisch, nicht künstlich verstärkt – naturale quasi. Gut so.

Mit ein bisschen zu viel Lenkeinschlag und ein bisschen zu viel Gaspedaleinsatz lässt sich der Stelvio QV zu leichtem Übersteuern verleiten. Wenn der Driftwinkel die Grenze von amüsant nach bedrohlich zu überschreiten beginnt, greift jetzt das Stabilitätsprogramm ein – weit weniger herb als zuvor, aber immer noch bestimmt.

Der Racemodus macht den Stelvio zum Quadrifoglio

Erst mit einem weiteren Klick am Fahrdynamikschalter wird der der Stelvio so richtig locker um die Hüfte. Zwei Kupplungen an der Hinterachse helfen dem Differential das Drehmoment so zwischen den Rädern zu verteilen, dass der Kurvenradius kleiner wird. Das Torque Vectoring kommt nicht über Bremseingriffe, sondern durch echtes Überbeschleunigen des kurvenäußeren Rads. Vorbildlich: Bis ins Lenkrad spürt der Fahrer, wann die Hinterreifen ihre Haftgrenze erreicht haben und Gleitreibung einsetzt. Die Sitze mit Carbon-Schale halten den Fahrer dabei gut fest, ohne ihn einzuzwängen. So wuselt der 4,7 Meter lange und 2,16 Meter breite SUV um Kehre für Kehre. Das verhältnismäßig niedrige Gewicht (Werksangabe: 1.830 Kilogramm) hilft dabei. Angeblich ist der Stelvio rund 100 Kilogramm leichter als zum Beispiel der Porsche Macan.

Alfa Romeo Stelvio QV Fahrbericht (2018) Foto: Alfa Romeo
Am Kurvenausgang braucht man nur leicht an der rechten Alu-Schaltwippe zupfen, schon jagt das Getriebe den nächsthöheren Gang rein.

Am Kurvenausgang braucht man nur leicht an der rechten Alu-Schaltwippe zupfen, schon jagt das Getriebe den nächsthöheren Gang rein. Alfa Romeo spricht von einer Schaltdauer von nur 150 Millisekunden, der Fahrer spürt es anders als im Automatikmodus an einem kräftigen Schaltruck. Auch beim Runterschalten gibt es kein Vertun. Aus dem Stand soll der QV die 100 km/h nach 3,8 Sekunden erreichen. Als Topspeed versprechen die Italiener 283 km/h – zu viel für Dubais Gebirge.

Aber der Sechszylinder macht im Race-Modus noch mehr Krawall, spricht noch zügiger an. Und ist durstig. Wenn man ihn bergauf scheucht, schüttet er sich gern mal über 20 Liter auf 100 Kilometer in die sechs Brennkammern. Im Schnitt sollen es laut Alfa neun Liter sein. Schwer zu glauben, aber ein Bergsprint ist natürlich kein Maßstab.

Alfas Power-SUV kostet fast 90.000 Euro

Alfa Romeo Stelvio QV Fahrbericht (2018) Foto: Alfa Romeo
Rund 89.000 Euro soll der schnellste Stelvio kosten.

Alfa verwendet ein elektrohydraulisches statt eines rein hydraulischen Bremssystems und bündelt Bremsbetätigung, Bremskraftverstärker, ABS und ESC in einem Modul. Das Pedalgefühl auf der Bremse ist in Ordnung, die Verzögerung passt. Nachteil des Systems: Auf einen ersten ruckartigen Bremsimpuls, den man ja gern mal gibt, um das Heck zu entlasten, reagiert der Stelvio Quadrifoglio schon mal mit dem Warnblinker. Steigt man weiter aufs linke Pedal, ist es möglich, dass der SUV eine Notbremsung einleitet. Auf der Rennstrecke wäre das natürlich suboptimal. Bei unserer Fahrt in Dubai stellten wir keine Probleme fest. Die Sechskolbenbremssättel aus Aluminium verbeißen sich an der Vorderachse in Stahlscheiben. Alfa ersetzt sie gegen Aufpreis durch eine Carbon-Keramikbremsanlage.

Auch im Innenraum lässt sich Alfa nicht lumpen, verlegt Leder und Alcantara und beschichtet Türen, Armaturenbrett und Mittelkonsole in Teilen mit Carbon. Und was kostet der Spaß? Minimum 89.000 Euro.

Fazit

Alfa ist mit dem Stelvio Quadrifoglio ein sehr sportlicher SUV gelungen. Er dämpft straff, aber nicht ungehobelt, seine Lenkung arbeitet direkt, aber nicht überspitzt oder giftig. Der Allradantrieb erlaubt ein kontrolliertes Übersteuern im Race-Modus und ist dennoch traktionsstark. Der V6-Biturbo braucht kurz, bis er in Wallung gerät, überzeugt dann aber mit heftigem Vortrieb und heißerem sowie ehrlichem Klang.

Technische Daten
Alfa Romeo Stelvio 2.9 Quadrifoglio Quadrifoglio
Grundpreis89.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4702 x 1955 x 1681 mm
KofferraumvolumenVDA525 bis 1600 l
Hubraum / Motor2891 cm³ / 6-Zylinder
Leistung375 kW / 510 PS bei 6500 U/min
Höchstgeschwindigkeit283 km/h
Verbrauch9,0 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Neu Registrieren

Erstellen Sie ein kostenloses Profil und profitieren Sie von vielen Vorteilen

  • Zugriff auf alle technischen Daten
  • Artikel kommentieren
  • Teilnahme an Gewinnspielen
  • Schneller PDFs kaufen
  • 360° Ansichten von Autos
  • Exklusives PDF-Bonus-Programm
Kostenlos anmelden
Login mit Ihrem Profil
    Anzeige
    Alfa Romeo Stelvio Alfa Romeo Stelvio ab 399 € im Monat Sixt Neuwagen: Leasing & Vario-Finanzierung Jetzt Fahrzeug konfigurieren
    Neuester Kommentar

    Zitat:
    "Wenn man ihn bergauf scheucht, schüttet er sich gern mal über 20 Liter auf 100 Kilometer in die sechs Brennkammern."

    Wie weit antitechnisch, lieber Herr Haupt, möchte sich die AMS denn vor lauter verbalem Verbiegen zugestehen zu müssen, dass der Stelvio so überaus gelungen ist, noch outen?

    Ich stelle hier einmal ein Video ein über einen Beschleunigungsvergleich des neuen KIA Stinger mit dem ebenso neuen VW Arteon:

    https://www.youtube.com/watch?v=gBijAmujAts

    Die Verbrauchsanzeige des VW Arteon - den Sie sicher nicht als überbordenden Spritsäufer bezeichnen würden - überschreitet dabei sogar die 40-ltr.-Marke!

    Die Aussage aus dem Stelvio-Fahrbericht kehrt sich damit ins Gegenteil um, nämlich so gesehen wäre der sehr viel leistungsschwächere Arteon ein Säufer und der Stelvio ein Verbrauchswunder ! ;-)

    Womit klar sein dürfte, dass solche technikabständigen Nullaussagen nur zur Diskreditierung des Stelvio beitragen sollen, weil sonst kaum etwas zu kritisieren ist.

    Unterlassen Sie solchen Unsinn zukünftig, ansonsten fällt es schwer die AMS als Fachblatt noch ernstnehmen zu können und das wäre doch fatal!

    Letztlich spielen solche Verbrauchspeaks beim vollen Beschleunigen in Bezug auf den Gesamtverbrauch überhaupt kene Rolle, da diese auf der Zeitachse nur als extrem schmaler Peak erkennbar sind, aber das wissen Sie natürlich, es macht Ihre Aussage aber dadurch nicht seriöser, ganz im Gegenteil.

    Mmanetto-X 10. Dezember 2017, 09:48 Uhr
    Neues Heft
    Neues Heft, auto motor und sport, Ausgabe 26/27017
    Heft 26 / 2017 7. Dezember 2017 182 Seiten Heftinhalt anzeigen Jetzt für 3,90 € kaufen Artikel einzeln kaufen
    Gebrauchtwagen Angebote