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Lightweight BMW M2 CSR Fahrbericht (2017)

Tuning formt den Weltmeister im Fliegengewicht

Lightweight BMW M2 CSR Fahrbericht Tuning 2017 Foto: Dino Eisele 32 Bilder

Ein BMW M2 ist ja eine nette Spaß-Fahrmaschine. Der M2 CSR von Tuner Lightweight ist aber eine Rakete aus Carbon und wir sind damit durchgestartet. Fahrbericht.

22.07.2017 Patrick Lang 8 Kommentare Powered by

Daumen drücken. Hoffen, und ein Stoßgebet zu den Wetter-Göttern schicken: „Bitte lasst die Sonne scheinen. Nur kein Regen!“ Nicht, dass wir heute besonders dringend an unserer Sommer-Bräune arbeiten müssten; und doch geht es um etwas, das zumindest sonnenähnliche Hitze verströmt: Den Lightweight BMW M2 CSR. Wer jetzt recherchiert, der wird herausfinden, dass CSR im BMW-Konzern-Sprech für „Corporate Social Responsibility“ steht und damit ein Programm zum Thema Nachhaltigkeit beschreibt. Bevor jetzt kollektiv die Hefte zugeschlagen werden – Nachhaltigkeit wird auf den folgenden Seiten eine untergeordnete Rolle spielen. Versprochen. Wir beschäftigen uns vielmehr mit Leistungssteigerung, Gewichtsreduktion und Handwerkskunst. Denn in diesem Fall steht CSR für „Carbon Sport Race“.

Lightweight BMW M2 CSR Fahrbericht Tuning 2017 Foto: Dino Eisele
Da lauert er schon, der M2 CSR. Daneben steht das Vorbild und für viele der M3 schlechthin: Ein E46 M3 CSL, der ebenfalls von Lightweight optimiert wurde.

Die erste Begegnung mit dem Werk von Tuner Marc Müller inszeniert sich selbst wie ein Theaterstück. Vorhang auf (hier: ein Garagentor), Licht an und da steht das Carbon-Monster. Böse lugt es nach draußen, als wollte es dich direkt mit Haut und Haaren fressen. Glücklicherweise wissen wir aber, dass auf dem heutigen Speiseplan mehrheitlich Kurven stehen. Ein angenehmer Grusel bleibt. Kuschelig in Heizdeckchen eingepackt warten die Räder auf den Asphaltkontakt. Deshalb haben wir übrigens auch für trockene Straßen gebetet. Der Lightweight M2 steht auf Michelin Pilot Sport Cup 1-Reifen (265/35-19 und 295/30-19). Nässe haben die ja nicht so gern, aber noch sieht das Wetter ganz stabil aus. Um die Gefahr mal anhand von Zahlen zu illustrieren: Der Lightweight-Renner arbeitet mit einer leistungsgesteigerten M4 GTS-Maschine und wuchtet 598 PS und 737 Nm Drehmoment auf die Hinterräder. Auf nasser Fahrbahn würden die entsprechend vergeblich um Traktion scharren.

Erst getunt, dann gedrosselt

Dem S55-Aggregat verpasst Marc Müller neue Turbolader, ein verbessertes Ansaugsystem und einen angepassten Abgasstrang mit Downpipes und 200-Zellen-Katalysator. „Wir sind da eigentlich bei 621 PS und 767 Newtonmeter rausgekommen. Allerdings mussten wir ein wenig Leistung zu Gunsten der Fahrbarkeit opfern. Wegen des im Vergleich zum M4 GTS kürzeren Radstands kannst du so am Limit nicht mehr vernünftig agieren“, verrät er. Na das macht ja Mut.

Lightweight BMW M2 CSR Fahrbericht Tuning 2017 Foto: Dino Eisele
Diese Türen muss man erlebt haben - ein Hauch von Nichts, gefertigt aus Carbon und mit Makrolon-Scheiben versehen. Der Titankäfig lässt sich optional bis nach vorne ziehen und fügt sich dann in die Einbuchtungen der Verkleidung.

Die erste echte Berührung mit dem Auto hat man üblicherweise ja an der Tür. So auch hier, und schon die ist krass. Komplett aus Carbon und versehen mit Makrolon-Scheiben wiegt sie quasi nichts. Das Zuschlagen fühlt sich an, als wollte man einen Ping Pong-Ball ins Cockpit werfen. Insgesamt 200 Kilo soll der M2 CSR dank strikter Kohlefaser-Diät abgespeckt haben. Wie das? Nun ja, schon im Supertest des M2 (Ausgabe 05/2016) bemängelt Kollege Christian Gebhard beispielsweise das fehlende Carbondach. Der Tuning-M2 hat so eins und das allein spart bereits 6,5 Kilo. Außerdem aus Carbon gefertigt: Heckflügel und -diffusor, Kofferraumdeckel, Frontspoiler, Motorhaube, Sitze, Mittelkonsole, Ablage hinten und die Fußraumwannen. Dämmung? Wo denkst du hin. Der Käfig besteht aus Titan, ebenso die Abgasanlage. Die eloxierten Felgen sparen gegenüber einer Lackierung ein ganzes Kilo pro Rad, als rotierende Masse im Fahrbetrieb sinkt das Gewicht weiter um den Faktor vier. „Für die finale Ausbaustufe werden wir noch die vorderen Kotflügel in Carbon verwandeln und die hinteren drei Glasscheiben ebenfalls durch den Kunststoff Makrolon ersetzen“, verspricht der Tuner falls jetzt jemand meint, es ginge nicht noch extremer.

Leistungsgewicht wie bei Pagani und Ferrari

Lightweight BMW M2 CSR Fahrbericht Tuning 2017
Tuning formt den Weltmeister im Fliegengewicht 2:44 Min.

Apropos extrem: Beim Anlassen des M2 CSR wirkt die Garage wie ein riesiger Resonanzkörper. Das Trommelfell schwingt wie eine Bassmembran zum Dröhnen der Abgasanlage aus eigener Fertigung. Ein Geheimniskrämer ist das Auto jedenfalls nicht. Ab auf die Straße und im gemäßigten Tempo zur ersten Foto-Location. Ein langsames Herantasten ist durchaus sinnvoll, erst auf dem Asphalt spürt man, wie leicht dieser Carbon-BMW wirklich ist. 1.370 Kilo Leergewicht – macht 2,3 Kilo pro PS (Serie: 4,2 Kg/PS). In dieser Region bewegen sich sonst Kollegen wie Pagani Zonda F, Ferrari F12 Berlinetta oder der Porsche 911 GT2 RS (997). Adrenalin-euphorisiert biegen wir auf den leeren Parkplatz einer Spedition und dort verlässt uns das Glück. Ein Wolkenbruch im Hollywood-Format stellt uns knöcheltief ins Wasser. Die nun folgenden Kilometer auf der Straße sind harte Arbeit. Das Bilstein Clubsport-Fahrwerk und die enorm direkte Lenkung zwingen den Lightweight bei Unebenheiten zu Schlangenlinien. Dazu einmal zu zackig den rechten Fuß gesenkt und auch das Drexler-Sperrdifferenzial kann nicht mehr helfen. „Bei Nässe hast du mit dieser Leistung und diesen Reifen so schnell einen Haftungsabriss, da bist du machtlos“, hat Marc Müller bereits im Vorfeld gewarnt. Und so rennen die Schweißperlen auf der Stirn mit den Wassertropfen auf der Scheibe um die Wette. Aufgeben ist trotzdem keine Option. Tuner und Tourguide in einem, führt uns Marc zu einer schmalen gewundenen Straße mit bestem Belag. Und zum ersten Mal im Leben feiern wir die schwüle Witterung, denn der Regenguss verdunstet allmählich.

Lightweight BMW M2 CSR Fahrbericht Tuning 2017 Foto: Dino Eisele
Auf nassen Straßen kein leichter Sparringspartner. Man mag sich kaum vorstellen, dass bis zu 328 km/h tatsächlich möglich wären.

Gleichzeitig festigt sich die Beziehung zum M2 CSR. So präzise lassen sich Kurven selten zersäbeln. Noch fehlt es ein wenig an Traktion, aber es wird besser. Nächste Windung, runterschalten. Ein wütendes Zischen quittiert den Zug am Paddel, als wollte der Lightweight BMW fluchen: „Was, nur ein Gang runter, du Memme?“ Na dann noch einer. Rrruuussshh. Wüsste man nicht, dass man eine doppelt aufgeladene Maschine unter dem Hintern hat, man wähnte sich in einem Sauger. So zielstrebig dreht der getunte M2 bis in die 7.000er. Schaltzeiten, Vortrieb, Sound und Straßenlage vermengen sich zu einer Ode an die motorisierte Fortbewegung. Fordern und gefordert werden heißt es hinter diesem Steuer. Und das macht Laune. Besagtes Steuer prangt hier übrigens in einem M4 GTS-Cockpit. Warum das? Weil sich damit wie im großen Performance-Bruder per M-Drive-Belegung die Schaltgeschwindigkeit, ESP und Lenkung individuell einstellen und abspeichern lassen. Außerdem endet der M2-Tacho bei 300 Km/h – der CSR aber nicht. Der sprintet bis auf 328 Sachen.

BMW M2 Coupé SupertestWieder ein echter M?

In harter Währung ausgedrückt, liegen diese herrlichen Spielereien für große Jungs bei rund 170.000 Euro inklusive Basis-Fahrzeug, Teile und Montage. Den Lightweight M2 CSR gibt es als Komplettumbau, aber auch die Einzelteile lassen sich je nach Bedarf an einem Serien-M2 anbringen. Fünf bis sieben Stück will Marc Müller bauen, aber er hat noch mehr in petto: „Im Spätjahr kommt ein neues Auto auf der gleichen Basis, an dem wir bereits bauen. Und sie wird ‚Hillary‘ heißen, nachdem der hier ja eindeutig ein Kerl ist.“ Wir spekulieren jetzt einfach mal auf eine Spider-Variante, weil das bei Sportwagen ja immer eine beliebte Weiterentwicklung ist.

Fazit

Eine Erkenntnis übertönt selbst die geöffneten Klappen: Das wirkliche Terrain des straßenzugelassenen Fliegengewichts ist die Rennstrecke. Für öffentliche Strecken ist der Lightweight BMW M2 CSR schlicht ein zu extremer Sparringspartner, um entspanntes Fahren zu ermöglichen. Bei einigen Teilen, wie etwa der Heckklappe, ist angesichts der Spaltmaße noch etwas Feintuning nötig. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Der CSR ist Extremsportler und Kunstwerk gleichermaßen.

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Neuester Kommentar

@ ExigeE265 :
man kann sich ewig über genaue bezeichnungen streiten, oder aber, wenn man objektiv sein will (ja, wollen würde...), setzt man die aussagen in relation, in dem kontext, anstatt sie absolut zu nehmen.
wenn man von rennwagen redet, oder einen Elemental als vergleich zieht, natürlich ist dieser M2 im vergleich immer noch ein moppeliger serienwagen, nur, hier geht es ja eben nicht um renn- oder sportwagen, sondern um ein serienwagen und dessen tuning, das ist eine ganz andere geschichte.
also, für einen M2 mit strassenzulassung ist dieser LW CSR doch ein extremsportler.
200 kg gewichtsersparnis sind extrem, auch wenn eine Elise weitere 300 kg weniger wiegt.
was wollen Sie mit türen und airbags? an den türen (und nicht nur dort...) ist so viel gewicht wie möglich eingespart worden, mehr kann man hier nicht machen (das nennt sich extrem), und ein airbag ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber für ein auto mit strassenzulassung doch ziemlich angebracht.
und ihn weg zu lassen hätte auch den braten nicht fett gemacht.
natürlich ist das leistungsgewicht nicht alles, aber doch immer noch einer der wichtigsten zutaten in hinblick auf sportliches fahrverhalten, das gilt hier auch, auch wenn's Ihnen nicht genug ist, das leistungsgewicht von ein sportwagen ist in ein kompakter doch extrem, die zahlen sind noch dramatischer, von 4.2 auf 2.3 kg/ps sind es welten, und die 200 kg weniger sind auch absolut gesehen wirklich nicht wenig.
nur Sie können glauben dass dies keine signifikante vorteile (im vergleich zu einen serien-M2, nicht zu einen Elemental) bei der kurvenfahrt (ja, auch auf der rennstrecke) bringt.
und es ist nicht so dass fahrwerk und räder unangetastet geblieben wären, auch wenn dies nicht durch hochrangige Formel 1 ingenieure erfolgte.
was den abtrieb betrifft, an flügelsalat fehlt es diesen M2 nicht wirklich, eine weitere tieferlegung wäre kaum möglich gewesen, hätte man Ihre meinung nach die ganze karosse als LMP-geschoss nachzeichnen sollen?
dann wäre es eine neukonstruktion gewesen, hier geht es aber immer noch um tuning.
insofern, und damit komme ich auf meine eingangsaussage zurück, für einen getunten, strassenzugelassenen kompakten ist dieser LW CSR ein extremsportler, und immer noch kein Elemental, das wäre weder gewünscht, noch möglich gewesen.
aus einen M2 wird man nie einen radikalen sportwagen machen können, aber rennen werden sogar mit LKWs gefahren, und dieser CSR ist ungefähr das mögliche an renntauglichkeit, was einen strassenzugelassenen M2 erlaubt, nicht mehr aber auch nicht weniger.

naja... 2. Oktober 2017, 11:22 Uhr
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