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McLaren 570S Spider im Fahrbericht

Agil, schnell - dieses Cabrio bleibt ein Sportwagen

McLaren 570S Spider Foto: McLaren 35 Bilder

McLaren hat den 570S zum Spider umgebaut und jetzt raten Sie mal, was das Beste daran ist. Das kleine Zusatzkofferräumchen unter der Verdeckabdeckung, vielleicht? Wir verraten es Ihnen – und natürlich auch, warum das so ist.

25.07.2017 Stefan Helmreich 1 Kommentar

Innenraum

Traktion

Lenkung

Ist die zerberosige Klangkulisse, die jetzt mitsamt des Fahrtwinds über einen hereinbrechen kann, das Beste am neuen McLaren 570S Spider? Oder die neue Lackfarbe sicilian-yellow, die so zitronenlimonadig glitzert, wenn die Sonne darauf scheint? Nö, nichts davon. Das Beste an der ersten Cabrio-Version der Sports-Series ist wirklich die Tatsache, dass man abgesehen vom Windgewuschel im Haupthaar nicht merkt, dass sie ein Cabrio ist. Der enorme Schub, das porentiefe Fahrgefühl, das spitzbübische Handling – alles bleibt genau wie man es vom Coupé kennt. Und das ist so ziemlich das größte Kompliment, das man einem offenen Sportwagen machen kann.

Extrem steifes Karbon-Monocoque

Sein Geheimnis liegt vor allem in der Materialstruktur. Zum einen fällt das CfK-Monocoque von Haus aus bereits so steif aus, dass die Karosserie nicht nachverstärkt werden musste und sich auch im offenen Zustand schlicht weigert zu verwinden. Zum anderen sind die 46 Zusatz-Kilo, die ihm das Verbundstoff-Hardtop aufbürdet, zu gering um den 570 PS starken 3,8-Liter-V8-Biturbo und das energisch abgestimmte Fahrwerk in den fahrdynamischen Möglichkeiten einzuschränken. In Zahlen: Null-Hundert schnupft der Mac nach wie vor in 3,2 Sekunden weg, die Topspeed hält sich bei ausgesprochen wackeren 328 km/h.

Offenes Dach gibt ein bisschen Abzug in der Höchstgeschwindigkeit

McLaren 570S Spider Foto: McLaren
"Bei jedem anderen offenen Sportwagen fühlt man Handlingunterschiede zu den jeweiligen Coupé-Versionen unmittelbar – vor allem in Gestalt der reduzierten Steifigkeit. Der 570S hingegen büßt als Spider nichts, aber auch wirklich gar nichts von seiner akkuraten, fahrbahnkontaktfreudigen Auslegung ein.", so Redakteur Stefan Helmreich über den neuen McLaren 570S Spider.

Also rein da. Der Schweller verläuft zwar flacher als bei den frühen McLaren-Modellen, Hüftgelenkigkeit schadet aber trotzdem nicht. Drinnen geht‘s minimalistisch zu. Keinerlei Krimskrams, nur ein Instrumenten-TFT, der Hochformat-Touch-Screen, eine Knopfleiste fürs Doppelkupplungsgetriebe und zwei Dreistufen-Regler, mit denen sich Adaptivfahrwerk und Antriebscharakteristik anpassen lassen. Die optionalen Performance-Sitze liegen eng an, übertreiben es aber nicht mit der Kuscheligkeit. Passt nicht zu einem Cabrio? Oh doch, hier schon! Per Kippschalter klappt das Dach zurück. Der Striptease dauert 15 Sekunden, funktioniert bis Tacho 40 und kostet – was ein Jammer – 13 km/h Höchstgeschwindigkeit. Nett: Wie die Spyder-Versionen von Audi R8 und Lamborghini Huracán verfügt der 570S über ein gläsernes Windschott, das sich auch bei geschlossenem Verdeck versenken lässt – als Frischluftluke oder Klangverstärker, ganz wie es beliebt.

McLaren 570S Spider
So fährt und driftet der McLaren 570S Spider 1:42 Min.

Warum es schon 3.000/min sein müssen – mindestens

Aber auf jetzt. Bis knapp 3.000/min reagiert der Mittelmotor etwas stoffelig, darüber jedoch fegt der Ladedruck in Orkanstärke mitsamt der rund 1.500 Kilo hinweg. 600 Nm sind maximal unterwegs, dazu schlürft, röchelt, röhrt und rabatzelt es aus der Abgasanlage. Erster Gedanke dabei: Gleich reißt der Dampfhammer die Haftung der Hinterachse ab. Doch Pustekuchen. Obwohl der 570S auf ein klassisches Sperrdifferenzial verzichtet, aus Gewichtsgründen, logisch, seine Traktion stattdessen elektronisch kontrolliert, lassen sich die Hinterräder nur mit Mutwillen losreißen.

6 offene Sportwagen im VergleichKopfkino mit 3.477 PS

Wie beim Coupé: Keramikscheiben sind Serie

Noch beeindruckender ist nur die Lenkung. Sie arbeitet hydraulisch nach alter Väter Sitte, lässt dich die Profilblöcke bis in die Fingerspitzen fühlen und verbindet einen dadurch inniger mit der Fahrbahn als jeder Porsche, Lambo oder Ferrari derzeit. Kurzum: Das hier ist nicht das Cabrio um irgendwelchen Sonnenuntergängen entgegenzuschmachten, sondern nach wie vor ein reines Fahrspaßprojektil, das nur um eine weitere Facette bereichert wurde. Ablesbar auch daran, dass die massive Keramikbremsanlage wie im Coupé wie zur Serienausstattung gehört.

Fazit

Bei jedem anderen offenen Sportwagen fühlt man Handlingunterschiede zu den jeweiligen Coupé-Versionen unmittelbar – vor allem in Gestalt der reduzierten Steifigkeit. Der 570S hingegen büßt als Spider nichts, aber auch wirklich gar nichts von seiner akkuraten, fahrbahnkontaktfreudigen Auslegung ein. Highlight war, ist und bleibt dabei seine Lenkung. Sie vereint die Präzision eines Skalpells mit Handfestigkeit und ungefilterter Rückmeldung. Brillant!

Technische Daten
McLaren 570 S Spider
Grundpreis208.975 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4530 x 1930 x 1202 mm
KofferraumvolumenVDA150 l
Hubraum / Motor3799 cm³ / 8-Zylinder
Leistung419 kW / 570 PS bei 7500 U/min
Höchstgeschwindigkeit328 km/h
Verbrauch10,7 l/100 km
TestverbrauchSuper Plus
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    Ist es zu viel verlangt, wenn man sich als Leser einen fehlerfreien Artikel wünscht? Oder ist es heutzutage normal, dass Journalisten im orthographischen und grammatikalischen Freestyle - Modus unterwegs sind? Ein Auszug:

    "Bei offenen Dach..." / "...Handlingeigenschaften – alles alles ist genauso wie beim Coupé..." / "Stefan helmreich über den 570 S"

    Die randomisierte Kommasetzung sei nur erwähnt...

    Fellfrosch 27. Juli 2017, 07:54 Uhr
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