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Mercedes E 300 Cabriolet im Fahrbericht

Wie schlägt sich das komfortable Reise-Cabrio?

Mercedes E300 Cabriolet, Front Foto: Dieter Rebmann 22 Bilder

Das neue Cabriolet ist nun wieder ein echter E. Mit feinem Stoffverdeck, viel Platz im Innenraum und komfortablem Fahrwerk ist er wie geschaffen für größere und kleine Sommerreisen. Wir sind das Mercedes E 300 Cabriolet gefahren.

16.08.2017 Heinrich Lingner 11 Kommentare

Man erblickt, soll Geheimrat Goethe einmal während einer Abendgesellschaft gesagt haben, nur, was man weiß und versteht. Womöglich habe ich das hier bereits zitiert, weil es schön ist und sich immer wieder bewahrheitet.

Mercedes E300 Cabriolet, Außenansicht Foto: Dieter Rebmann
Das neue Mercedes E-Klasse Cabrio basiert nun nicht mehr auf der C-Klasse wie der Vorgänger, sondern auf der gleichnamigen Limousine. Das sorgt für mehr Außenlänge, aber auch für mehr Platz.

Auf der Passhöhe des Kleinen Sankt Bernhard etwa, wo ein paar Steine die Grenze zwischen Frankreich und Italien sowie jene zwischen Isère- und Aostatal markieren. Keine gewöhnlichen Steine, sondern Reste eines neolithischen Steinkreises, der zeigt, dass dieser Pass seit Jahrtausenden zur Alpenüberquerung genutzt wurde. Wüsste man es nicht, huschte der Mercedes E 300 vorbei nach Osten, die Scheiben versenkt, die Thermotronic-Klima auf „diffus“ gedreht und die Sitzkühlung auf Stufe zwei.

Vorn säuselt dann nur ein leiser Wind am Scheibenrahmen vorbei ins Interieur, der duftet nach moosigen Alpenwiesen und ein wenig nach den Kühen, die im Sommer hier oben wohnen. Der Innenraum ließe sich bei Bedarf mit der neuen Note „Daybreak Mood“ beduften (Air-Balance-Paket, 399 Euro), eine der wenigen Annehmlichkeiten des neuen E Cabrio, auf welche wir während dieser Ausfahrt vollständig verzichten.

Denn dieser Mercedes hat vieles andere zu bieten, was es zu beachten gilt. Etwa den Designo-Farbton Hyazinthrot Metallic, der sich nicht nur wohltuend vom Grau-Schwarz-Silber-Einerlei der allermeisten Premium-Autos absetzt, sondern auch noch je nach Lichteinfall und Tageszeit zwischen hellem Leuchten und dunklem Glühen changiert. Sie könnten die 1.464 Euro Aufpreis für Lack sehr viel sinnfreier ausgeben.

Kein billiges Cabrio

Nicht zu viel sollten man bei einem noblen Cabrio bekanntlich beim Motor sparen. Hier ist der E 300 ein guter Kompromiss, denn der 10.000 Euro teurere E 400 4Matic bietet nicht so viel mehr, wohingegen der E 200 zwar 6.000 Euro billiger ist als der 300, doch 61 PS weniger hat. Und einen Selbstzünder im Cabriolet (E 220 d, 56.049 Euro) will nicht jeder haben. Der E 300 also, da mag freilich die Magie dieser Zahl bei Mercedes eine Rolle spielen, ist die richtige Wahl. Er kostet ab 60.214 Euro, ist mithin knapp 5.500 Euro teurer als der E 300 als Coupé.

Das Cabrio kommt serienmäßig mit Neunstufenautomatik, sie gefällt hier mit ebenso schnellen wie weichen Schaltmanövern, den Griff zu den Paddeln kann man sich selbst bei flotterer Passfahrt eigentlich schenken. Dabei hängt der 245 PS starke Zweiliter-Vierzylinder ordentlich am Gas, überschäumendes Temperament passte ohnehin nicht gut in dieses Auto. Und immerhin ist ja erwähnenswert, dass er mit 6,6 Sekunden von null auf hundert sowie einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h seinem berühmten Vorfahren 300 SL Roadster W 198 gnadenlos davonführe. Dass er kein Sechszylinder ist, verbirgt der Zweiliter aus der Familie M 274 sehr geschickt, läuft leise und geschmeidig, nur bei hoher Last trompetet er etwas aus dem Auspuff. Selbst das fügt sich gut ins gepflegte Mercedes-Ambiente.

Mercedes E300 Cabriolet, Interieur Foto: Dieter Rebmann
Die Ausstattungsliste wird bei diesem Auto sehr schnell sehr lang. Nahezu alle erdenkbaren Komfortextras können bestellt werden.

Zum Wohlgefühl der Insassen trägt ebenso das Mobiliar bei, im Falle des Testwagens die optionalen Multikontursitze samt Heizung und, wie erwähnt, Belüftung. All das gibt es natürlich nicht aufpreisfrei, die Spezialsitze kosten 1.130 Euro, plus 1.309 Euro für die Klimatisierung und 429 für die Heizung. Immerhin die könnte bei einem Cabrio der 60.000-Euro-Klasse in unseren Breiten serienmäßig an Bord sein, denkt man da.

Serienmäßig sind dagegen die klappbaren Lehnen im Fond sowie die Isofix-Befestigungen, falls das E Cabrio mal nicht von Dinkies gekauft wird. In solchen Fällen empfiehlt sich das Wärme-Komfort-Paket vorn und hinten, das sowohl die Sitze hinten als auch die Armauflagen in Türen und Mittelkonsole mitwärmt. Kostet 1.368 Euro, ausprobiert haben wir es bei fast 30 Grad in 2.188 Metern Höhe nicht.

Dabei sitzt man in diesem Cabrio gern hinten. Zehn Zentimeter mehr Beinfreiheit soll es da geben, dazu ein paar Millimeter mehr Innenbreite im Vergleich zum Vorgänger. Der Fond ist dennoch nur bei geöffnetem Verdeck würdevoll betretbar. Sind Dach und Frontsitze im Weg, artet der Zustieg in eine meist unschöne Kletterei aus. Platz gibt es reichlich, nur herausschauen kann man nicht so gut. Geschenkt, mehr Spaß macht das mit versenktem Dach.

Komfort für die Fondpassagiere

Mercedes ist ja auch Mercedes, weil sie dort für solche Fälle, in denen hinten im offenen Cabrio tatsächlich Leute sitzen, eine Vorrichtung erfinden, die diese Insassen vor übermäßigem Luftzug schützt. Die Erfindung heißt Aircap, kostet 821 Euro und wurde bereits beim Vorgänger A 207 eingeführt. Sie sitzt am oberen Scheibenrahmen, sieht in ausgefahrenem Zustand nicht besonders hübsch aus, schafft es jedoch tatsächlich zusammen mit dem gleichzeitig ausfahrenden Windschott zwischen den hinteren Kopfstützen, die Luftwirbel im Fond merklich zu beruhigen.

Weiterer Ausstattungstipp am Rande: Das Cabrio-Komfort-Paket für 1.368 Euro kombiniert Aircap und die Kopfraumheizung Airscarf sowie eine vollautomatische Restkofferraum-Abtrennung. Apropos Kofferraum: Der fasst nichtrestabgetrennt 385 Liter, bei weggeklapptem Verdeck sind es immer noch 310 Liter. Das ist sehr reisetauglich, sogar für vier.

Nun haben wir vor lauter Erzählen glatt das Fahren vergessen. Aircap und Windschott machen sich in der ersten Reihe nicht so nachhaltig bemerkbar, da ist der Luftstrom allerdings über die vier Scheiben gut dosierbar. Die können mit einem einfachen Knopfdruck auf der Bedieninsel, die im Übrigen tatsächlich so heißt und ebenfalls beim Vorgängermodell eingeführt wurde, versenkt werden.

Mercedes E300 Cabriolet, Motor Foto: Dieter Rebmann
Das im 300er nur ein Vierzylinder steckt merkt man selten.

Auf dieser Passfahrt bleiben sie unten, die Szenerie verändert sich, es gibt ständig was Neues zu sehen: die hübschen Häuser in Bourg-Saint-Maurice, einen talwärts fahrenden International-Harvester-Trecker, dessen Mähbalken zum Ausweichen zwingt, und die Kehren bis zur ebenso sonnigen wie einsamen Passhöhe.

Oberhalb der Baumgrenze erinnern das satte Grün der Wiesen und das späte Abendlicht ein wenig an die schottischen Highlands, Schmelzwasser rinnsalt über die Straße, und oben am Pass macht sich Bernhard von Menthon auf einer Monolithsäule wichtig. Er gründete im 11. Jahrhundert die Hospize auf beiden Bernhardspässen und mischte sich ansonsten in den Investiturstreit zwischen Papst Gregor und Kaiser Heinrich ein, aber das ist eine andere Geschichte. Zu römischen Zeiten soll eine Jupiter-Statue auf der Säule gestanden haben, weshalb der Pass in den lokalen Mundarten des Franko-Provenzalischen Mont-Joux heißt.

Gebaut zum Reisen

Auf der anderen Seite, im Aostatal, ist Italien, obwohl die Orte französisch klingende Namen tragen. Jedenfalls ist man hier gerade dabei, den Straßenbelag zu erneuern. Das wäre gar nicht nötig gewesen, der Mercedes ist auf der französischen Seite sehr souverän über die nicht immer topfebene Passstraße gebügelt – gleichwohl die optionalen 20-Zöller (ab 3.213 Euro) dem Abrollkomfort ein etwas herbes Timbre verleihen. Samtpfötig gleitet das Cabrio ins Tal, der Dynamic-Select-Schalter steht auf „Comfort“. Von links schiebt sich das Montblanc-Massiv ins Bild. Durch den Tunnel trennen uns nur 11,6 Kilometer und 45 Euro Maut von Frankreich. Dabei könnte in diesem Cabrio die Reise nach Italien gern ein wenig weiter gehen.

Fazit

Toller Federungskomfort, super Sitze, variabler Windschutz, üppiges Raumangebot und ordentlicher Kofferraum – das neue E-Klasse Cabriolet ist ein feiner Mercedes. Kein ganz billiger allerdings. Mit vielen Feinheiten des Testwagens ausgestattet, kostet so ein Cabrio deutlich mehr als 80.000 Euro. Andererseits: Zu diesem Mercedes gibt es keine echte Konkurrenz, ein viersitziges Cabrio hat in dieser Preisklasse kein anderer Premium-Anbieter auch das ist ja was wert.

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Neuester Kommentar

"Sehr passend fuer die Vorstellung eines so wichtigen Fahrzeuges."

Und was genau an diesem Wagen ist jetzt so wichtig? Ich wüsste es gerne, helfen sie mir.

930.engineering 19. September 2017, 22:44 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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