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Mercedes R-Klasse

R-Regung

Foto: Hans-Dieter Seufert 13 Bilder

Mit der neuen R-Klasse will Mercedes mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie hat sechs Sitze wie ein Van, Allradantrieb wie die M-Klasse und soll sich fahren wie eine sportliche Limousine. Ein Wunder auf Rädern?

11.08.2005

Angenommen, man findet Geländewagen (modern: SUV) mit ihrem Outdoor-Image unpassend, zu provokativ. Ein normaler Kombi ist zu langweilig, die Vans, auch MPV, zu sehr Familienkutsche – was nehmen?

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Berechtigte Frage, denn zumindest in den höheren Sphären des Auto-Universums reduzierte sich das Angebot an Alternativen bisher auf Null. Entsprechende Großraumautos mit Premiumstempel mussten erst erfunden werden. Nun meldet Mercedes Vollzug: Die neue R-Klasse stößt zielgenau in die vakante Nische zwischen SUV und MPV – nicht Macho, nicht Mutti, aber mit Allradantrieb und mit bis zu sechs Sitzplätzen.

Zur speziellen Mischung gehört auch ein entsprechendes Styling. Fließende Linien sind angesagt, das R-Modell gleicht einer Riesen-B-Klasse. Riesig fürwahr. In den Dimensionen nähert sich das Multitalent, das obendrein auch noch „dynamischen Fahrspaß“ (Werbetext) bieten soll, einem Vergnügungsdampfer.

Mit 5,16 Meter Länge reicht das Auto fast an eine S-Klasse in Langversion heran, ist aber 18 Zentimeter höher und fünf Zentimeter breiter. Wer nicht so viel Zeit für die Parkplatzsuche aufbringen kann, braucht indessen nicht zu verzagen. In Europa wird es den Sechssitzer auch in einer um 23,5 Zentimeter verkürzten Variante geben (ab Anfang 2006).

Zunächst aber hat der amerikanische Markt Vorrang, weshalb es sich bei der hier gezeigten Ausführung auch um die US-Version handelt. Dabei sind die Unterschiede zum Euro-R keineswegs nur oberflächlicher Natur: Da der Amerikaner dazu tendiert, lange Strecken gemächlich geradeaus zu fahren, bekommt er ein weicher abgestimmtes Fahrwerk mit indirekterer Lenkung und andere Reifen.

Bezüglich seiner Herkunft ist freilich auch das Europa-Modell ein Amerikaner. Gebaut wird die R-Klasse im Mercedes-Werk in Tuscaloosa, wo sie sich das Band mit der M-Klasse teilt. Entsprechend groß ist die technische Verwandtschaft. M und R verfügen über das gleiche Fahrwerk, den gleichen Antriebsstrang und mithin den gleichen Allradantrieb.

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