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VW Passat Variant G60 Syncro vs. Passat VR 6

Die Topmodelle der Baureihe 35i im Vergleich

VW Passat Variant G60 Syncro & Passat VR 6 Foto: Hans-Dieter Seufert 26 Bilder

Die beiden Topmodelle der Baureihe 35i machen aus dem bürgerlichen Verbrauchs-Auto eine erhaltenswerte Rarität. Wir geben Entscheidungshilfe.

22.11.2017 Patrick Broich 4 Kommentare Powered by

Zwei Passat-Modelle der Baureihe 35i im Youngtimer-Vergleich, wie bitte? Der eine oder andere Leser wird den schlichten Praktiker, von dem fast eine Million Exemplare als Variant und etwa 600.000 als fragwürdig schön gezeichnete Limousine von den Emdener Bändern liefen, womöglich eher in die Kategorie „Wegwerfautos, auf Nimmerwiedersehen“ stecken.

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Youngtimer VW Passat Variant G60 Syncro & Passat VR 6
Motor Klassik 06/2015
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VW Passat Variant G60 Syncro & Passat VR 6 Foto: Hans-Dieter Seufert
Langweilig? Das mag in gewisser weise auf die Passat-Baureihe 35i zutreffen, aber nicht auf die zwei Vertreter.

Doch Massenautos, die selten werden, haben einen unbestreitbaren Charme. Und man muss die Autos dann sichern, wenn noch welche in gutem Zustand existieren. Zugegeben, den zwischen 1988 und 1993 angebotenen Passat sieht man anno 2015 noch häufig im Straßenbild – meist als schäbige Verbrauchtausgabe mit hängendem Auspuff, leider. Auch die Bastelkönige haben schon kräftig gewütet an der 35i-Front. Immerhin, die Wolfsburger Mittelklasse ist zäh und hat sich bis in die heutige Zeit wacker geschlagen.

Ein 35i-Vergleich mutet auf den ersten Blick nur bedingt spannend an, da reicht die 1,8-Liter-Sparausführung mit 90 PS kaum, um einen Auto-Fan hinter dem Ofen hervorzulocken. Auch der 75 PS starke Turbodiesel ist nicht unbedingt Quell heller Freude. Beim Durchforsten des Modellangebots entdeckt man aber schließlich doch noch Highlights mit Appetitanreger-Potenzial.

Aufgepasst beim Motor

Richten wir den Blick also auf die Topmodelle. Als da wäre zunächst (allerdings erst zwei Jahre nach dem Start der Baureihe eingeführt): der G60 mit damals ansehnlichen 160 PS. Hätten lediglich Zahlen entschieden, der G60 wäre ein ernst zu nehmender Konkurrent des 190 E 2.6 gewesen – nur viel praktischer als Variant. Oder gar ein Wettbewerber des nur wenig stärkeren 325i mit 170 PS. Doch die Zielgruppen dürften nicht sonderlich viel miteinander zu tun gehabt haben – und war der Anspruch, ein beachtliches Auto zu bauen, auch bei Volkswagen ohne Zweifel vorhanden, in Sachen Prestige konnte Mercedes seine Wolfsburger Kollegen damals locker überrollen. Was ist nach langen 25 Jahren übrig von Volkswagens Zielsetzung, ein bisschen Luxus in die bürgerliche Klasse zu bringen? Als Basis für den G60 dient am Ende des Tages freilich nur der schnöde Einspunktacht-Vierzylinder, dessen Code EA827 kaum aufregender klingt, als es das Triebwerk selbst ist. Doch aufgewertet mit einem G-Lader zwecks mechanischer Aufladung macht die Maschine Laune, deren Audi-Ursprünge auf das Jahr 1972

VW Passat Variant G60 Syncro, Foto: Hans-Dieter Seufert
Der G-lader verhilft einem langweiligen 1.8er zu ansehnlicher Power.

zurückgehen. In der Praxis fährt sich der G60 ziemlich modern, er hat Biss und kann es bei entsprechendem Gasfuß auch mit einem neuzeitlichen TDI ganz gut aufnehmen, sofern es sich nicht gerade um die doppelt aufgeladene Top-Variante mit weit über 200 PS handelt. Man braucht aber ordentlich Drehzahl, um diesen Passat auf Trab zu halten. Außerdem rollt der stärkste Vierzylinder-35i ausschließlich als Syncro an, was beim Ampelsprint (vor allem bei Nässe) von hoher Bedeutung ist. Leider ist es unwahrscheinlich, dem Kombi mit dem G60-Badge zu begegnen – nicht einmal mehr 100 solcher Versionen rollen auf deutschen Straßen.

Der VR6 ist ein Sahnestück

Da dürften vom 1991 analog zum Golf III eingeführten Passat VR6 noch ein paar mehr existieren, wenngleich der Dachreling-Topliner auch nicht an jeder Straßenecke anzutreffen ist.

Ihn lieferte Volkswagen zunächst nur als Fronttriebler, was zusammen mit der Mehrleistung von 14 PS für dezent mehr Druck im Kreuz sorgt. Denn er ist trotz schwererer Maschine leichter, und weniger Schleppmoment lässt den drehmomentstärkeren Motor einfach freier atmen. Doch der wirklich signifikante Unterschied ist nicht die bessere Beschleunigung, sondern der sonore Sound. Der VR6 hat das Zeug zum Nobeltransporter, er klingt teuer und kultiviert.

Wenn es für den Neuwagenkäufer auch ein Tabu gewesen sein mag, nach mehr als zwei Jahrzehnten Distanz darf man auch vom hohen Benz-Ross 190 E 2.6 ohne Gewissensbisse einen Blick auf den raren Wolfsburger wagen. Unser Testexemplar zeigt nach über 250.000 km auf dem Tacho keine nennenswerten Schwächen und fährt noch erstaunlich straff. Die fünf Gänge der oft als labberig kritisierten Seilzugschaltung rasten erstaunlich präzise ein, und 2,8 Liter Hubraum bieten die lässige Option, von der Gearbox nur selten Gebrauch zu machen. Denn der bullige Sechsender kommt mit Nachdruck aus dem Drehzahlkeller, um der Fuhre einen souveränen Kick zu geben.

Schnell, rar und nützlich

VW Passat Variant G60 Syncro & Passat VR 6 Foto: Hans-Dieter Seufert
Die beiden überzeugen nicht nur mit ihren tollen Motorisierungen, sondern Punkten wie alle anderen Passat-Modelle mit einer Menge Platz.

Darüber hinaus ist der Passat vor allem in der hier besprochenen Variant-Ausführung ein ausgewiesener Praktiker. Wer den gesamten Raum ausnutzt und die geteilte Rücksitzlehne (je nach Version damals 500 Mark Aufpreis) umlegt, kann sich über 1.700 Liter Gepäckraumvolumen freuen. Wie bei einem unserer Fotomodelle sind viele VR6-oder auch G60-Offerten auf dem Markt mit Lederpolstern ausgerüstet, was später nicht unbedingt ein Vorteil sein muss. Die Rindshaut verschleißt mit dem Alter und bietet keinen schönen Anblick, gepflegte Ledersessel bringen jedoch einen satten Luxus-Bonus.

Und sonst? In puncto Ausstattung muss sich der Eigner mit Bordcomputer, elektrischen Fensterhebern, Klimaanlage und Sitzheizung begnügen, das sind jedoch keine schlechten Voraussetzungen, um den Alltag kommod zu bestreiten. Das bei vielen VR6-Angeboten eingesetzte Automatikgetriebe ist der Performance nicht unbedingt zuträglich, bringt aber einen Komfortgewinn, auch wenn die Schaltvorgänge nicht immer weich erfolgen. Der G60 ist im Zweifel erste Wahl für das Raritätenkabinett.

Fazit

G60 oder VR6? Das ist eine wirklich schwierige Entscheidung, denn beide „Varianten“ sind souverän, schnell und bereiten mächtig Fahrspaß. Der Sechszylinder läuft aber deutlich geschmeidiger, während der G60 Syncro für den Sammler viel interessanter ist – eine echte Rarität eben.

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Neuester Kommentar

Kein Mensch der halbwegs bei Trost ist würde von einem 190 2,6 auf einen Steuerkettenfresser VR6 wechseln. Von der viel schlechteren Qualität ganz zu schweigen.

Commonrail 4. Dezember 2017, 18:03 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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