Formel 1 Fahrer

Fernando Alonso

Fernando Alonso - Porträt 2018 Foto: McLaren

Fernando Alonso ist der „Matador im Cockpit“. Der Asturier gilt als einer der schnellsten Piloten der Formel 1, was er nicht zuletzt mit seinen beiden Weltmeister-Titeln im direkten Duell mit Michael Schumacher unter Beweis gestellt hat.

Fernando Alonso muss sich mittlerweile keine Holzklötzchen mehr unter die Schuhe binden lassen, wie noch bei seiner Kart-Premiere. Längst kann der spanische Superstar im Formel-1-Flitzer mit den Füßen die Pedale erreichen. Aber 1984, als noch nichts auf eine derartig brillante Karriere hindeutete, befestigte Vater José Luis diese Hilfsmittel an „Nanos“ Sohlen, damit der Dreikäsehoch in der selbst gebastelten Kiste überhaupt starten konnte.

Aus dem damals drei Jahre alten „Nano“ – die Koseform für „Kleiner“ auf asturisch – ist längst ein ganz Großer des Motorsports geworden. Seine zwei WM-Titel 2005 und 2006 gewann er sogar gegen Michael Schumacher. Wie wichtig Alonso dies ist, hatte er schon damals betont: „Wenn man den WM-Titel gewinnt, solange Michael Schumacher noch fährt, ist er mehr wert als der erste bei Schumachers Ruhestand.“

Bei Ferrari beanspruchte das Alpha-Tier von Beginn an den Nummer-1-Status und bekam diesen auch. Geschickt umgarnte der clevere Politiker Team und Fans. Vor der Saison 2011 verkündete er einen Langzeitvertrag bis Ende 2016. Doch diesen sollte er nicht erfüllen. Alonso gilt als schneller aber auch als menschlich schwieriger Pilot. In seiner Karriere ist er mehr als einmal angeeckt.

Jüngster Grand Prix-Sieger aller Zeiten

Schon bei seinem Formel-1-Debüt 2001 beim Hinterbänklerteam Minardi deutete Alonso sein Ausnahmekönnen an. In seiner ersten Saison bei Renault krönte er sich in Ungarn gleich zum jüngsten Grand-Prix-Sieger, bis ihm Sebastian Vettel 2008 in Monza diese Alters-Bestmarke entriss.

Mit wachsenden Erfolgen löste Alonso in Spanien, wo die Formel 1 lange ein Schattendasein fristete, eine regelrechte „Alomania“ aus, vergleichbar mit dem Hype um Schumacher in Deutschland in den Neunzigern. Seinen Höhepunkt erreichte das F1-Fieber mit den beiden Renault-Titeln 2005 und 2006. Mit dem Wechsel zu Ferrari setzte sich der Iberer endgültig ein Denkmal.

In Oviedo wurde die Straße, in der sein Geburtshaus steht, in „Calle Fernando Alonso“ umbenannt. Er selbst hatte nach dem ersten Titel seinen aus bescheidenen Verhältnissen stammenden Eltern ein Haus in der asturischen Stadt gekauft. Selbst legte sich „Fer“, wie er von seiner Familie und Freunden genannt wird, auch ein Anwesen etwas außerhalb von Oviedo zu.

Die Partnerschaft mit der Scuderia war in den ersten beiden Jahren allerdings noch nicht von Erfolg gekrönt. 2010 verpasste Alonso den WM-Titel ganz knapp im Endspurt gegen Sebastian Vettel. 2011 ging es mit einem nicht konkurrenzfähigen Auto sogar nur auf Rang vier der WM-Wertung. Zudem trennte sich Alonso am Ende des Jahres von seiner Frau Raquel del Rosario, der Sängerin der in Spanien populären Rock-Pop-Band „el sueno de morfeo“, nach fünf Jahren Beziehung.

Mit neuer Freundin Dasha Kapustina und neuem Elan ging es in die Saison 2012. Doch schon bei den Testfahrten zeigte sich, dass der neue Ferrari nicht konkurrenzfähig ist. Dank Regen in Malaysia gelang aber dennoch im zweiten Rennen der erste Sieg. Beim Heimspiel in Valencia fuhr Alonso dann eines der besten Rennen seiner Karriere. Mit dem Sieg setzte er sich an die Spitze der Fahrerwertung. Doch Startcrashs in Spa und Suzuka ließen den schönen Vorsprung immer weiter schrumpfen. In einem dramatischen Finale in Sao Paulo fehlten am Ende nur drei Punkte auf Dauerkonkurrent Sebastian Vettel.

Alonso 3 Mal Vizeweltmeister hinter Vettel

2013 konnte es Alonso nicht ganz so spannend machen. Der Ferrari war erneut zu langsam. Nur dank der sensiblen Pirelli-Reifen blieb der Abstand in der ersten Saisonhälfte knapp. In Shanghai und beim Heimspiel in Barcelona konnte Alonso sogar über den Sieg jubeln. Doch nach der Sommerpause war gegen Vettel kein Kraut mehr gewachsen. Am Ende wurde der Scuderia-Pilot zwar zum dritten Mal in vier Jahren Vizeweltmeister, bei 145 Punkten Rückstand auf Vettel war das aber nur ein schwacher Trost.

Für 2014 bekam Alonso einen neuen Teamkollegen bei Ferrari. Kimi Räikkönen sah im Teamduell aber noch weniger Land als Vorgänger Felipe Massa. Um den Titel konnte Alonso nicht kämpfen. Gegen die Überlegenheit von Mercedes waren alle machtlos. Zur Saisonmitte häuften sich plötzlich Gerüchte, dass der Pilot die Scuderia trotz laufenden Vertrages verlassen wolle. Nach langen internen Querelen wurde kurz vor dem Finale schließlich die Trennung nach 5 Jahren verkündet.

Bei seinem alten Arbeitgeber McLaren suchte Alonso 2015 den Neuanfang. Doch das Comeback startete wenig verheißungsvoll. Bei den Wintertests in Barcelona krachte der Lokalmatador so heftig in die Bande, dass er mit einem Hubschrauber in die Klinik gebracht werden musste. Die heftige Gehirnerschütterung sorgte dafür, dass er sogar den Saisonauftakt in Melbourne verpasste. Die genauen Umstände des ungewöhnlichen Crashs wurden nie ganz geklärt.

Viel verpasste Alonso durch den Ausfall allerdings nicht. Honda erlebte in der Rückkehr-Saison ein Debakel nach dem anderen. Der V6-Motor präsentierte sich weder in Sachen Leistung noch in puncto Standfestigkeit konkurrenzfähig. Immer wieder klagte Alonso über Funk darüber, dass er mit dem unterlegenen Material keine Chance habe. Nach einem erneuten Defekt in Brasilien setzte sich der Pilot demonstrativ am Streckenrand auf einen Campingstuhl in die Sonne. Das Bild ging um die Welt. Mit mageren 11 WM-Punkten landete Alonso nur auf Rang 17 der Fahrerwertung. Selbst Teamkollege Jenson Button hatte 5 Zählerchen mehr gesammelt.

2016 gingen Alonso und Button erneut als Fahrerduo für McLaren an den Start. Beim Auftaktrennen in Australien fiel Alonso nach einer schweren Kollision mit Esteban Gutierrez in Runde 17 aus. Aufgrund seiner Verletzungen ging er beim zweiten Saisonrennen in Bahrain nicht an den Start. Stoffel Vandoorne sprang für ihn ein. Am Ende setzte sich Alonso dennoch mit 54 zu 21 Punkten im Duell gegen Teamkollege Button durch.

IndyCar und LeMans-Auftritte

Alonso hoffte 2017 auf den großen Aufbruch mit McLaren. Doch der Honda-Motor präsentierte sich auch im dritten Jahr nicht konkurrenzfähig und unzuverlässig. Weil schon früh klar war, dass Alonso nicht um Podiumsplätze kämpfen kann, entschied sich der Routinier für den Gaststart beim Indy500-Rennen. Dafür ließ er sogar den GP Monaco sausen. Alonso hinterließ in der US-Suppenschüssel einen starken Eindruck. Ein Motorschaden kurz vor Schluss ließ den Traum vom Sieg beim Klassiker allerdings zerplatzen.

In der Formel 1 sammelte Alonso in den verbleibenden Rennen lediglich 17 Pünktchen. Das reichte am Ende nur zu Rang 15 – ein Platz vor Teamkollege Vandoorne. Für 2018 liebäugelte der Doppel-Weltmeister schon mit dem F1-Ausstieg. Doch der Wechsel McLarens von Honda zu Renaul überzeugte Alonso, noch eine Saison dranzuhängen. Parallel entschied sich der F1-Star aber noch dafür, die WEC-Saison mit dem Toyota LMP1-Renner zu bestreiten und damit auch zum ersten Mal beim 24h-Klassiker in Le Mans zu starten.

(Stand: 01/2018)

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