2019er Autos 1,5s langsamer

Bis zu 30 Prozent mehr DRS-Effekt

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Am 30. April hat die Formel 1-Kommission das neue Aerodynamikpaket für 2019 verabschiedet. Die FIA prophezeit, dass die Rundenzeiten um 1,5 Sekunden pro Runde ansteigen werden. Dafür sollen die Autos weniger Luftwirbel erzeugen.

Die neuen Aero-Regeln für 2019 sind durch. Am Renntag des GP Spanien will die FIA letzten Details mit den Teams besprechen. Um mögliche Fehlentwicklungen zu vermeiden und Schlupflöcher zu stopfen. Die Regeln sollen das erfüllen, für das sie geschrieben wurden. Hinterherfahren und Überholen soll einfacher werden. Dafür wird der Frontflügel simpler, verschwinden sämtliche Anbauten an den vorderen Bremsbelüftungen, wird die Luftdurchleitung durch die Vorderachse verboten, der Heckflügel 10 Zentimeter breiter und 2 Zentimeter höher.

Damit geht natürlich auch Rundenzeit verloren. Ein Teil des neunseitigen Dossiers bezieht sich deshalb nicht nur auf die Lösung des Überholproblems. Die FIA-Techniker erlauben den Teams an anderer Stelle wieder etwas Abtrieb zurückzuholen. Damit die Autos nicht zu langsam werden. Doch ganz ohne Auswirkungen auf die Rundenzeiten wird es nicht gehen, befürchtet der neue FIA-Technikdirektor Nikolas Tombazis: „Wir gehen davon aus, dass die Autos ungefähr anderthalb Sekunden pro Runde langsamer werden.“

DRS – das notwendige Übel: Verschwindet es ab 2021?

Red Bull - GP Australien 2018 Foto: Wilhelm
Die Lücke im Heckflügel wird 2019 größer.

Tombazis rechnet aber auch damit, dass die Fahrer ab nächster Saison weniger Probleme haben, einem anderen Auto zu folgen. „Wenn ein 2018er Auto bei einem Abstand von einer Sekunde Fahrtzeit signifikant gestört wird, dann sollte das nächstes Jahr erst bei 0,8 Sekunden passieren.“

Und in dem Moment soll der verbesserte DRS-Effekt helfen. Der breitere Heckflügel und die von 6,5 auf 8,5 Zentimeter vergrößerte Lücke beim Hochklappen des Flaps werden den DRS-Effekt nach Berechnungen der Aero-Arbeitsgruppe des Formel-1-Managements um 25 bis 30 Prozent verbessern.

Wird das Überholen dann nicht wieder zu einfach? FIA-Rennleiter Charlie Whiting beruhigt: „Wenn der Effekt zu groß werden sollte, werden wir die Länge der DRS-Strecke verkürzen. Wir wollen den vergrößerten DRS-Effekt vor allem auf kürzeren Geraden nutzen. Zum Beispiel in Melbourne. Oder in Barcelona auf der Gegengerade. Im Moment sind die Geraden dort zu kurz, um vom DRS zu profitieren.“

Eine Zunahme künstlicher Überholhilfen muss niemand fürchten. Die Expertengruppe von FIA und F1-Management arbeitet bereits am Auto für 2021. „Das wird radikal anders aussehen“, verspricht Tombazis. „Wir werden sicher einige Erkenntnisse aus den 2019er Regeln mit einfließen lassen, aber wenn alles gut läuft, können wir dann vielleicht sogar ganz auf DRS verzichten. Solange bleibt es leider ein notweniges Übel.“

Frontflügel 20.000 Euro billiger

Mercedes - Formel 1 - GP Aserbaidschan - 27. April 2018 Foto: ams
Die einfacheren Frontflügel werden billiger in der Produktion.

Während einige Formel-1-Teams noch daran zweifeln, dass die Regeländerungen das gewünschte Ziel erreichen, ist sich Tombazis sicher, dass die Maßnahmen, um die Turbulenzen für das hinterherfahrende Auto zu reduzieren, und dass der einfachere Frontflügel weniger sensibel darauf reagiert. „Der neue Flügel wird es den Ingenieuren schwer machen, die von den Vorderrädern produzierten Luftwirbel zu kontrollieren und sie nach außen abzulenken.“ Das wiederum soll verhindern, dass die beiden Wirbelschleppen hinter dem Auto wieder zusammentreffen und dort den Frontflügel stören.

Die einfacheren Flügelprofile könnten laut Tombazis auch dazu führen, dass die Teams enger zusammenrücken. „Wir schränken die Freiheiten ein. Das heißt, dass wir denen etwas wegnehmen, die sich mehr Entwicklung leisten können.“

Die Sorge einiger Teams, der Start bei Null könnte wieder die Kosten nach oben treiben, wird von Tombazis nicht geteilt: „Dafür werden die Flügel selbst billiger. Und die Entwicklungskosten sind insofern reglementiert, dass die Teams nur eine bestimmte Zeit im Windkanal und mit der CFD-Software testen dürfen.“

Ein aktueller Frontflügel kostet rund 130.000 Euro. Davon braucht ein Team mittlerer Größe ungefähr 12 Einheiten pro Saison. Die einfacheren Flügelformen werden die Kosten für einen Flügel nach Schätzungen der Teams auf 110.000 Euro pro Einheit senken. Zusammen mit dem Wegfall einiger Werkzeuge würde das den Teams zwischen 300.000 und 400.000 Euro sparen. „Ein Tropfen auf dem heißen Stein, bei dem Geld, was wir ausgeben“, meint ein Teamchef.

Und was passiert, wenn die Regeländerungen ein Schuss in den Ofen sind? Gibt es dann noch eine Möglichkeit der Korrektur? Tombazis bedauert: „Der nächste Zeitpunkt wäre 2020. Aber ich glaube, wir haben ausreichend Forschung betrieben, um unerwünschte Effekte auszuschließen.“

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