8 Teams mit 3 Autos

Ecclestone-Plan mit Risiken

Ferrari - Formcheck - GP Italien 2014 Foto: Ferrari 52 Bilder

Bernie Ecclestone hat es in Singapur mal so in die Runde geworfen. Er könnte sich eine Formel 1 mit acht Teams à drei Autos vorstellen. Doch dieser Plan birgt große Risiken. Und nur wenige Teams sind von der Gesundschrumpfung begeistert.

Wenn Bernie Ecclestone ungefragt etwas sagt, steckt meistens etwas dahinter. In Singapur ließ er die Bombe platzen. Er könne sich vorstellen, dass die Formel 1 bald schon mit 8 Teams à 3 Autos fährt. Wenn sich der Formel 1-Chef so etwas vorstellen kann, dann heißt das nichts anderes, dass er aktiv daran arbeitet. Für viele ist das eine schlechte Nachricht.

Zuerst einmal müssten drei Teams verschwinden. Intern hört man, dass Ecclestone Zweifel über die Zukunft von Marussia, Caterham und Sauber hat. Auch Force India soll angeschlagen sein, trotz der Dementis von Teamchef Vijay Mallya. Die Tatsache, dass sein Partner Subrata Roy von Sahara im Gefängnis sitze und er selbst mit einigen seiner Firmen in Schwierigkeiten stecke, habe nichts mit dem Unterhalt seines Teams zu tun.

Lotus zählt nach Meinung vieler ebenfalls zu den Wackelkandidaten. Besitzer Gérard Lopez erwidert genervt: "Das hält sich wie eine Seuche. Die Realität ist anders. Wir werden 2015 erstmals einen ausgeglichenen Haushalt hinkriegen."

Bei 8 Teams spart CVC Geld

Eines der kränkelnden Teams könnte von dem kanadischen Milliardär Lawrence Stroll gerettet werden. Der Mode-Zar wurde mit Lotus und Sauber in Verbindung gebracht. Doch inzwischen soll Stroll seine Pläne auf Eis gelegt haben. Angeblich, weil Ecclestone kein Interesse hat, dass die angeschlagenen Teams gerettet werden. Er will eine Formel 1 mit ausschließlich gesunden Rennställen.

Die Reduktion auf 8 Teams hätte für die Rechteinhaber einen Vorteil. Sie würden sich knapp 100 Millionen Dollar sparen, weil dann die Prämien für Platz 9 und 10 und die Subvention für den Elften wegfallen. Das macht das Geschäft für CVC und seine Gefolgschaft attraktiver. Möglicherweise war das einer der Gründe, warum dem HaasF1-Team, das 2016 debütiert, so viele Steine in den Weg gelegt wurden.

Für die Teams würde es teurer. Mercedes-Teamchef Toto Wolff rechnet mit Extrakosten von 25 Millionen Euro für den Einsatz eines dritten Autos. Lotus-Chef Gérard Lopez glaubt, dass man es für die Hälfte hinbekommen könnte. Doch nicht alle Teams können den Mehrbetrag refinanzieren. Wer wie Red Bull, Ferrari oder Mercedes ein Juniorprogramm hat, kann keine Pay-Driver auf das dritte Auto setzen.

McLaren-Teamchef Eric Boullier wirft außerdem ein, dass die Teams ein halbes Jahr Vorlauf bräuchten, um den Einsatz eines 3. Autos bei jedem Rennen zu bewerkstelligen. "Das Chassis, die Logistik und das zusätzliche Personal – wir bräuchten mindestens 6 Monate um uns darauf vorzubereiten", so der Franzose.

Aus kleinen Verlierern werden große

Ecclestones Plan hat einen ganz großen Haken. Auch bei acht großen Teams gibt es Verlierer. Und für die wird die Niederlage teurer. Das wird auch sie in kurzer Zeit in Existenznöte treiben. Und die Spirale dreht sich weiter nach unten.

Ecclestone widerspricht: "Viele der großen Teams sind doch heute schon Verlierer. Wo ist da der Unterschied?" Ganz einfach. Wenn Ferrari ein Jahr lang mal Vierter wird, ist das verschmerzbar. Ab Platz 6 tut es richtig weh.

Manche Teams kommen vielleicht nie mehr in die Punkteränge, wenn die großen mit je drei Autos groß abräumen. Ecclestones Vorschlag, die dritten Autos nur halb oder lediglich für die Fahrer-Wertung punkten zu lassen, ist unpraktikabel. Das würde für noch mehr Verwirrung sorgen. Die Fans haben ihm ja jetzt schon wegen zu komplizierter Regeln die rote Karte gezeigt.

Deshalb einigten sich Vijay Mallya von Force India, Claire Williams und Sauber-Teamchef Monisha Kaltenborn auf die Formel: "Wir müssen alles tun, um die in der Formel 1 vertretenen Teams zu schützen. Das ist die DNA unseres Sports."

Mallya wurde eine Spur deutlicher: "Alle Teams, große wie kleine, sollten überleben. Die Rechteinhaber sollten statt einer Reduktion auf weniger Teams darüber nachdenken, wie sie die Einnahmen gerechter verteilen. Dann müssen wir nicht immer wieder auf diese Fragen eine Antwort finden."

Wie denken Sie über die Zukunft der Formel 1? Lieber elf unabhängige Teams, eine Gesundschrumpfung auf acht à drei Autos oder die Lösung, die Ferrari lange favorisiert hat: Sechs Werks- und sechs Kundenteams. Wir wollen Ihre Meinung wissen!

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Das aktuelle System mit 11 Teams ist gut. Ecclestone muss nur die Einnahmen gerechter verteilen.
Acht Teams à drei Autos ist die Lösung. Dann fallen endlich die Hungerleider raus.
Die sechs großen Teams sollen sich sechs Kunden-Teams halten. Das würde Geld viel sparen.
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