Adrian Sutil zur F1-Zukunft

"Optimistisch, dass es noch klappt"

Adrian Sutil F1 Test Barcelona 2013 Foto: xpb 39 Bilder

Adrian Sutil steigt am Donnerstag (21.2.2013) erstmals seit 15 Monaten wieder in den Force India. Vor dem Test in Barcelona gibt sich der Gräfelfinger zuversichtlich. Besondere Aufregung verspürt er nicht.

Adrian Sutil ist in einer komischen Situation. Fünf Jahre ist der 30-Jährige für Force India im Einsatz. In seinem ersten Formel 1-Jahr hieß der Rennstall aus Silverstone sogar noch Spyker. Eigentlich müsste das Team mittlerweile genau wissen, was der Wahlschweizer drauf hat. Und trotzdem muss sich Sutil beweisen.

Seit mehr als einem Jahr hat der WM-Neunte von 2011 kein Formel 1-Auto mehr im Renntempo um die Strecke bewegt. Nach dem Grand Prix von Brasilien war Schluss. Trotz aussichtsreicher Verhandlungen mit Lotus und Williams schlossen sich plötzlich alle Türen. Eine ganze Saison war Sutil zum Zuschauen gezwungen.

Sutil-Test nicht entscheidend?

Nun muss der Gräfelfinger zeigen, dass er in der Zwischenzeit nichts verlernt hat. "Da mache ich mir gar keine Sorgen", erklärte der Comeback-Pilot. "Ich bin fit. Ich war im Simulator. Und ich mache das ja nicht zum ersten Mal." Die Erfahrung von 90 Grand Prix-Starts ist eines der Pfunde, die Sutil bei der Fahrerwahl für 2013 in die Waagschale werfen kann.

"Doch am Ende macht es vielleicht gar keinen großen Unterschied, wie der Test hier läuft", befürchtet der Pilot. "Da gibt es noch andere Faktoren die eine Rolle spielen." Force India muss sich nicht nur zwischen zwei Piloten entscheiden. Es geht auch um die Motoren für 2014. Die Teamleitung verhandelt sowohl mit Ferrari als auch mit Mercedes. Es geht um Millionen. Die Italiener haben wohl das günstigere Angebot, würden aber gerne Jules Bianchi im Auto sehen.

Der Franzose, der 2011 als Testfahrer bei Force India erste Formel 1-Erfahrung sammelte, kann zudem mit einem größeren Sponsorenpaket wuchern. Es ist klar, dass die Teamleitung Sutil fahrerisch bevorzugt. Sonst hätte man sich schon längst für Bianchi entschieden. Es könnte am Ende aber sein, dass wieder einmal die finanzielle Seite den Ausschlag gibt.

Entscheidung vor dem letzten Test

Bianchi durfte schon in Jerez einen Tag testen. Außerdem soll der ehemalige Ferrari-Junior am Freitag erneut im Auto sitzen. Allerdings sagt die Wetterprognose für den letzten Testtag Regen vorher. Die Entscheidung zwischen den beiden Kandidaten soll dann vor der abschließenden Barcelona-Testwoche Anfang nächster Woche fallen.

Eigentlich war sich Sutil schon im Dezember mit Force India einig. Doch dann grätschten Ferrari und Bianchi dazwischen. "Wir können dem Team aber keine Vorwürfe machen. Sie haben uns immer fair behandelt", betont Sutil-Manager Manfred Zimmermann. Er glaubt nicht, dass der Test nur Show ist, um den Ferrari-Motorenpreis weiter zu drücken.

Sutil im Mclaren-Simulator

Vor dem Test in Barcelona wurde eine professionelle Sitzprobe in der Fabrik durchgeführt. Außerdem durfte sich der Pilot im Simulator virtuell mit dem neuen Auto vertraut machen. Am Mittwoch wurde Sutil am Circuit de Catalunya von seinen alten Kollegen mit offenen Armen empfangen.

Die Entscheidung liegt nun nicht in Sutils Hand. "Ich bleibe aber optimistisch. Ich glaube einfach daran, dass es doch noch klappt." Eine sportliche Alternative gibt es für den schnellen Wahlschweizer nicht. Alle anderen Cockpits in der Formel 1 sind vergeben. Der Einstieg in eine andere Serie stehe derzeit nicht zur Debatte.

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