Aerodynamik-Restriktionen für 2015

25/25-Regel gut für kleine Teams

Windkanal - Caterham - 2009 Foto: xpb 27 Bilder

Die FIA sagt der Geldverschwendung den Kampf an. Windkanalzeiten und Computernutzung wurden für 2014 bereits von 40 auf 30 Stunden pro Woche und 40 auf 30 Teraflops reduziert. Ab 2015 gilt die 25/25-Regel. Ein Vorteil für die kleinen Teams.

Im Windkanal wird das meiste Geld verbrannt. Weil die FIA die früher einmal unbegrenzte Windkanalzeit auf 40 Stunden reduzierte, reagierten die großen Teams damit, die virtuelle Entwicklung am CFD-Rechner zu steigern. Doch auch da schob das Reglement schnell einen Riegel vor. Die Computerkapazitäten wurden auf 40 Teraflops eingefroren.

In diesem Jahr hat der Weltverband die Daumenschrauben noch weiter angezogen. Es gilt die sogenannte 30/30-Regel. Also 30 Windkanalstunden und 30 Teraflops. Für die großen Teams war das eine bereits eine massive Einschränkung.

Williams-Technikchef Pat Symonds erklärt: "Es ist praktisch unmöglich Parallelprogramme für das aktuelle und das nächstjährige Auto zu fahren. Man muss sich entscheiden, was Priorität hat." Red Bull-Aerodynamikguru Adrian Newey gibt zu: "Das hat großen Einfluss auf die Entwicklungsarbeit."

Windkanal als zusätzliche Einnahmequelle

Im nächsten Jahr wird noch weiter zurückgefahren. Dann tritt die 25/25-Regel in Kraft – also 25 Windkanalstunden pro Woche und 25 Teraflops CFD-Rechenleistung. Symonds bezeichnet das als "effektivste Kostenbremse der letzten Jahre". Dazu gilt: Pro Team ist nur ein Windkanal erlaubt.

Betrug ist mit großen Risiken verbunden. Die Teamchefs und die Technikdirektor aller Teams unterschreiben mit ihrem Namen, diese Vorgaben einzuhalten. Sie machen sich zivilrechtlich strafbar, wenn die Zahlen heimlich überschritten werden.

Für die kleinen Teams wird der Windkanal zu einer willkommenen Einnahmequelle. Statt immer mehr eigene Windkanäle zu bauen gehen viele Teams aus anderen Rennkategorien dazu über, sich in Formel 1-Anlagen einzumieten. Weil dort immer mehr Kapazitäten frei werden.

So soll Audi jährlich 20 Millionen Euro bei Sauber für die Nutzung des Windkanals bezahlen. McLaren und künftig auch Force India testen bei Toyota in Köln. Marussia nutzt den McLaren-Kanal.

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