Alexander Albon - Red Bull - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Formel 1 - Freitag - 30.8.2019 xpb
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Formel 1 - Freitag - 30.08.2019
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Formel 1 - Freitag - 30.08.2019
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Ferrari - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Formel 1 - Freitag - 30.08.2019 93 Bilder

Albons erster Tag im Red Bull

Hat Hülkenberg eine Chance für 2020?

Red Bull hat in der Sommerpause die Fahrer getauscht. Alexander Albon darf sich in den verbleibenden neun Saisonrennen neben Max Verstappen beweisen. Teamchef Christian Horner hält es für unwahrscheinlich, dass Red Bull für 2020 einen Fahrer außerhalb des eigenen Kaders verpflichtet.

Für Alexander Albon war der Trainingsfreitag zum GP Belgien wie der erste Schultag. Der Thailänder schlug sich nach nur einem Tag im Simulator als Vorbereitung wacker in seinem neuen Dienstauto. Platz vier im ersten Training, Platz zehn am Nachmittag. „Ich habe mich mit Baby-Schritten herangetastet. Ich wollte ja nicht abfliegen.“

Die unterschiedlichen Trainingsergebnisse haben ihre Gründe. In der ersten Übungseinheit hatte Albon von einem Windschatten auf der Kemmel-Gerade profitiert. Red Bulls Sportchef Helmut Marko lobte. „Er fuhr dasselbe Programm wie Verstappen und war dicht dran.“ 77 Tausendstelsekunden trennten die beiden Red Bull.

Am Nachmittag klaffte die Schere auf. Verstappen reihte sich vier Positionen vor Albon ein und brummte dem Neu-Teamkollegen 0,377 Sekunden auf. Doch der ehemalige Toro Rosso-Fahrer konzentrierte sich nicht auf eine schnelle Runde. Das Hauptaugenmerk lag auf der Vorbereitung für das Rennen. Albon weiß, dass er nach einem Motorenwechsel ohnehin aus dem hinteren Teil des Feldes starten wird. „Wir haben auf den Sonntag hingearbeitet“, sagt der 23-Jährige. Und Albon und sein Team widmeten sich Hondas neuem Spec-4-Motor, während Verstappen in Belgien mit dem alten Motor fährt, der auf dem Papier etwas weniger Leistung hat.

Albon stellt die richtigen Fragen

Red Bulls Teamchef Christian Horner stellte seinem Aufsteiger ein gutes Zeugnis aus. „Er hat anständige Arbeit abgeliefert. Auf Max fehlen nur ein paar Zehntelsekunden. Das ist ein ermutigender Start nach nur einem Tag im Simulator. Er hat sich schnell mit dem Auto vertraut gemacht. Seine Rückmeldung über das Auto ähnelt den Aussagen von Max. Alex ist aufgeweckt, intelligent und er stellt die richtigen Fragen.“

Red Bull erwartet am ersten Rennwochenende keine Wunderdinge. Der Thailänder, im letzten Jahr noch in der Formel 2, muss erst einmal Team und Auto kennenlernen. Die Rückversetzung in der Startaufstellung durch den neuen Motor mag auf den ersten Blick eine Hypothek sein. In Wahrheit nimmt Red Bull seinem Fahrer damit den Druck von den Schultern. Weil Albon dadurch einem ersten direkten Vergleich mit Verstappen aus dem Weg geht. In der Qualifikation und im Rennen.

Mittelfristig wird der Druck erhöht. „Wir haben die Fahrer auch getauscht, um Ferrari im Kampf um Platz zwei noch einzuheizen.“ Der Red Bull RB15 ist gut für Podestplätze. Dieses Potential soll auch Albon freisetzen. Etwas, was seinem Vorgänger Pierre Gasly nicht gelungen war. Die Entscheidung für den Thailänder und gegen den Franzosen reifte bei Red Bull zu Beginn der Sommerpause. „Pierres Messlatte war Max. Es gab ein paar Rennen, bei denen er von seinem Teamkollege überrundet wurde. Wir hatten das Gefühl, dass wir ihm und dem Team etwas Gutes tun, indem er zu Toro Rosso zurückgeht. Damit ist er aus der Schusslinie – und aus den Schlagzeilen. Das sollte ihm helfen, wieder Selbstvertrauen aufzubauen“, sagt Horner.

Esteban Ocon - Renault - F1 2019
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Was passiert 2020?

Daniil Kvyat war ebenfalls eine Option. „Es gab Gründe, die gegen ihn und für Alex sprachen. Daniil fährt eine starke Saison. Er hat Erfahrung, die er ins Team einbringt. Das wollten wir Toro Rosso nicht unter der Saison wegnehmen. Außerdem kennen wir Daniil sehr gut. Er war schon ein Red Bull-Fahrer. Er ist lange Teil des Programms. Jetzt wollen wir Alex ausprobieren, und sehen, wie er sich entwickelt.“

Red Bull will von Albon eine stetige Entwicklung bis zum Saisonende sehen. „Er hat neun Rennen Zeit, sich zu beweisen. Dann ziehen wir nach Abu Dhabi Bilanz.“ Die Tür für Pierre Gasly auf eine Rückkehr ist nicht zu. Und auch Kvyat darf sich Chancen auf ein Red Bull-Cockpit für 2020 ausrechnen. Allerdings hat Albon momentan die Pole-Position. Der 23-Jährige hat sein Schicksal in der eigenen Hand. Mit guten Leistungen und Ergebnissen würde er den Platz neben Verstappen absichern.

Doch was passiert, wenn Albon an der Aufgabe scheitert? Und die Toro Rosso-Fahrer in der zweiten Saisonhälfte nicht herausstechen? Dann könnte Red Bull 2020 vor einem Problem stehen. Vor allem mit Blick auf die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Es muss der Anspruch des Rennstalls sein, 2020 um den Titel zu kämpfen. Das ist mit einem Einmann-Team unmöglich gegen Mercedes mit Hamilton und Bottas sowie Ferrari mit Vettel und Leclerc.

Hülkenberg als Kandidat gehandelt

Deshalb wird im Fahrerlager vor allem der Name Nico Hülkenberg genannt. Der Rheinländer ist für 2020 ohne Cockpit, nachdem Renault statt ihm auf Esteban Ocon setzt. Hülkenberg wäre ein Punktegarant. Der Rheinländer ist seit 2010 Stammfahrer in der Königsklasse (Ausnahme 2011). Er hat 168 Grand Prix auf dem Buckel. Und er hat bei seinem Le Mans-Sieg 2015 gezeigt, dass er im richtigen Umfeld mit dem passenden Auto abliefert.

Hülkenberg, der bei Haas im Gespräch ist, hat seine Fühler ausgestreckt. Bei Red Bull ist man verhalten. Man wirft ein, dass Hülkenberg in dieser Saison oftmals von Teamkollege Daniel Ricciardo geschlagen wird. Und der Australier verlor bekanntlich im Vorjahr das Duell gegen Verstappen bei Red Bull.

Horner erklärt: „Es ist unwahrscheinlich, dass wir einen Fahrer außerhalb unseres Kaders verpflichten.“ Das heißt aber nicht, dass sich Red Bull nicht umschaut. „Wir beobachten den Markt. Sollten wir das Gefühl haben, dass keiner unserer Fahrer den Job machen kann, werden wir handeln.“ Muss Red Bull nicht sogar auf die Erfahrung eines Hülkenberg setzen? Horner meint dazu: „Es ist immer einfach, konservativ zu sein. Doch manchmal muss man Risiken eingehen. Klar sind junge Fahrer wie Alex ein Risiko. Aber es hat sich in der Vergangenheit mit Vettel und Verstappen gezeigt, dass sich Risiko sehr wohl auszahlen kann.“

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Wir klopfen die zehn Teams vor dem Rennen in Spa auf Neuigkeiten ab.

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