Antonio Giovinazzi - Alfa Romeo - GP Russland 2021 Alfa Romeo
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Alfa-Punkte in Sotschi: Wer wird zweiter Fahrer?

Alfa Romeo punktet endlich wieder Fahrerwahl ist Luxusproblem

Nach drei Nullrunden in Folge hat sich Alfa Romeo in Sotschi mit vier WM-Punkten belohnt. Dabei war die Ausgangslage beim GP Russland viel weniger aussichtsreich als in den Rennen zuvor. Spannend bleibt die Frage: Wer fährt das zweite Auto 2022?

Nach 14 Grands Prix stand das Konto von Alfa Romeo bei drei WM-Punkten. In einem Rennen hat es sich mehr als verdoppelt. Der achte Platz von Kimi Räikkönen in Sotschi entschädigte den Schweizer Rennstall für eine Pechsträhne. Zwei Mal in Folge ist Antonio Giovinazzi vom 7. Platz gestartet. Zwei Mal war sein Traum von WM-Punkten schon nach der ersten Runde nach einer Kollision vorbei.

"Es ist hinterher immer einfach zu sagen, dass Antonio in der ersten Runde konservativer hätte fahren können", entlastet Teamchef Frédéric Vasseur seinen Fahrer. "Wir fahren wir ein Rennen. Wenn wir konservativ fahren, machen die anderen das Gegenteil."

Vasseur fühlte sich nach Sotschi in seinem Urteil bestätigt. "Wir liegen in diesem großen Mittelfeld zwischen Platz 6 und 16. Wenn wir einen perfekten Samstag abliefern, können wir am vorderen Ende landen. Wenn nicht, sind wir hinten."

Wie am Samstag in Sotschi. Da flogen beide Alfa-Piloten schon im Q1 raus. Doch diesmal war der Sonntag perfekt. Räikkönen lag schon nach der Startrunde in den Top Ten. Und er traf bei aufkommendem Regen mit der Erfahrung von 343 GP-Starts die richtige Entscheidung. Er hatte schon zu Beginn der Regenphase das Gefühl, dass es für Slicks bald schon zu nass sein würde.

Antonio Giovinazzi - Alfa Romeo - GP Russland 2021
Alfa Romeo
Kimi Räikkönen konnte in Sotschi nach schwachem Qualifying glänzen.

Kein Bedarf an Ferrari-Upgrade

Beim Rückblick auf die Saison fällt auf, dass der Sauber C41 immer dort besonders gut ist, wo entweder extrem viel oder extrem wenig Anpressdruck verlangt wird. Also Monte Carlo, Baku, Budapest, Zandvoort oder Monza. Warum das so ist, weiß keiner.

Vasseur will diese Einschätzung nicht überbewerten. "In dem Bereich, in dem wir fahren, können zwei Zehntel einen Riesenunterschied in der Position ausmachen. Du siehst schnell mal besser oder schlechter aus als du es eigentlich bist."

Alfa Romeo hat schon früh auf das 2022er Auto umgeschwenkt. Seit dem GP Österreich ist der C41 nahezu unberührt. "Wir haben uns beim Reifenmanagement und bei der Vorbereitung der Rennen verbessert", stellt Vasseur fest.

Theoretisch könnte der Rennstall aus Hinwil bei Ferrari das neue Hybridsystem einfordern, doch wie der andere Ferrari-Kunde Haas lehnt Alfa das Motoren-Upgrade ab. "Es würde Startplatzstrafen bedeuten und viel Geld kosten, weil wir dafür erst das Chassis anpassen müssen. Die Ressourcen stecken wir lieber in wichtigere Dinge", erklärt Vasseur. Im nächsten Jahr bekommt er die letzte Antriebsversion sowieso.

Antonio Giovinazzi - Alfa Romeo - GP Russland 2021
Alfa Romeo
Bekommt Antonio Giovinazzi 2022 noch eine Chance. Der Speed des Italieners passt, aber die Konstanz ist ein Problem.

Fahrerfrage für 2022 ungeklärt

Noch nicht geklärt ist die Fahrerfrage für 2022. Mit Valtteri Bottas hat man eine feste Bank. "Bei Valtteri wissen wir, was wir haben." Teambesitzer und Teamchef stehen jetzt vor der Frage, ob das zweite Cockpit mit einem erfahrenen oder jungen Fahrer besetzt werden soll.

Auf der einen Seite steht praktisch nur Giovinazzi. Der Italiener hat zuletzt ansteigende Form gezeigt, was aber nicht nur damit zu tun hat, dass er seine Chancen verbessern will. Vasseur hat festgestellt: "Als Kimi wegen seiner Corona-Erkrankung zwei Rennen lang weg war, ist Antonio an seiner Rolle als Teamkapitän gewachsen. Er hat mehr Verantwortung übernommen und konstanter über das Wochenende gearbeitet. Antonio hat sich jedes Training steigert. Zuvor gab es da mehr Auf und Ab. Oft war er in den Freien Trainings schnell, konnte es aber in der Qualifikation nicht so umsetzen."

Viel größer ist das Angebot an jungen Fahrern. In der Formel 2 werden Vasseur die Talente auf einem Silbertablett präsentiert. Da ist der hauseigene Schützling Theo Pourchaire, der Formel-2-Spitzenreiter Oscar Piastri, für den sein Arbeitgeber Alpine 2022 nur die Rolle des Ersatzfahrers hätte, der Chinese Guanyu Zhou, der mit 20 Millionen Dollar Mitgift winkt, und Ferrari-Schützling Robert Shwartzman.

Oscar Piastri - Formel 2 - Russland - 2021
Motorsport Images
Oscar Piastri befindet sich nach seinem Sotschi-Sieg auf dem besten Weg zum Formel-2-Titel. Aber findet er auch ein Formel-1-Cockpit?

Chance für Oscar Piastri?

Vasseur bezeichnet die Qual der Wahl als "Luxusproblem". Theoretisch hat Alfa Romeo Zeit, weil alle anderen Cockpits in der Formel 1 besetzt sind und alle Kandidaten, die in Frage kommen sich die Sauber-Option offenhalten.

Vasseurs Problem ist der Zeitplan der Formel 2. "Die nächsten beiden Rennen finden erst im Dezember statt. Wir können heute nicht vorhersagen wer Meister wird." Das ist insofern wichtig, weil der Meister dann vor dem Problem steht, reglementbedingt kein weiteres Jahr in der Formel 2 dranzuhängen.

Sollte es Porchaire treffen, wäre es maximal ungünstig. Vasseur würde dem 18-jährigen Franzosen gerne noch ein zweites Jahr Formel 2 gönnen, damit er mehr Erfahrung sammelt. Um Pourchaire 2023 einen Platz bieten zu können, dürfte sich Alfa bei der Neuverpflichtung nur für eine Saison festlegen. Zhou will angeblich einen langfristigen Vertrag. Dafür bringt der Chinese ordentlich Geld mit.

Da könnte am Ende vielleicht sogar Piastri eine Option werden. Man würde dem Australier eine Chance geben und Alpine einen Gefallen tun. Vasseurs Kontakte in die Renault-Zentrale sind bekanntlich immer noch gut.

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