Fernando Alonso - Alpine - GP Katar 2021 - Qualifikation xpb
Perez - Leclerc - Alonso - GP Katar 2021 - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Katar 2021 - Rennen
Gianni Infantino - Stefano Domenicali - Jean Todt - GP Katar 2021 - Rennen
David Beckham - Stefano Domenicali - GP Katar 2021 - Rennen 53 Bilder

Alpine festigt Platz 5: Alonso begeistert

Alpine festigt Platz 5 Der Lohn für einen guten Plan

Alpine hat sich im Kampf um Platz 5 mit 25 Punkten Luft verschafft. Fernando Alonsos dritter Platz war das Resultat eines guten Plans, perfektem Teamwork und einem Fahrer, der immer noch alle Tricks drauf hat.

Das fühlte sich besser an als die zwei Le Mans-Siege 2018 und 2019, die Sportwagen-Weltmeisterschaft 2019 und die 27 Führungsrunden bei den 500 Meilen von Indianapolis 2017. Fernando Alonso stand in Katar wieder auf einem Formel 1-Podium. 2.674 Tage und 147 Grand Prix nach dem 2. Platz in Budapest 2014. "Es waren lange sieben Jahre, und tut mir unheimlich gut. Ich hoffe, bis zum nächsten Mal dauert es nicht wieder sieben Jahre."

Der 40-jährige Spanier ist nach langer Irrfahrt von Ferrari zu McLaren und zu Alpine mit zwei Jahren Pause dazwischen endgültig wieder in der Formel 1 angekommen. "Ich hatte schon die Chance auf ein Podium in Sotschi, aber dann kam der Regen." Diesmal hatte Alonso schon früh im Rennen das Gefühl, dass es klappen könnte. "Es war wichtig, an Gasly vorbeizukommen. Danach konnte ich ohne ein Auto vor mir fahren und die Reifen managen."

Fernando Alonso - Alpine - GP Katar 2021 - Rennen
xpb
Alpine zog die Einstopp-Taktik konsequent durch.

Einstopper von Anfang an geplant

Alpine hatte sich bereits am Freitag auf einen Plan festgelegt und war von dem nicht mehr abgewichen. Nach zwei Runden am Freitag wussten Ingenieure und Fahrer: Das passt. "Unsere guten Longruns auf den Soft-Reifen und den harten Sohlen gaben uns Selbstvertrauen", verrät Einsatzleiter Alan Permane. Schon da war klar, dass man es im Q2 nicht auf Medium-Reifen versuchen würde, obwohl zumindest Alonso den Speed dazu hatte. "Der Start auf Soft-Reifen war gewollt. Die Einstopp-Strategie auch."

Fernando Alonso und Esteban Ocon hielten bis zu den Runden 23 und 24 durch und fuhren am Ende ihrer Stints auf dem abgenutzten Soft-Gummi noch respektable Zeiten. "Wir hätten sogar noch ein paar Runden länger aushalten können, mussten aber auf Perez reagieren. Der war gerade an Vettel vorbeigekommen, und wir wussten, dass er bei freier Fahrt schnell sein würde", blickt Permane zurück.

Nur zwei Gegner für Alonso

Alonso machte für sich nur zwei echte Gegner im Kampf um Platz 3 aus. Sergio Perez und Valtteri Bottas. Die Ferrari, McLaren und Alpha Tauri hatte er zu jeder Zeit im Griff. Sie kamen das ganze Rennen nie in seine Nähe. Und Ocon behielt das Trio bestehend aus Stroll, Sainz und Leclerc die ganze Zeit im Rückspiegel. Der Reifenschaden von Lando Norris schenkte ihm noch eine Position.

Alonso hielt sich im Fernduell mit dem zweiten Red Bull und dem zweiten Mercedes nicht lange mit unnötigen Zweikämpfen auf. Max Verstappen ließ er ohne Gegenwehr und ohne Zeitverlust vorbei. Bottas lag noch drei Sekunden außerhalb seines Boxenstopp-Fensters, als dem Finnen der linke Vorderreifen platzte. Damit war Alonso einen seiner zwei Gegner los.

Perez fuhr auf einer anderen Strategie. Das war nach dem frühen Boxenstopp des Red Bull-Piloten in Runde 19 absehbar. So konnte es Alonso verschmerzen, dass ihn der Mexikaner in der 33. Runde in einem Kampf über vier Runden überholte. Der zweite Reifenwechsel acht Runden später warf Perez wieder 19,5 Sekunden hinter den Alpine. Noch schlimmer: Norris, Ocon und Stroll lagen als Puffer dazwischen.

Fernando Alonso - Alpine - GP Katar 2021 - Rennen
Wilhelm
Alonso strahlte nach dem dritten Platz. Es geht eine Wartezeit von mehr als sieben Jahren zu Ende.

Ocon bedankt sich für Ungarn

Als in Runde 49 das direkte Duell eingeläutet wurde, betrug Alonsos Vorsprung immer noch 13 Sekunden. Seine Reifen waren allerdings 18 Runden älter. Ocon hatte gute Arbeit geleistet. Der Franzose konnte sich zwar nur eine Runde vor Perez halten, kostete den WM-Vierten aber durch hartnäckige Gegenwehr über vier Kurven Zeit. "So konnte ich Fernando zurückgeben, was er für mich in Ungarn getan hat."

Mit den Reifenschäden von Bottas, Norris, Russell und Latifi wurde das Schreckgespenst eines platten Reifens am Ende immer größer. Doch der Mann mit 332 GP-Starts wusste, was zu tun war. Den Randsteinen fernbleiben, in den drei Rechtskurven 12, 13 und 14 wie auf rohen Eiern fahren und nicht mehr als durchschnittlich 1,5 Sekunden auf Perez zu verlieren. Die VSC-Phase drei Runden vor Schluss half, aber sie war nicht notwendig. "Perez hätte uns nicht mehr geholt", war Alonso überzeugt.

Der Spanier lobte im Ziel das gute Teamwork und die perfekte Exekution eines Wochenendes: "Wir kamen gut vorbereitet an dieser Strecke an, waren an allen drei Tagen konstant schnell, hatten ein Auto das gut mit den Reifen umgeht, die richtige Strategie und exzellente Boxenstopps. Der eine Stopp stand nie in Frage. Das hat schon in Brasilien gut für uns funktioniert."

Der beste Fahrer im Feld

Renault-Botschafter Alain Prost verfasste Lobeshymnen über den Spanier: "Für mich ist er der beste Fahrer im Feld. Es ist unglaublich, welche Übersicht er hat, wie viel Gefühl für die Reifen, welche Aussagen er zum Auto macht und wie er die Ingenieure füttert." Der vierfache Ex-Weltmeister gibt zu, dass er zunächst skeptisch war, ob sich die Diva Alonso in den Rennstall integrieren könnte. "Fernando hat mir immer wieder erzählt, dass er ein anderer Mensch geworden ist. Ich muss sagen: Er hatte Recht. Er stellt sich voll in den Dienst des Teams, und das tut dem Team gut."

Nach der Nullrunde von Alpha Tauri geht Alpine mit 25 Punkten Vorsprung in die letzten beiden Rennen. "Das macht die Aufgabe einfacher, aber wir dürfen uns nicht darauf ausruhen", meint Alonso. Teamchef Laurent Rossi fordert noch einmal volle Konzentration im Finale: "Wir werden jetzt nicht übermütig. Wir haben selbst erlebt, dass in der Formel 1 alles passieren kann. Aber wenn wir uns an unsere Qualitäten halten, können wir es schaffen. Der Schlüssel ist Konstanz. Die haben wir mit 18 Mal Punkten in 20 Rennen bewiesen."

Mehr zum Thema GP Katar
Mercedes - Formel 1 - GP Katar 2021
Aktuell
Charles Leclerc - GP Katar 2021
Aktuell
Lewis Hamilton & Max Verstappen - GP Katar 2021
Aktuell
Mehr anzeigen