Alonso lobt Domenicali

"Platz drei widme ich Stefano Domenicali"

Fernando Alonso - GP China 2014 Foto: Ferrari 53 Bilder

Manche sagen, dass Fernando Alonso der heimliche Chef von Ferrari ist. Wenn das stimmt, muss sich der neue Rennleiter Marco Mattiacci warm anziehen. Alonso erlöste Ferrari mit einem Podium, widmete es aber dem alten Capo Stefano Domenicali. Eine offene Kritik am roten Tollhaus.

Normalerweise steht die Reihenfolge der Statements in der Pressemitteilung von Ferrari am Renntag fest. Ganz oben spricht der Chef. Dann die beiden Piloten. Und unten Chefingenieur Pat Fry. Nach dieser Regel hätte zu Beginn der Seite der neue Rennleiter Marco Mattiacci seine Sicht der Dinge zu Ferraris erstem Podium in dieser Saison abgeben müssen. Doch der Neue blieb stumm. Stattdessen stand die Aussage von Fernando Alonso ganz oben. Das sorgte im Fahrerlager für Spott. Endlich darf der wahre Chef im Haus als Erster sprechen.

Alles bis Juli ist Domenicalis Verdienst

Alonso hatte dann gleich ein paar Ohrfeigen für jene Herren im Konzern bereit, die den alten Rennleiter Stefano Domenicali vertrieben haben. Man sagt, dass Mattiacci von der Fiat-Spitze Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo aufs Auge gedrückt wurde. Alonso widmete seinen dritten Platz seinem alten Capo und seinem Freund Domenicali. "Dieses Podium und alles was jetzt noch bis Juli passiert, ist das Ergebnis seiner Arbeit."
 
Der Ferrari F14T zeigte sich dank modifizierter Aerodynamik und Änderungen am Motor und seiner Software leicht verbessert. Die Fahrer notierten mehr Abtrieb und mehr Power. Doch der eigentliche Erfolgsgarant war Alonso. Der Spanier machte das Unmögliche möglich. Er kam vor beiden Red Bull ins Ziel.

Alonso richtete früh den Blick auf Ricciardo

Den Grundstein legte Alonso gleich beim Start, als er sich gegen Felipe Massa durchboxte und sich auf Rang 3 hinter Lewis Hamilton und Sebastian Vettel einreihte. Ferraris Nummer eins hielt sich im Windschatten des Red Bull und stieß dank des früheren Boxenstopps auf den zweiten Platz vor. Danach holte ihn nur noch Nico Rosberg ein.
 
Der Mercedes-Pilot pfeilte sich dank eines um 15 km/h besseren Top-Speeds an dem Ferrari vorbei, als würde der parken. Alonso fuhr da längst mit Blick auf Daniel Ricciardo. Zu Beginn des letzten Stints betrug der Abstand 10,5 Sekunden. Er schrumpfte noch auf 3,5 Sekunden zusammen.
 
Alonsos Reifen waren vier Runden älter. Er brachte sie meisterhaft über die Restdistanz von 22 Runden. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen fuhr er den dritten Reifensatz zwei Runden lang vorsichtig an. Um das Körnen hinauszuzögern. Immer wenn Ricciardo Boden gutmachte, legte Alonso eine oder zwei schnelle Runden ein. "Aber nicht unsinnig schnell, so dass er sich die Reifen ruiniert. Er hat das jedes Mal so getimt, dass er nur knapp schneller war. Das bricht dem Verfolger die Moral", lobte Ex-Pilot Martin Brundle. Sein Fazit: "Fernando war der Mann des Rennens."

Mercedes bald einholen, sonst ist Titelrennen gelaufen

Das ließ Alonso sein Team auch spüren. Genüsslich rieb er den Roten Kimi Räikkönens Rückstand auf sich unter die Nase. "Fast eine Minute." Um genau zu sein: 52,7 Sekunden. Alonso lobte den kleinen Fortschritt bei Auto und Motor, mahnte aber gleichzeitig an, wegen des dritten Platzes nicht gleich den Boden unter den Füßen zu verlieren.
 
"Wir brauchen viele dieser Schritte, um Mercedes einzuholen. Und hoffentlich kommen sie schnell, sonst können wir die Weltmeisterschaft abschreiben. Heute halfen uns die neuen Teile, das Streckenlayout und ein nahezu perfektes Wochenende. Ich vergleiche es mit 2012." Dabei sah Alonso nicht aus wie einer, der gerade Dritter geworden ist. Der Abstand zum Sieger ist mit 23,6 Sekunden immer noch viel zu groß.

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