Fernando Alonso - Barcelona - F1-Test - 26. Februar 2019 xpb

Alonso wird McLaren-Joker

Immer bereit für ein Comeback

Fernando Alonso ist nur Zuschauer und doch präsent. Der Spanier bleibt McLaren als Edel-Joker treu. Alonso soll die Schnittstelle zwischen den Fahrern und den Ingenieuren werden. So will sich er sich für ein mögliches Comeback fit halten.

Wo ist die Menschentraube im Fahrerlager von Barcelona am größten? Falsch, nicht bei Ferrari oder bei Mercedes. Die meisten Fans drückten sich an den ersten beiden Tagen der zweiten Testwoche am McLaren-Zelt die Nasen platt. Es hatte sich in Windeseile herumgesprochen, dass Fernando Alonso aufgetaucht war. Alonso wurde in der McLaren-Garage gesichtet, im Technik-Truck, an der Rennstrecke. Und der Spanier war nicht nur Gast von McLaren. Er ist weiter ein Teammitglied, jetzt auch in offizieller Mission.

McLaren gab seinem Superstar dafür den Titel „Botschafter“. Doch das drückt nur unzureichend das aus, was McLaren und Alonso wirklich vorhaben. „Super-Ingenieur“ wäre ein besserer Begriff. Man könnte die Rolle des 32-fachen GP-Sieger auch als Edel-Joker bezeichnen.

Doch lassen wir Alonso selbst sprechen über seinen neuen Auftrag, den er und Teamchef Zak Brown schon seit letztem Sommer ausgeheckt haben. „Ich werde das Bindeglied zwischen den Fahrern und Ingenieuren sein, im Simulator Entwicklungsarbeit betreiben und vielleicht bei Testfahrten zu einem späteren Zeitpunkt mal im Auto sitzen.“

Übersetzer für die McLaren-Ingenieure

Im Moment will sich Alonso vom neuen MCL34 fernhalten: „Für Sainz und Norris ist jede Runde kostbar. Sie müssen alle Szenarien durchspielen. Ich höre mir an, was sie vom Auto erzählen, gleiche das mit den Simulatordaten ab und übersetze die Wünsche der Fahrer den Ingenieuren. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass Fahrer und Techniker nicht immer die gleiche Sprache sprechen.“

Alonso wird in seinem neuen Amt ein regelmäßiger Gast an der Strecke sein. Er schätzt, dass er 50 Prozent der Grand Prix besucht. „Aber hauptsächlich in der zweiten Saisonhälfte. In den nächsten Monaten haben das Indy 500 und mein WEC-Programm für Toyota Priorität. Ich habe Rennen in Sebring, Spa und Le Mans und natürlich das Indy 500 vor der Brust.“

Carlos Sainz - McLaren - Barcelona - F1-Test - 27. Februar 2019
Jerry André
Alonso war fest in die Entwicklung des MCL34 eingebunden.

Alonso hat festgestellt, dass er zum Aufhören noch zu jung ist. „Ich bin letztes Jahr auf dem Zenith meines Könnens gefahren. Es wäre eine Verschwendung jetzt aufzuhören. Deshalb werde ich zuerst ein paar der berühmtesten Autorennen abhaken, bevor ich mir wieder der Formel 1 zuwende. Wenn sich wieder eine Möglichkeit ergeben sollte, dass ich ein konkurrenzfähiges Auto fahren kann, möchte ich bereit sein. Das geht nicht, wenn ich daheim auf der Couch sitze. Dazu muss ich am Ball bleiben.“

Superteam Seidl, Key und Alonso

Alonso hat deshalb schon jetzt mit seiner Arbeit hinter den Kulissen begonnen. „Dieser MCL34 wurde im Juni 2018 geboren. Ich kenne seine Philosophie und die Entwicklungsziele, habe an vielen Meetings mit den Ingenieuren und Simulator-Sitzungen teilgenommen. Jetzt höre ich mir die Kommentare von Carlos und Lando an, wie sich das Auto auf der Strecke benimmt. So kann ich beurteilen, welche von den Schwächen des letztjährigen Autos ausgebügelt wurden und welche nicht. Dazu muss ich nicht selbst im Auto sitzen.“

Der Sieger des diesjährigen 24 Stunden-Rennens von Daytona hat sich schon ein gutes Bild von dem Auto gemacht, das für McLaren ein erster Schritt aus der Krise sein soll. „Es ist in einigen Details bemerkenswert gut. Wir wissen aber auch, wo wir uns verbessern müssen.“ Zak Brown nennt Alonso den letzten wichtigen Puzzlestein für ein Comeback von McLaren. „Wir haben jetzt mit Andreas Seidl, James Key und Fernando eine schlagkräftige Truppe und mit Carlos und Lando zwei Fahrer, mit denen wir happy sind.“

Fernando Alonso - Barcelona - F1-Test - 26. Februar 2019
Stefan Baldauf
Noch auf der Ersatzbank, bald schon wieder im F1-Auto? Erste Testfahrten mit Alonso sind schon geplant.

Brown bestätigt, dass Alonso später in der Saison den McLaren testen wird. „Als Teil des 2019er Entwicklungsprogramms und als Vorgriff auf das 2020er Auto.“ Alonso hält die Nabelschnur zu McLaren so kurz wie möglich um jederzeit ein Comeback geben zu können. „Ich werde die Regeln beobachten, die Entwicklung, die das Team und das Auto machen. Je besser ich in die Arbeit eingebunden bin, desto besser kann ich wieder zurückkehren, wenn es sich ergeben sollte.“

Alonsos Urteil: „McLaren ist für die Zukunft gut aufgestellt.“ Reicht dann ein Anruf, und der Edel-Joker sitzt wieder im McLaren? „Darüber haben wir noch nicht gesprochen“, weicht Brown aus.

GP Australien in der Wiederholung

Alonsos erster Eindruck anhand der Daten und einem kurzen Streckenstudium am Nachmittag des fünften Testtages deckt sich mit dem allgemeinen Urteil im Fahrerlager: „Ferrari sieht sehr stark aus, doch das war in den letzten Jahren auch so. Die Saison ist lang. Das Mittelfeld liegt innerhalb von drei bis vier Zehnteln, und es scheint näher an den drei Top-Teams dran zu sein als letztes Jahr. Es ist aber alles noch Kaffeesatzleserei, weil wir noch nicht wissen, wer mit wie viel Sprit gefahren ist.“

Den Saisonauftakt in Melbourne wird Alonso übrigens verpassen. „Da sitze ich im Flieger von Sebring zurück nach Europa. Wenn ich daheim ankomme, ist das Rennen gelaufen. Ich werde mir den GP Australien in der Wiederholung anschauen müssen.“ Beim Indy 500 will Alonso auf keinen Fall zu spät dran sein. „In der nächsten Woche beginnt die Simulatorarbeit. Im April gibt es einen offenen Test in Indianapolis. Dieses Jahr bin ich kein Gaststarter in einem fremden Team. Es ist ein volles McLaren-Programm. Wir haben eine gute Truppe zusammengestellt.“

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