Alonso

McLaren ist Vergangenheit

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Das leidige Kapitel McLaren-Mercedes ist abgehakt. Für Fernando Alonso zählt nach seiner Rückkehr zu Renault nur noch die Zukunft - und die wird angesichts des Riesenrückstands auf die Rivalen schwierig genug.

"Einige Leute glauben, dass ich von 2007 noch eine Rechnung offen habe, aber das ist nicht meine Art", versichert der zweimalige Formel-1-Weltmeister. "Die Vergangenheit ist abgeschlossen. Ich muss nach vorne schauen."

So ganz freiwillig verzichtet der konfliktfreudige Alonso auf eine schonungslose Abrechnung mit seinem früheren Arbeitgeber allerdings nicht. Bestandteil der Trennung nach monatelangen Grabenkämpfen ist angeblich eine Stillhalteverpflichtung. Sollte der Spanier seine Meinung über den Dauerstreit mit den McLaren-Mercedes-Verantwortlichen und seinem damaligen Teamkollegen Lewis Hamilton allzu deutlich äußern, droht ihm wohl eine millionenschwere Nachzahlung.

Alonso: "Ich bedaure nichts"

Diplomatisch sprach der gelöst und locker wirkende Alonso in einer Presserunde mit einer Hundertschaft von Journalisten nach der Renault-Präsentation am Donnerstag (31.1.) in Paris nur von "einer schwierigen Saison" und fügte an: "Ich bedaure aber nichts." Schließlich kämpfte der 19-malige Grand-Prix-Gewinner 2007 bis zum Schluss in Sao Paulo um den Titel und verpasste im packenden Herzschlagfinale den WM-Hattrick nur um einen Punkt. "Renault war im Vorjahr nicht konkurrenzfähig", stellte Alonso klar, dass die Franzosen auch mit ihm gegen Ferrari mit dem letztendlichen Champion Kimi Räikkönen sowie gegen McLaren-Mercedes keine Chance gehabt hätten.

Einen kleinen, verbal geschickt verpackten Seitenhieb gegen die Silberpfeil-Seilschaft kann sich Alonso trotz aller Rücksichtnahme nicht verkneifen. "Als ich erstmals zu Renault kam, war ich nicht Weltmeister. Das Team hat mich aber immer unterstützt, immer
respektiert und immer geholfen", sagte er. Das sei jetzt wieder so, und deshalb sei die "equipe jaune" für ihn "erste Wahl" gewesen. Was der als ebenso sensibel wie egozentrische Heimkehrer als Pluspunkte bei Renault herausstellt, vermisste er beim alten Arbeitgeber.

Genüsslich griff sein Mentor und früherer Manager Flavio Briatore dieses Reizthema auf. "Wir alle kennen Fernando und wissen, was er kann. Schon bei den Tests war er ein komplett anderer Mann: konzentriert, entspannt und gut aufgelegt", sagte der Teamchef, der die treibende Kraft bei der Heimholaktion war. "Er ist voller Enthusiasmus zurückgekehrt, und jetzt ist er in jeder Hinsicht ins Team eingebunden."

Auch bei Renault nicht Nr. 1

Am stärksten hatte Alonso damals bemängelt, dass ihm McLaren-Mercedes keinen Sonderstatus gegenüber dem stark auftrumpfenden Jungspund Hamilton eingeräumt hatte. Treuherzig versicherte der Spanier jetzt, er sei auch bei den Franzosen nicht die Nummer 1: "Das entspricht nicht der Philosophie von Renault. Da steht nichts im Vertrag. Sie kämpfen primär um die Konstrukteurs-WM." Wenn es klappe, den Fahrertitel auch zu holen, sei das natürlich umso besser.

Alonsos Chancen, in der am 16. März in Melbourne startenden Saison im Titelrennen ernsthaft mithalten zu können, sind angesichts des Kräfteverhältnisses allerdings sehr gering. Dies weiß auch er. "Vorerst können wir nicht um Pole Positionen und Siege kämpfen", sagte er angesichts von rund einer Sekunde Rückstand auf die "Roten" und die "Silbernen". Renault liege zu weit hinter diesen beiden Top-Teams. "Diese Lücke müssen wir schließen", forderte er und kündigte an, dafür "mein Maximum" zu geben. Sollte dies nicht reichen, kann sich Alonso immerhin mit angeblich 20 Millionen Euro Jahresgehalt trösten.

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