Fernando Alonso - Sitzanpassung - Indy500 - Andretti
Fernando Alonso
Fernando Alonso
Fernando Alonso
Fernando Alonso 112 Bilder

Alonso mit Umweg nach Russland

Im Simulator ist Indy einfach

Fernando Alonso hat seinen ersten Besuch in der neuen IndyCar-Welt hinter sich. Er saß im Simulator und hat gemerkt: Das echte Indy-Feeling wird es erst im Rennauto geben. Sein Weg nach Sotschi wurde zur Odyssee mit wenig Schlaf.

Fernando Alonso kann Ablenkung gut gebrauchen. So kommt er leichter über die Enttäuschungen in der Formel 1 hinweg. „Ich hatte in der letzten Woche nicht viel Zeit über Bahrain nachzudenken.“

Alonso besuchte erstmals seine neue Welt. Es sollte ein erstes Kennenlernen mit dem Team werden, für das er am 28. Mai bei den 500 Meilen von Indianapolis antritt. Der Spanier war sofort der Star im Fahrerlager des Barber Motorsports Park, dem Schauplatz des dritten IndyCar-Rennens der Saison. „Leider habe ich das Rennen nur zur Hälfte gesehen. Die andere Hälfte musste ich Interviews geben“, lächelte ein etwas übernächtigter Alonso.

Es war ein straffer Zeitplan für den McLaren-Piloten. Am Montagmorgen stand in der Fabrik in Indianapolis die Sitzprobe an. Am Nachmittag machte er sich mit dem Ort vertraut, der für ihn in den letzten beiden Wochen im Mai der Mittelpunkt der Welt sein wird. Alonso führte erste Gespräche mit Indy-Veteranen, um sich auf die Aufgabe vorzubereiten. Und er besuchte den Speedway. „Ich habe mir auch den Siegerpokal angeschaut. Wunderbar groß. Den hätte ich gerne in meiner Sammlung.“

Kann ein Rookie in Indy gewinnen?

Bis es so weit ist, steht Alonso noch viel Arbeit bevor. Sie begann am Dienstagmorgen mit Simulatorfahren. Der von der Formel 1 verwöhnte Superstar merkte schnell, dass er da in einer besseren Playstation Platz nahm. „Im Simulator ist es einfach, mit 370 km/h durch die Kurven zu fahren. Du weißt, dass nichts passieren kann, wenn du abfliegst. Wenigstens bekommst du eine ungefähre Ahnung davon, wie es sich anfühlt, im Oval zu fahren.“

Alonso weiß, dass ihm nur echte Runden im Auto die Erfahrung bringen, die er sich bis zum Rennen aneignen muss. Am 3. Mai hat der Spanier Premiere. Dann bekommt er Gelegenheit seine ersten Runden im Speedway zu drehen.

Die Größe der Aufgabe ist ihm bewusst. „Ich werde jede Information aufsaugen, die ich bekommen kann. In Indy bin ich ein Rookie. Ich muss mich an die Geschwindigkeiten gewöhnen, auf das Fahren im Verkehr, auf die Bedeutung der Safety-Cars für das Rennen. Zum Glück habe ich mit Michael Andretti einen der besten Lehrer, die ich mir wünschen kann.“

Dass es möglich ist, aus dem Stand das Indy 500 zu gewinnen, hat Alexander Rossi im letzten Jahr bewiesen. Auch der 25-jährige Amerikaner war Rookie, als er das 100. Indy 500 gewann. Alonso warnt davor zu glauben, das Wunder ließe sich so einfach wiederholen. „Mein Ziel muss es sein, den notwendigen Speed zu finden, um im entscheidenden Moment die Umstände auszunutzen. Es muss alles passen, um dieses Rennen zu gewinnen. Ich habe schon gelernt, dass es viele Faktoren gibt, die nicht im Einflussbereich des Fahrers liegen.“

Die Rückreise von den Staaten gestaltete sich schwierig. „Die schnellste Verbindung wäre über New York gewesen, doch der Flughafen wurde wegen schlechten Wetters geschlossen. Ich musste dann ein paar Stunden warten und über Chicago nach Europa zurückfliegen, um weiter nach Sotschi zu kommen.“

Alonso traf erst Donnerstagfrüh in Russland ein. „Seit Dienstagnacht sitze ich nur im Flugzeug. Nach dieser Presserunde hier bei McLaren gehe ich ins Hotel. Ich brauche dringend Schlaf.“

Seit Alonso angekündigt hat, beim Indy 500 zu fahren, ist er in den USA ein Star. „Früher habe ich oft in Amerika Urlaub gemacht, weil mich dort keiner kannte. Ich konnte mich überall frei bewegen. Diesmal hatte ich das Gefühl in Spanien zu sein. Auf den Flughäfen hat mir jeder die Hand geschüttelt, um ein Autogramm gefragt und mir viel Glück gewünscht.“

Wechsel zu McLaren brachte Lebensqualität

Trotz der Rückschläge im Bahrain geht Alonso etwas optimistischer in das vierte Rennen des Jahres. „Der letzte Testtag mit Stoffel in Bahrain brachte uns ein paar positive Ansätze. Wenn wir die hier in Sotschi umsetzen können, sollten wir beide Autos ins Ziel bringen, mit Glück vielleicht sogar in den Punkten. Das wird allerdings schwierig, weil Sotschi in der Bedeutung des Motors für die Rundenzeit an vierter Stelle steht. Ich habe das Gefühl, dass wir seit Bahrain einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben, und das in Barcelona ein weiterer kleiner Schritt folgen wird.“

Die Frage, ob er jetzt nicht lieber im Ferrari säße, kann Alonso nicht mehr hören. „Ich wäre 2017 sowieso nicht mehr bei Ferrari gewesen, weil mein Vertrag abgelaufen wäre. Insofern stellt sich für mich die Frage nicht mehr. Ich kann mich nicht mein ganzes Leben lang fragen, wo ich lande würde, wenn ich noch für Ferrari fahren würde.“

„Fakt ist, dass ich in den letzten beiden Jahre auf Ferrari nicht Weltmeister geworden wäre. Ich hätte mich nur noch mehr geärgert. Bei McLaren habe ich wenigstens neue Dinge kennengelernt, die mir trotz der enttäuschenden Ergebnisse viel geholfen haben. Es war eine Frage der Lebensqualität, damals von Ferrari zu McLaren zu wechseln.“

Motorsport Aktuell Jenson Button - McLaren - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 26. November 2016 Button ersetzt Alonso in Monaco Comeback im Fürstentum

Die Lösung lag nahe: Nur zwei Tage nach der Bekanntgabe von Fernando...

Das könnte Sie auch interessieren
Charles Leclerc - Ferrari - Michael Masi - FIA - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Donnerstag - 1.08.2019
Aktuell
Max Verstappen - Red Bull - Zandvoort - Showrun
Aktuell
Kevin Magnussen - Haas - 2019
Aktuell