Alonso spricht in Rätseln

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Drei Trainingssitzungen lag Fernando Alonso vor Lewis Hamilton, und auch in der zweiten Qualifikationsrunde war der Spanier eine Spur schneller. Doch im entscheidenen Top Ten-Finale fehlten ihm plötzlich 0,668 Sekunden auf den Teamkollegen und die Pole Position.

Ein erdrutschartiger Zeitverlust, nachdem das Spitzenquartett an den Tagen zuvor nur um Hundertstelsekunden getrennt war. Da gingen dem Titelverteidiger die Erklärungen aus. Der noch amtierende Weltmeister lief mit einem langen Gesicht durch das Fahrerlager und sagt auffallend provozierend: "Ich hatte eine gute Runde bei meinem ersten Versuch und eine sehr gute bei meinem zweiten. Als mir mein Ingenieur jedes Mal Platz vier ins Cockpit funkte, wollte ich es nicht glauben. Bei meinem zweiten Anlauf mit den weichen Reifen glaubte ich wirklich, ich müsste auf Pole Position stehen oder knapp dahinter."

Alonso macht Andeutungen

Was wollte Alonso damit sagen? Dass an seinem Auto vor den entscheidenden Qualifikationsläufen manipuliert wurde? So weit wollte der WM-Zweite nicht gehen, auch wenn es ihm ganz recht war, dass viele auf diesen Verdacht kamen. "Ich muss erst einmal die Daten studieren, bevor ich etwas sagen kann. Die Balance des Autos war gut, und ich habe auch keine Fehler gemacht. Unsere Abstimmungen sind ziemlich identisch und auch beim Tankinhalt gibt es keinen großen Unterschied.

Die Ursache muss also woanders liegen." Viele Möglichkeiten gibt es nicht. Vielleicht stimmte etwas mit dem Reifendruck oder dem Aufwärmprozess der Reifen nicht. McLaren-Chef Ron Dennis versuchte eine Erklärung: "Fernando fuhr eine gute Runde, aber die von Lewis war außergewöhnlich." Mercedes-Sportchef Norbert Haug rechnete vor: "Lewis hat sich vom ersten auf den zweiten Versuch um sieben Zehntel gesteigert, Fernando nur um zwei."

Spanier wittern Benachteiligung

Eines ist klar: Der Fall wird die Verschwörungstheoretiker auf den Plan rufen, und wie die wundersame Steigerung von Hamilton in Spanien interpretiert wird, kann man sich heute schon ausmalen. Alonso hatte schon am Donnerstag (4.10.) für einen kleinen Eklat im Team gesorgt. Auf die Frage, ob er glaube, dass sein Team in der Qualifikation zum GP Japan fair gespielt hätte, gab sich der 19-fache GP-Sieger auffällig zugeknöpft: "Eine schwierige Frage. Darauf will ich nicht antworten."

Ron Dennis ärgerte die versteckte Unterstellung, etwas könnte nicht in Ordnung gewesen sein: "McLaren ist bekannt dafür, dass wir beiden Fahrern immer gleiches Material geben. Das steht auch in den Verträgen. Ich bin enttäuscht, wenn einer, der das ganz genau weiß, bewusst keine Antwort gibt." Hamilton hatte für seine Steigerung zum entscheidenden Zeitpunkt eine entwaffnende Erklärung: "Ich habe mir angeschaut, wo ich in den Trainings vorher Zeit verloren habe. An den Stellen habe ich einfach meine Linie und meinen Fahrstil geändert."

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