Alonso stichelt gegen Schumacher

"Eher McLaren als Ferrari"

Foto: Daniel Reinhard

Für Weltmeister Fernando Alonso ist sein Vorgänger Michael Schumacher im Titelrennen nicht der Hauptgegner. "Auf die gesamte Saison hin gesehen, rechne ich eher mit McLaren als mit Ferrari", stichelte der Spanier vor dem Großen Preis von Europa am Sonntag (14:00 Uhr/RTL und Premiere) auf dem Nürburgring.

Knapp zwei Wochen nach Schumachers erstem Saisonsieg beim Großen Preis von San Marino glaubt der Renault-Pilot nicht so recht an die Wende im Ferrari-Lager. "Sie waren bei den ersten Rennen nicht sehr stark, in Imola dann aber schon. Vergangenes Jahr war es aber auch so, dass sie nirgends eine Chance hatten, außer in Imola. Jetzt werden wir sehen, ob das wieder so ist."

Vor dem Grand Prix unweit seiner Kerpener Heimat hofft Schumacher auf die erfolgreiche Fortsetzung der in San Marino begonnenen Aufholjagd. "Wenn wir das Maximum aus unserem Auto herausholen können, dann werden wir überall schnell genug sein", sagte der Rekordweltmeister. Mit schelmischem Grinsen fügte der 37-Jährige an: "Die große Frage ist, ob wir das immer schaffen werden." Schumacher ist sicher, dass seine Triumphfahrt in der Ferrari-Heimat nicht nur ein Strohfeuer war. "Generell ist Renault das Team, das es zu schlagen gilt, aber wir sind generell in der Lage, das zu tun."

Vor der "Tour de Eifel" über 308,863 Kilometer hat Schumacher einen Rückstand von 15 Punkten auf Alonso. Der Spanier wiederum hat vor den noch folgenden 14 Rennen genau doppelt so viele Zähler auf dem Punktekonto wie Kimi Räikkönen im Silberpfeil. "Im vergangen Jahr hatten wir zu diesem Zeitpunkt einen viel größeren Rückstand und haben am Ende noch um den WM-Titel gekämpft", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. 29 Punkte lag Alonso im Vorjahr vor Räikkönen und kürte sich nach den 19 Rennen mit 21 Punkten Vorsprung vor dem Finnen zum jüngsten Weltmeister. 71 Punkte war der Renault- Pilot am Ende besser als der drittplatzierte Schumacher.

Im Vorjahr wurde Räikkönen in der Eifel ausgebremst, musste seinen defekten Silberpfeil kurz vor der Zieldurchfahrt abstellen und Alonso den Sieg überlassen. "Ich glaube, dass wir diesmal die Renaults herausfordern können", sagte der Finne. Kein Wunder, denn in dieser Saison ist der McLaren-Mercedes das zuverlässigste Auto in der Formel 1. Dafür aber fehlt dem Team etwas an Geschwindigkeit. "Wir fahren in die absolut richtige Richtung", betonte Haug. Der Mercedes-Motorsportchef glaubt, dass der Kampf um den WM-Titel erst auf den letzten Kilometern einer harten Saison entschieden wird: "Wir haben noch einige Sachen in der Pipeline."

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