Fernando Alonso - GP  Belgien 2017 Wilhelm
Ferrari - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Formel 1 - 24. August 2017
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Max Verstappen & Stoffel Vandoorne - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Formel 1 - 24. August 2017 102 Bilder

Alonso in der Einbahnstraße

„Es bringt nichts zu explodieren“

Fernando Alonso will im September über seine Zukunft nachdenken. Viele Optionen hat der Spanier nicht. Er kann bei McLaren bleiben oder aufhören. Das Wunder, dass bei einem Top-Team noch eine Tür aufgeht, wird wohl nicht eintreten.

Die Frage war unausweichlich. Fernando Alonso hat sie selbst provoziert. Das ganze Jahr predigte der Spanier, dass er sich nach der Sommerpause entscheiden werde. Die Sommerpause ist vorbei. Was also ist jetzt, Herr Alonso? „Ich habe immer gesagt, dass der September der Monat der Entscheidung ist“, präzisiert Alonso. „Wir haben heute den 24. August. Ihr müsst also noch warten.“

So kauft sich der zweifache Ex-Weltmeister noch ein paar Tage Zeit. Die Frage wird ihn in Monza und spätestens in Singapur erneut einholen. McLaren hat eine seiner Entscheidungen schon getroffen und Stoffel Vandoorne für 2018 bestätigt. Die Bestzeiten von Supertalent Lando Norris bei den Testfahrten in Budapest sollten Alonso signalisieren: „Wir haben Alternativen.“ Doch Alonso lässt sich keine Daumenschrauben anlegen. „Ich habe null Druck“, antwortet er trotzig. „Ich treffe meine Entscheidung wann ich will.“

Nicht Motor wichtig, sondern das Paket

Es kann eigentlich nur eine Grundsatzentscheidung sein. McLaren oder Aufhören. Bei Mercedes, Ferrari und Red Bull sind die Türen mehr oder weniger zu. Renault wird ihn nicht bezahlen können. Das Wunder, dass Sebastian Vettel noch Ferrari vor den Kopf stößt und bei Mercedes andockt, wird nicht eintreten. Nur dann wäre ein Platz frei bei einem der drei Top-Teams. „Ich zerbreche mir nicht den Kopf, wer wo schon unterschrieben hat und was noch frei ist“, macht Alonso auf lässig.

Alonso macht seine Zukunft nicht davon abhängig, welcher Motor bei McLaren landet oder welcher Fahrer im zweiten Auto sitzt. „Für mich zählt nur die Wettbewerbsfähigkeit des Pakets.“ Doch kann er heute schon abschätzen, wo Honda in 7 Monaten steht? Oder wie sich Renault im nächsten Jahr steigern wird? „Das einzige, was du abschätzen kannst ist, dass es drei Teams gibt, bei denen die Performance stimmt. Alles andere ist Spekulation.“

Dann lässt der Spanier seine drei McLaren-Jahre Revue passieren. „Im ersten Jahr hatten wir große Probleme. Mehr als gedacht. Im zweiten konnten wir uns stark verbessern und ins Mittelfeld aufsteigen. Im dritten haben wir in der ersten Saisonhälfte das erste und zweite Jahr noch einmal erlebt. Ein Saisonstart ganz hinten, jetzt der Aufstieg ins Mittelfeld.“

Alonso lobt Vandoorne und sich selbst

Die Richtung stimmt. Immerhin. Doch für Alonso wäre das nur dann ein Trost, wenn er wüsste, dass es bei Honda nicht wieder rückwärts geht. Es gibt andererseits auch keine Garantie, dass der Aufwärtstrend anhält. Während Honda im Auto von Stoffel Vandoorne eine neue Motor-Version einsetzt, wurde das Triebwerk von Alonso nur in dem Rahmen modifiziert, in dem es keine Strafpunkte gibt. Also hauptsächlich ein Eingriff bei der Software. „Da ist nicht viel mehr Leistung zu erwarten“, meint Alonso mürrisch.

Trotzdem will er Spa und Monza nicht ganz abschreiben. „Es werden sicher unsere härtesten Rennen. Aber nichts ist unmöglich, wie wir letztes Jahr gesehen haben. Da bin ich aus der letzten Reihe gestartet und noch Siebter geworden. Diesmal könnte uns das Wetter helfen. Wir müssen einfach nur alle Chancen nutzen, die uns das Schicksal zuspielt.“

Dann lobt sich Alonso wieder mal selbst. Zuerst, indem er seinem Teamkollegen Vandoorne applaudiert, den er bis jetzt immer geschlagen hat. „Stoffel hat einen super Job in seinem ersten Jahr abgeliefert. Es war logisch, dass ihn McLaren behält.“

Dann verweist der Spanier auf seine eigenen Qualitäten: „Ich habe trotz schwerer Zeiten immer versucht, positiv zu sein und an das Team zu glauben. Das haben mir weder Nico Rosberg noch Mark Webber zugetraut. Mark war überrascht, dass ich nicht explodiere. Doch was hätte das gebracht? Wenn mir einer garantiert, dass wir als Reaktion auf eine Explosion eine Sekunde finden, würde ich es machen. Aber die Jungs im Team und bei Honda geben ja schon alles. Mehr geht gar nicht mehr.“

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