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Alonso sucht Cockpit für 2018

Williams flirtet mit Alonso

Bei den Top-Teams sind die Türen für Fernando Alonso zu. Jetzt meldet der Fahrerlager-Funk in Spa-Francorchamps eine mögliche Sensation: Williams soll Alonso ein Angebot gemacht haben.

Es ist das heißeste Gerücht im Fahrerlager: Williams bietet Fernando Alonso eine Ausweichmöglichkeit an, sollte ihm das Risiko zu groß sein, ein viertes Jahr bei McLaren-Honda dranzuhängen. Bis jetzt gibt es nur bruchstückweise Informationen von anderen Teams, aus denen sich ein Puzzle zusammensetzt, das Alonso mit Williams in Verbindung bringt.

Weder McLaren noch Williams wollen zu Fahrerfragen Stellung nehmen. Standardantwort: „Warten Sie ab, bis wir etwas zu sagen haben.“ Auch Fernando Alonso trägt wenig zur Aufklärung bei: „Ich habe immer gesagt, dass ich im September meine Entscheidung treffe.“ Bis Ende September hätte er rechnerisch von Freitag (25.8.2017) gerechnet noch 36 Tage Bedenkzeit. Genug, um seine Optionen im Detail zu prüfen.

Massa würde noch ein Jahr dranhängen

Doch hat der Spanier Alternativen zu McLaren? Die drei Top-Teams sind dicht. Weder bei Mercedes, noch bei Ferrari und Red Bull tut sich eine Lücke auf. Renault ist für Alonso erst in zwei Jahren interessant. Wenn der Marschplan eingehalten wird, dann will der französische Hersteller 2019 um Siege und im Jahr darauf um den Titel mitfahren. Im Moment macht eine Investition in Alonso wenig Sinn. Sie würde Geld kosten, das Renault an der Technik-Front braucht. Alonso wird erst interessant, wenn man einen Fahrer braucht, der im Titelkampf den entscheidenden Unterschied spielen kann.

Chase Carey & Fernando Alonso - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 9. Juni 2017
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Die Formel 1 braucht einen starken Fernando Alonso.

Deshalb ging man bei Alonso davon aus, dass er sich nur zwischen McLaren und Aufhören entscheiden kann. Auf die Frage, ob der Motor eine Rolle spielt, meinte der Ex-Weltmeister nur, dass es ihm nur auf die Konkurrenzfähigkeit des Gesamtpakets ankomme. Das müsse er prüfen. Bei McLaren kann er abschätzen, was auf ihn zukommt. Der Rennstall aus Woking hat eines der besten Chassis im Feld. Honda holt auf, aber in kleinen Schritten. Wenn McLaren 2018 einen anderen Motor einsetzt, dann bestenfalls einen Renault. Da ist nicht viel gewonnen.

Jetzt kommt Williams ins Spiel. Das Team droht abzurutschen. WM-Platz 4 ist eine Illusion. „Wir müssen uns anstrengen, unseren 5. Platz vor Renault zu verteidigen“, warnt Felipe Massa. Der Brasilianer hat seine Dienste für 2018 noch einmal angeboten. „Es gibt keinen Grund, nicht noch ein Jahr dranzuhängen, wenn das Paket stimmt.“ Und wenn es nicht so kommt, ist es auch egal. Massa kann damit leben, Ende des Jahres in Rente zu gehen. Das wollte er ja schon vor einem Jahr. „Ich bin völlig relaxt, egal was passiert.“

Neubeginn mit Alonso?

Williams braucht einen Neuanfang. Da ist die Mischung von Oldie Felipe Massa und Rookie Lance Stroll ein zu schwaches Signal nach draußen. Wegen Hauptsponsor Martini muss mindestens einer der Fahrer älter als 25 Jahre sein, damit man weltweit für seine alkoholischen Drinks werben kann. Ein zweiter junger Pilot neben Lance Stroll kommt also nicht in Frage. Alonso wäre ein idealer Werbeträger für Martini.

Und der Spanier könnte dem zuletzt etwas eingerosteten Rennstall jenen Schwung zurückgeben, den das drittälteste Team im Fahrerlager braucht, um wieder auf die Beine zu kommen. Für Stroll wäre der 32-fache GP-Sieger der ideale Teamkollege. Gegen Alonso zu verlieren, ist auch keine Schande. Man hört, dass Strolls Vater Lawrence kräftig an einem Alonso-Deal mitarbeitet. Weil Alonso mit seinem Feedback der vielleicht beste Entwicklungshelfer für die Ingenieure ist, was wiederum dem ganzen Team hilft.

Es gibt nur ein Problem: Williams hat zwar einen Mercedes-Motor, aber zur Zeit kein überzeugendes Chassis. Das letzte Upgrade lief ins Leere. Umgekehrte Verhältnisse wie bei McLaren. „Warum kommt er nicht zu uns?“, fragt Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer. „Wir wären das ideale Team für Alonso.“

Alonso will sich mit seiner Entscheidung noch Zeit lassen. Um nicht noch einmal den falschen Schritt zu tun. Was auch immer er vorhat, er wird sich nur auf ein Jahr festlegen, um 2019 flexibel zu sein. McLaren hat die Alarmglocken offenbar läuten hören. Sonst hätte man Supertalent Lando Norris beim Budapest-Test nicht reihenweise Bestzeiten fahren lassen.

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Der Zweikampf zwischen Mercedes und Ferrari geht weiter.

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