Fernando Alonso - Carlos Sainz - GP Aserbaidschan 2017 - Baku xpb
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Alonso wirbt für sich selbst

Charme-Offensive des Fernando Alonso

Fernando Alonso will 2018 wieder Grand Prix gewinnen. Doch wo will er hin? Mercedes und Ferrari schrecken vor der schwierigen Persönlichkeit des Spaniers zurück. Sein Manager Flavio Briatore hält das für eine unbegründete Angst.

Fernando Alonso ist das Hinterherfahren leid. Er spürt, dass er mit diesen Autos Grand Prix und womöglich noch einmal die Weltmeisterschaft gewinnen kann. Wenn man ihn nur ließe. Die 2017er Autos trennen die Spreu vom Weizen. Und wer nicht ganz blind ist, sieht, dass Alonso in einem Siegerauto auch ein Siegkandidat wäre. Er demontiert den hoch eingeschätzten Stoffel Vandoorne und vollbringt mit dem McLaren-Honda Wunderdinge, obwohl dem Motor rund 90 PS fehlen.

Der siebte Startplatz in Barcelona, der zwölfte auf der Power-Strecke von Montreal, die sechstschnellste Rennrunde in Baku, die zwei WM-Punkte in Aserbaidschan, 7:0 im Trainingsduell gegen Vandoorne: Alles Anzeichen dafür, dass hier einer im Auto sitzt, der in einem Mercedes, Ferrari oder Red Bull um den WM-Titel fahren würde. Doch bei keinem der drei Topteams steht der zweifache Ex-Weltmeister auf der Liste. Und Alonso läuft mit bald 36 Jahren die Zeit davon.

Alonso betreibt Eigenwerbung

Deshalb betreibt der 32-fache GP-Sieger gerade Eigenwerbung, wo er kann. Um die Wunschteams doch noch zu überzeugen, lässt Alonso Fakten sprechen, und weil das nicht ausreicht, hilft er verbal nach. „Es gab nie einen besseren Alonso als jetzt. Würde ich gegen den Alonso von vor zehn Jahren fahren, wäre ich nicht schneller, aber erfolgreicher. Weil ich weniger Fehler mache, das Rennen besser lesen und mir einteilen kann, weiß, wann ich Gas geben und Gas rausnehmen muss, und beim Spritsparen und Reifenmanagement dazugelernt habe. Ich schlage gerade regelmäßig einen Teamkollegen, der in den Juniorformel nie ein Teamduell verloren hat.“

Fernando Alonso - Indy500-Qualifying 2017
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Alonsos Indy500-Ausflug wurde nicht belohnt. Der Spanier schied mit Siegeschancen aus.

Um sich zu präsentieren, geht Alonso auch ungewöhnliche Wege. Der Seitensprung nach Indianapolis sollte der Welt zeigen, dass er sich jederzeit an jedes Auto anpassen kann. Dass er in einer völlig fremden Welt auf Anhieb vorne mitfahren kann. Aktionen wie der Sprung auf die Tribüne in Montreal sind eine Art Charme-Offensive. Alonso will zeigen, dass er ein volksnaher Typ sein kann. Bei Medien-Runden punktet er mit den besten Antworten.

Alonso will auch demonstrieren, dass er ein Teamplayer ist. Als Gerüchte aufkamen, er werde die Saison bei McLaren nicht zu Ende fahren, wenn die Demütigung noch länger dauert, erwiderte er. „Ich gebe nicht auf. Das Team erwartet von mir jetzt einen extra Job. Ich soll das gutmachen, was dem Auto fehlt.“ Alonso weiß genau, dass er sich nur ins Schaufenster stellen kann, wenn er im Auto sitzt. Wirft er wie bei Ferrari wieder vorzeitig das Handtuch, hätte er sich endgültig bei allen Teams auf die schwarze Liste gesetzt.

Messi hat zehn Vereine, Alonso nur drei Teams

Er ist der kompletteste Fahrer im Feld, doch die großen Teams schrecken wegen seiner schwierigen Persönlichkeit vor dem Spanier zurück. Momentan würde ihm nur sein altes Team Renault Asyl geben. Alonsos Manager Flavio Briatore poltert: „Fernando muss zu Mercedes oder Ferrari. Renault ist noch ein gutes Stück von einem Topteam entfernt.“

Wenn der beste Rennfahrer nicht vermittelbar ist, dann ist das ungefähr so, als wäre Lionel Messi auf dem Markt, aber Real Madrid, Bayern München oder der FC Chelsea zeigen ihm die kalte Schulter. „Da gibt es in Europa zehn attraktive Vereine. Messi hätte eine viel größere Auswahl. In der Formel 1 kannst du nur mit drei Teams gewinnen“, bedauert Briatore.

Der frühere Teamchef von Benetton und Renault will nicht verstehen, dass sein Mandant einen so schlechten Ruf hat: „Das alles ist die Schuld von Ron Dennis. Der hat das Problem 2007 bei McLaren angezettelt. Und das hängt Fernando noch heute nach. Mit Mercedes hatte das damals doch gar nichts zu tun“, ärgert sich Briatore. Um das klarzustellen, ging der 67-jährige Italiener in Baku auf Brautschau und traf sich mit Vertretern der in Frage kommenden Teams. Mit Mercedes sogar zum Abendessen und Frühstück.

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Alonso soll bei McLaren bleiben. Irgendwann findet Honda Leistung, und dann geht die Post ab
Alonso muss zu Mercedes, Ferrari oder Red Bull. Es geht um den Titel, nicht um Sympathien
Alonso soll mit Renault noch einmal etwas aufbauen. Das hat schon 2005 und 2006 geklappt.
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