Alonsos Glück im Unglück

Fünf Minuten für eine Spurstange

Fernando Alonso - Ferrari - Formel 1 - GP Malaysia - Sepang - 29. März 2014 Foto: xpb 31 Bilder

Fernando Alonso hätte auf die Pole Position fahren oder auf Startplatz 16 landen können. Eine Kollision mit Daniil Kvyat wäre dem Spanier fast zum Verhängnis geworden. Doch die Ferrari-Mechaniker wechselten die verbogene Spurtstange in Rekordzeit. Dann hatte Alonso aber nur noch einen Satz Regenreifen.

Das Q2 hatte gerade erst begonnen, da gerieten der Ferrari von Fernando Alonso und der Toro Rosso von Daniil Kvyat in Kurve 9 aneinander. Alonso lenkte ein und erhielt einen Stoß gegen das linke Vorderrad. Die Spurstange brach ab. "Da war für mich Fernandos Training vorbei", schwitzte Rennleiter Stefano Domenicali am Kommandostand.

Er hatte die Rechnung ohne seine Mechaniker gemacht. Und die sechs Minuten Rot-Pause. Die Ferrari-Schrauber tauschten in fünf Minuten die Spurstange. "Wir haben das nie vorher geübt", wunderte sich Domenicali. Alonso wollte Kvyat nicht die Schuld geben: "Er kam es aus dem Nirgendwo. Ich habe eingelenkt, ohne zu wissen, dass er da war. Erst als mich der Toro Rosso traf, sah ich, dass da noch ein anderes Auto war." Die Rennleitung sah nach kurzer Beratung keinen Handlungsbedarf.

Nach rechts zwei Finger, nach links zwei Arme

Alonso blieben nach der Reparatur nur noch acht Minuten, in die Top Ten zu fahren. Deshalb musste er zwei der drei Satz Extremwetter-Reifen anfahren. Der zweite Versuch wäre eigentlich gar nicht mehr nötig gewesen um weiterzukommen. Alonso brach ihn ab, aber die Reifen waren bereits benutzt.

Der Spanier stellte jedoch fest, dass sein Ferrari etwas mehr abgekriegt hatte als nur den offensichtlichen Schaden. "Die Lenkung war krumm. Nach rechts konnte ich mit einem Finger lenken, nach links habe ich es fast mit beiden Händen nicht geschafft."

Bis auf Mercedes jeder schlagbar

Im Q3 blieb dem Ex-Champion nur noch ein frischer Satz Schlechtwetter-Reifen. "Wir haben ihn am Anfang eingesetzt, und das war die richtige Entscheidung, weil die Vorhersage mehr Regen ankündigte", verteidigte Alonso seine Strategen.
 
Der Ferrari-Pilot lag mit sechs Zehntel Rückstand hinter Hamilton auf Platz 3, als ihn Nico Rosberg in letzter Sekunden noch vom Podium stieß. "Hätte Fernando zum Schluss einen frischen Satz Reifen gehabt, wäre die Pole Position möglich gewesen", glaubt Domenicali.

Alonso machte trotzdem einen zufriedenen Eindruck: "Platz 4 entspricht unserem Potenzial. Bis auf Mercedes können wir jeden schlagen. Aber auch in Malaysia gilt: Das erste Ziel ist die Zielankunft. Da ist noch keiner kugelsicher."

Räikkönen im Elend

Kimi Räikkönen zeigt selten Emotionen. Doch diesmal stand ihm der Ärger ins Gesicht geschrieben. In drei Trainingssitzungen war der Finne klar schneller als Alonso. Das hatte seinen Grund. Ferrari schickte ihn jeweils mit weniger Benzin auf die Strecke, um ihm die Chance zu geben, sich mehr mit seinem Ferrari anzufreunden. Auf trockener Strecke hat das auch ganz gut geklappt. "Da fühlte sich das Auto besser an, wenn auch noch nicht ganz so wie ich es mag."
 
Die Probleme von Melbourne kehrten im Regen zurück. "Plötzlich hatte ich keinen Grip mehr. Die Vorderachse fühlte sich leicht an, ich hatte Bremsprobleme und keine Traktion. Mit den Extremwetter-Reifen war es schlimmer als mit den Intermediates."

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