Pierre Gasly - Alpha Tauri - GP Emilia-Romagna 2020 - Imola xpb
Daniil Kvyat - Alpha Tauri - Formel 1 - GP Emilia-Romagna - Imola - Samstag - 31.10.2020
Carlos Sainz - McLaren - Formel 1 - GP Emilia-Romagna - Imola - Samstag - 31.10.2020
Fans - Formel 1 - GP Emilia-Romagna - Imola - Samstag - 31.10.2020
Fans - Formel 1 - GP Emilia-Romagna - Imola - Samstag - 31.10.2020 48 Bilder

Pierre Gasly in Hochform: Renault knapp geschlagen

Pierre Gasly in Hochform Perfekte Runde reicht Ricciardo nicht

Alpha Tauri und Pierre Gasly laufen zur Hochform auf. In Imola raste der Sieger des Monza-Rennens in die zweite Startreihe. Knapp vor Daniel Ricciardo im Renault. Das Ziel für das Rennen sind fette Punkte. Ferrari muss im Kampf um WM-Platz sechs aufpassen.

Dieser Pierre Gasly ist in dieser Saison eine Bank für Alpha Tauri. Der Franzose überzeugt auf der Rennstrecke, gewann das Chaos-Rennen von Monza und kurbelt obendrein die Verkäufe der Modelinie an, wegen der sich Toro Rosso ja für diese Saison umbenannt hatte. So paradox es klingt, doch man könnte sagen: Dieser Gasly fährt zu gut, um zu Red Bull 2021 aufzusteigen. Für Alpha Tauri wäre ein Abgang ein zu großer Verlust gewesen.

Schon seit Wochen weiß es der Pilot, dass er auch im nächsten Jahr im Schwesterteam bleiben muss. In der Woche zum GP der Emilia-Romagna wurde es offiziell gemacht. Red Bulls Motorsportlenker Helmut Marko begründet es damit, dass Alpha Tauri auch im nächsten Jahr einen starken Fahrer braucht, der regelmäßig punktet und dazu beiträgt, dass sich das Team weiterentwickelt. Gasly ist der wichtigste Eckpfeiler dafür.

Der 24-Jährige ist die Speerspitze und wird es bleiben, wenn aller Voraussicht nach Formel 2-Fahrer und Honda-Protege Yuki Tsunoda zum Rennstall aus Faenza hinzustößt. Red Bull setzt dagegen entweder weiter auf Alexander Albon oder holt sich Verstärkung von außerhalb: Nico Hülkenberg und Sergio Perez sind Kandidaten.

Nächste Gasly-Gala in Imola

Auch wenn Gasly vor dem 13. Rennwochenende der Saison erklärte, er habe keine genaue Erklärung für seinen Verbleib bei Alpha Tauri bekommen und er sei überrascht, nicht einmal in Betracht für das Red Bull-Cockpit neben Max Verstappen gezogen worden zu sein, so kann er sich doch mit der Entscheidung arrangieren. "Ich werde noch mehr Verantwortung übernehmen. Zum ersten Mal überhaupt werde ich eine zweite Saison bei einem Team hinten dranhängen. Wir werden zusammen immer besser. Ich weiß, was das Auto braucht. Und das Team weiß, was sie mir in die Hände geben müssen."

Das sieht auch der Teamchef so. "Es liegt an uns, Pierre ein noch schnelleres Auto zu geben. Dann werden wir noch mehr Erfolg haben und werden ihn sogar öfter auf dem Podest sehen", meint Franz Tost. Bislang hat das in der gemeinsamen Zeit zweimal geklappt: 2019 in Brasilien und in dieser Saison in Monza.

Die nächste Gala-Vorstellung lieferte Gasly in Imola ab. Der 24-Jährige egalisierte seine beste Quali-Platzierung. Wie in Hockenheim im Vorjahr startet er vom vierten Startplatz. Gasly sprach von der besten Qualifikation seines Lebens. Ohnehin sei der Tag nahezu perfekt für das Team verlaufen. "Ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt im Auto. Die Balance passte. Wir haben für die Qualifikation kleine Änderungen vorgenommen, die sich auszahlten. Meine Runden waren sehr stark. In Q3 ist mir dann einfach eine super Runde gelungen."

Daniel Ricciardo - Renault - GP Emilia-Romagna 2020 - Imola
xpb
Daniel Ricciardo verpasste die Mittelfeld-Spitze nur um 18 Tausendstel.

Wie sehr half Imola-Test?

Gasly, der zu Ehren von Ayrton Senna mit dessen Helmfarben beim Imola-Comeback antritt, besiegte zum elften Mal in dieser Saison Teamkollege Daniil Kvyat. Und er setzte sich um einen Wimpernschlag gegen Daniel Ricciardo durch. Der Renault verlor auf den 4909 Metern nur 18 Tausendstel auf den Alpha Tauri. "Ich wüsste nicht, wo ich mehr Zeit hätte herausholen können. Vielleicht in der Haarnadel. Da hatte ich einen kleinen Ausbrecher. Doch auch dort habe ich mich im Vergleich zu meinem besten Versuch verbessert. Ich war in jeder Kurve besser als in den Runden davor. Pierre ist sicher eine sehr gute Runde gefahren. Aber ich meine: Der Unterschied war, dass er einfach das schnellere Auto hatte", befand Ricciardo – und lachte.

Es dürfte Alpha Tauri zumindest nicht geschadet haben, im Sommer einen Filmtag über 100 Kilometer in Imola absolviert zu haben, und auch Runden mit dem 2018er Toro Rosso abzuspulen. So machte sich das Team nicht nur mit dem Corona-Protokoll vertraut, sondern sammelte auch Erfahrungen mit der technischen Rennstrecke. Als Alpha Tauri den Test nur 15 Kilometer von der Fabrik absolvierte, war noch nicht klar, dass Imola überhaupt in den Notkalender rückt. Das nennt man das notwendige Glück. So ist es wenig verwunderlich, dass das Basissetup schon ab dem ersten Meter saß. Ab da betrieb Alpha Tauri nur noch Feintuning. Eine Bestätigung ist der achte Startplatz von Daniil Kvyat. Erstmals schaffte der Russe 2020 den Sprung in Q3. Es dürfte zu spät sein, um sein Cockpit für 2021 zu verteidigen.

Die Ziele für das Rennen sind abgesteckt. Alpha Tauri möchte zweistellig punkten und den Rückstand in der Weltmeisterschaft auf Ferrari von derzeit 16 Punkten verkürzen. "Ich will am Start meinen Platz hinter den Mercedes und Verstappen verteidigen. Dann sehen wir weiter." Die Ausgangsposition könnte kaum besser sein. Überholen dürfte in Imola wegen der hohen Geschwindigkeiten und der schmalen Strecke nur sehr schwer möglich sein. "Du kannst dem Vordermann kaum folgen, weil du nicht ausweichen kannst. Die schmale Fahrbahn erlaubt keine andere Linie, um der dreckigen Luft zu entkommen. Wir werden kein zweites Portimao mit vielen Überholmanövern erleben. Die ersten Runden werden ausschlaggebend sein", glaubt Ricciardo.

Die Ferrari-Piloten starten in die 63 Runden von den Positionen sieben und 14. Es ist Alpha Tauris große Chance, den Abstand zu verringern. Hoffnung machen dem Team nicht nur die Qualifikation, sondern auch die Longruns am Vormittag. Da präsentierte sich der AT01 nicht minder konkurrenzfähig. Die Mittelfeldkonkurrenz um Renault, Ferrari, McLaren und Racing Point wird sich strecken müssen, um Gasly einzufangen. "Hoffentlich können wir den Kampf gegen Ferrari mit dicken Punkten am Sonntag am Leben erhalten", sagt der Quali-Vierte.

Mehr zum Thema Daniel Ricciardo
Esteban Ocon - Renault - GP Türkei 2020 - Istanbul - Rennen
Aktuell
Daniel Ricciardo - GP Belgien 2020
Aktuell
Daniel Ricciardo - Renault - GP 70 Jahre F1 - Silverstone
Aktuell