Yuki Tsunoda - Alpha Tauri - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021 xpb
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - Test - Bahrain - 14. März 2021
Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - Test - Bahrain - 14. März 2021
Pierre Gasly - Alpha Tauri  - Formel 1 - Test - Bahrain - 14. März 2021
Esteban Ocon - Alpine - Formel 1 - Test - Bahrain - 14. März 2021 59 Bilder

Kilometer-Meister Alpha Tauri bei Tests in Bahrain

Kilometer-Meister Alpha Tauri „Ein sehr gutes Mittelfeld-Auto“

Alpha Tauri könnte die Überraschung der Saison werden. Bei den Testfahrten in Bahrain sah der AT02 sowohl auf eine Runde als auch im Longrun schnell aus. Das Team gibt sich vorsichtig optimistisch. Yuki Tsunoda begeistert die Chefetage.

Nie sammelte Alpha Tauri mehr Punkte als in der letzten Saison. Und doch war man in Faenza nicht wunschlos glücklich. 107 WM-Punkte brachten Red Bulls Schwesterteam den siebten Platz im Konstrukteurs-Pokal. Damit landete Alpha Tauri am Ende des dichtgedrängten Mittelfelds. Für die Aufholjagd unter der Saison hätte der Rennstall eigentlich mehr verdient gehabt.

Alpha Tauri startete mit einem Rückstand von zwei bis drei Zehntelsekunden auf die Mittelfeldgruppe. In kleinen, aber wirkungsvollen Entwicklungsschritten schloss das Team auf, und krönte die harte Arbeit sogar mit einem Sieg im Königlichen Park von Monza. In dieser Saison soll auch in der WM eine bessere Platzierung herausspringen. Alpha Tauri hat sich vorgenommen, in die Top 5 zu fahren. Dafür muss man beständig im vorderen Teil des Mittelfelds landen.

Pierre Gasly - Alpha Tauri - Formel 1 - Test - Bahrain - 14. März 2021
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Alpha Tauri ist mit dem AT02 offenbar ein guter Wurf gelungen.

Alpha Tauri hinter McLaren

Auch wenn die Testfahrten von Bahrain mit Vorsicht zu genießen sind, so scheint es, dass das Saisonziel nicht zu hoch gesteckt ist. Neuling Yuki Tsunoda drehte die zweitschnellste Runde der Tests – nur eine Zehntelsekunde hinter Max Verstappen und eine halbe Sekunde vor Carlos Sainz im Ferrari. Allerdings mit etwas weicheren Reifen, die um die 0,3 Sekunden bringen.

Man sollte das Ergebnis nicht überbewerten. Wir kennen weder die Benzinmenge noch die abgerufene Motorleistung im Verhältnis. Selbst die Teams tun sich schwer damit, die Testfahrten zu lesen. Und die Strecke scheint Alpha Tauri zu liegen. In Bahrain konnte man schon einige gute Ergebnisse einfahren. Zum Beispiel 2018, als Pierre Gasly hier Vierter wurde.

Trotzdem war Tsunodas kleines Feuerwerk zum Testfinale ein Fingerzeig. Diese Rundenzeit von 1:29.053 Minuten muss man erst einmal fahren. Und sie kam nicht vom erfahrenen Pierre Gasly, sondern vom Rookie im Team. Es war ein Qualifikations-Versuch auf den weichsten Reifen. Doch Sportchef Marko sagt auch: "Da war schon noch ein bisschen Sprit im Tank."

Mit 422 Runden teilte sich Alpha Tauri mit Alfa Romeo die Krone für den Kilometer-Meister bei den Testfahrten. Das ist eine Basis, auf der man aufbauen kann. Marko ist angetan von der Leistung. "Der Alpha Tauri ist ein sehr gutes Mittelfeldauto. Ich glaube nicht, dass er ganz auf McLaren-Niveau sein wird. Das Mittelfeld wird streckenspezifisch immer wieder andere vorne sehen. So wie im Vorjahr der Kampf eng und gut war, wird es auch in dieser Saison weitergehen."

Pierre Gasly - Alpha Tauri - Formel 1 - Test - Bahrain - 13. März 2021
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Seine Entwicklungstoken investierte Alpha Tauri in den Umbau der Nase.

Marko begeistert von Tsunoda

Alpha Tauri investierte seine Entwicklungstoken in eine geänderte Nase. Außerdem operierten die Ingenieure an der Vorderradaufhängung und der Lenkung. Man verlegte die Spurstange nach Red Bull-Vorbild zwischen die Querlenker, und versetzte sie nach hinten. Bei Hinterradaufhängung und Getriebe blieb Alpha Tauri auf dem Stand von 2020. Da baut das Team auf einer bekannten Größe auf.

Die Ingenieure sind nach den dreitägigen Testfahrten vorsichtig optimistisch, dass ihnen ein guter Wurf gelungen ist. Pierre Gasly geriet zeitweise ins Schwärmen. "Ich fühle mich sehr wohl im Auto. Wir sind in einer viel besseren Position als zum gleichen Zeitpunkt im letzten Jahr." Vom neuen Honda-Motor ist der Sieger des GP Italien begeistert. "Es ist ein starker Schritt nach vorn." Da hat einer Blut geleckt. Gasly treibt seine Mannschaft an. "Wir kennen die Stärken des Autos und wissen, wo wir uns noch verbessern können."

Und dann wäre da ja noch der neue Teamkollege, der bei den Tests überraschte. Der Doktor kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen. "Erstens einmal: Vielleicht schaut man die Formel-2-Rennen nicht mit einer derartig deutschen Brille, dass man nicht sieht, was da los ist. Er hätte ohne seine technischen Defekte die Meisterschaft locker gewonnen." Was Marko meint: Man hätte sich nicht nur auf Mick Schumacher konzentrieren, sondern auch Tsunoda beachten müssen.

Dass der 1,59 Meter kleine Japaner ein ziemlich schneller Rennfahrer ist, fiel trotz einer vermeintlichen Brille auf. Red Bull will seinen Junior langsam aufbauen, und ihn nicht mit Druck überfrachten. "Man muss ihm Zeit geben", sagt Marko, bevor er ins Schwärmen gerät. "Das war schon beeindruckend. Mit jedem neuen Reifensatz ist er schneller geworden. Da gab es keine Rückschritte. Und wie er diese Runden hingeknallt hat, hat uns sehr begeistert."

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