Alpha Tauri - F1-Auto 2022 - Team-Lackierung Alpha Tauri
Alpha Tauri AT02 - Präsentation 2021
Alpha Tauri AT02 - Präsentation 2021
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Alpha Tauri AT02 - Präsentation 2021 23 Bilder

Neuer Windkanal für Alpha Tauri: Wechsel mit Plan

Neuer Windkanal für Alpha Tauri Umzug mit Hindernissen

Alpha Tauri hat zu Beginn des Jahres den Windkanal gewechselt. Um den Schritt noch rechtzeitig vor dem Beginn der Entwicklung des 2022er Autos abzuschließen und verlässliche Ergebnisse mit dem neuen Aero-Werkzeug zu erhalten, haben sich die Ingenieure einen cleveren Plan überlegt.

Alpha Tauri ist diese Saison gut aus den Startblöcken gekommen. Der AT02 lässt vor allem in den Händen von Pierre Gasly immer wieder sein Potenzial aufblitzen. Bei acht der ersten elf Rennen stellte der Franzose seinen Dienstwagen in eine der ersten drei Reihen der Startaufstellung. Ohne die vielen unglücklichen Kollisionen und falschen Strategie-Entscheidungen wäre für Alpha Tauri in der Teamwertung mehr drin gewesen als nur der sechste Platz.

Dabei hatten die Ingenieure zu Beginn des Jahres eine Doppelbelastung zu absolvieren. Das Team vollzog den Umzug in einen neuen Windkanal. Vom alten Standort in Bicester ging es in die deutlich modernere Anlage in Bedford, wo auch Red Bull die Aerodynamik seiner Autos verfeinert.

Red Bull Windkanal
Red Bull
Alpha Tauri mietet sich jetzt regelmäßig im Windkanal von Bedford ein, wo auch Red Bull die Aero-Entwicklung betreibt.

Größeres Modell, genauere Daten

Wichtigster Faktor beim Umzug war die Größe der Anlage. In Bicester hatten die Aerodynamiker nur die Möglichkeit, mit einem 50-Prozent-Modell Daten zu sammeln. Nach dem Umzug kann der Luftstrom an einem Modell im 60-Prozent-Maßstab gemessen werden – mehr ist vom Reglement in der Formel 1 auch nicht erlaubt.

"Wir waren das einzige Team, das noch mit einem 50-Prozent-Modell gearbeitet hatte", erklärt Technikchef Jody Egginton. "Pirelli musste nur für uns die kleinen Windkanal-Reifen produzieren. Und mit einem 60-Prozent-Modell sind die Ergebnisse vor allem bei den filigranen Details deutlich besser."

Doch ein Neustart mit einem unbekannten Windkanal birgt zunächst auch immer Risiken. Die Aerodynamiker müssen erst verstehen, wie sie mit dem neuen Werkzeug umgehen müssen, um die Daten richtig zu interpretieren. Im schlimmsten Fall kommt eine im Windkanal versprochene Performance-Steigerung gar nicht auf der Strecke an.

Jody Egginton - Alpha Tauri
Red Bull
Laut Alpha-Tauri-Technikchef Jody Egginton stellte der Umzug in den neuen Windkanal einen großen Lernprozess dar.

Alpha Tauri AT02 in zwei Windkanälen

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, gingen die Ingenieure von Alpha Tauri auf Nummer sicher: "Wir haben die Basis-Version des Autos für die Saison 2021 noch im alten Windkanal in Bicester entwickelt. Dann haben wir das bestehende Windkanal-Modell in das 60-Prozent-Format kopiert und es in den neuen Windkanal in Bedford gestellt", verrät Egginton. "Von der alten Version hatten wir ja schon alle Daten. So konnten wir die Werte vergleichen und die Unterschiede zwischen den Windkanälen besser verstehen."

Die Daten aus beiden Windkanälen wurden dann auch noch mit den Aero-Messungen verglichen, die das Team auf der Rennstrecke durchgeführte. "So konnten wir relativ schnell herausfinden, ob sich die Korrelation verbessert oder verschlechtert hat. Dabei haben wir direkt gemerkt, wo die Vorteile eines 60-Prozent-Windkanals liegen."

Trotz der methodischen Herangehensweise spricht Egginton von einem längeren Lernprozess: "Es ist nicht nur die Größe des Auto-Modells, das sich verändert, sondern auch das Design des Windkanals. Bicester war ein Windkanal, bei dem die Luft nur von außen angesaugt wurde. In Bedford zirkuliert der Luftstrom in einem geschlossenen System. Da mussten wir uns erst einmal anpassen. Und dann kamen auch noch die Tücken der Pandemie dazu. Aber für so einen Wechsel gibt es nie einen optimalen Zeitpunkt. Da muss man einfach durch."

Alpha Tauri - F1-Auto 2022 - Team-Lackierung
Alpha Tauri
Kurz vor der Sommerpause hat Alpha Tauri die Entwicklung komplett auf das 2022er Modell umgestellt.

Wechsel auf 2022er Modell

Mittlerweile ist der Umzug komplett abgeschlossen. Und das gerade erst gebaute 60-Prozent-Modell des AT02 wurde auch schon wieder eingemottet. Kurz vor der Sommerpause hat Alpha Tauri die Entwicklung des aktuellen Rennwagens eingestellt und ist ganz auf das 2022er Auto gewechselt.

Obwohl es im Mittelfeld-Kampf der Formel 1 momentan eng zur Sache geht, schließt Egginton eine Wiederaufnahme der Aero-Entwicklung am AT02 aus: "Es macht keinen Sinn, die limitierte Zeit damit zu verschwenden, die Modelle während der Windkanal-Sessions zu wechseln. Es war uns allen klar, dass die Entwicklung nach der Entscheidung zum Stopp endgültig beendet ist. Die Aerodynamiker sollen nun nur noch das neue Auto im Kopf haben."

Über den Zeitpunkt zum Wechsel wurde bei Alpha Tauri nicht lange diskutiert. Egginton hält nichts von der Philosophie, die Saison 2021 komplett für die nächste Rennwagengeneration zu opfern, wie es zum Beispiel Haas macht. "Die 2022er Regeln haben sich bis zuletzt immer weiter verändert. Da hätte es keinen Sinn gemacht, noch früher anzufangen. Wir hätten vielleicht ein paar interessante Dinge gefunden, aber die Arbeit wäre im schlimmsten Fall umsonst gewesen."

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