Esteban Ocon - Alpine - GP Spanien 2021 xpb
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Alpine auf dem Vormarsch: Ocon wird immer besser

Alpine auf dem Vormarsch Ocon wird immer besser

GP Spanien

Portimao war keine Eintagsfliege. Alpine hat über viele kleine Updates, aber vor allem über das Verständnis für das Auto einen großen Schritt gemacht. Der Anschluss zu McLaren und Ferrari ist hergestellt. Beinahe wäre Esteban Ocon sogar in die zweite Startreihe vorgedrungen. Altmeister Fernando Alonso haderte mit dem Timing in Q3.

Alpine begann die Saison schwach. Keine Punkte in Bahrain, nur drei in Imola. Und das auch nur in dem Ausmaß, weil Kimi Räikkönen wegen einer 30-Sekunden-Strafe zurückfiel. Doch seit dem dritten Saisonwochenende, seit Portugal, geht es mit dem französischen Werksrennstall aufwärts. Auf zehn Punkte in Portimao folgte die beste Qualifikation der Saison. Erstmals zogen beide Alpine in den dritten Durchgang ein. Beinahe wäre Esteban Ocon in Spanien sogar in die zweite Startreihe gerast.

Es gleicht einer Auferstehung. Nach den ersten beiden Rennen wollte man den Franzosen schon raten, die Saison abzuschreiben und sich voll auf das nächste Projekt zu stürzen. Ferrari und McLaren waren drei bis vier Zehntel voraus. Eine Welt im Mittelfeld. Der Umbau mit der ungewöhnlichen Airbox, die Verlagerung des Schwerpunkts nach oben zugunsten der Aerodynamik, schien ein Schuss nach hinten. Ingenieure und Fahrer mussten in Klausur und zogen die richtigen Schlüsse. Dieser A521 ist kein schlechtes Auto. Upgrades linderten die Probleme, doch das Verständnis für den A521 brachte den Durchbruch. Und den Anschluss zu McLaren und Ferrari im vorderen Mittelfeld.

Ocon gewichtet. "Es war sicher ein Mix aus beidem. Die neuen Teile und das bessere Verständnis. Wir haben tief in der Fabrik gegraben, um das Auto zu entschlüsseln. Das hat uns in Summe mehr gebracht als die Updates, die kamen." Das erste große Paket zündete Alpine bereits in Imola. Doch die Autos sind inzwischen so hochkomplex, dass neue Teile oft nicht direkt einen Fortschritt bringen. Die Ingenieure müssen das Auto dann erst wieder in das richtige Fenster bringen. Das gelang Alpine in Portimao.

Esteban Ocon - Alpine - GP Spanien 2021
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Esteban Ocon hat gegenüber dem Vorjahr einen klaren Schritt nach vorne gemacht.

Alonso sieht sich auf dem Weg

Das Team traute der guten Performance nicht. Es ging die Angst um, dass der glatte Asphalt und dadurch das Nichtbeanspruchen der Reifen das Bild verfälschten. Es war nie das Problem der hellblauen Rennwagen, die Pirellis schnell auf Temperatur zu bringen. Sondern sie in Schuss zu halten. In Barcelona, auf einer anderen Rennstrecke mit einem normalen Asphalt, hoffte Alpine auf eine Bestätigung. "Das Ergebnis der Qualifikation ist genau die, die wir wollten. Vor allem, weil Barcelona letztes Jahr auch noch eine schlechte Strecke für uns war. Dieses Mal funktioniert das Auto hingegen gut", erinnert sich Ocon. Damals scheiterten beide Autos in Q2.

Es wäre sogar noch mehr möglich gewesen als die Positionen fünf und zehn. Altmeister Fernando Alonso haderte mit dem Timing für den letzten Versuch. Er wäre besser damit gefahren, eine halbe Minute früher auf die Strecke zu gehen, statt bis zum Schluss zu warten. "Ich hatte nicht das notwendige Glück. Ich steckte im Verkehr und konnte deshalb die Reifen nicht optimal vorbereiten. Ich hatte Schwein, überhaupt rechtzeitig über den Zielstrich zu kommen. Daniel war eine Sekunde hinter mir und konnte nicht mal mehr eine Runde fahren." Ricciardo war im McLaren zu spät dran.

Alonso verpasste im Finale seine eigene Bestmarke in der Qualifikation um zwei Zehntelsekunden. Die hatte der Spanier in Q2 in 1:17.966 Minuten aufgestellt. Diese Rundenzeit hätte in Q3 aber nur für den neunten Platz gereicht. Wenigstens wäre dann der Abstand zu Ocon auf vier Zehntel geschrumpft. Alonso sieht sich trotzdem auf dem richtigen Weg. "Ich mache mir keine Sorgen. Es kommt langsam alles zusammen. Bei Alpine dauert es anscheinend etwas länger, bis sich ein Fahrer generell eingelebt hat. Das war bei Ricciardo und Esteban auch nicht anders."

Fernando Alonso - Alpine - GP Spanien 2021
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Fernando Alonso steckte beim Heimspiel eine Niederlage in der Qualifikation gegen den Teamkollegen ein.

Ocon wieder ein Mercedes-Kandidat?

Ocon wurde 2020 von Ricciardo böse abgewatscht. Doch im zweiten Jahr nach seinem Comeback zeigt sich der Franzose in einer ganz anderen Verfassung. "Ich habe über den Winter ein paar Umstellungen in meinem Team vorgenommen. Die Jungs sind unglaublich. Wir waren nach Portugal gemeinsam in der Fabrik, um uns vorzubereiten. Keiner wollte sich ausruhen", erzählt Ocon. "Mit mehr Erfahrung kenne ich Auto und Team besser. Sie setzen nun besser um, was ich ihnen sage, um das Auto abzustimmen."

In einem Mittelfeld, in dem Hundertstel entscheiden, darf man sich nicht den kleinsten Fehler erlauben. Alonso brachte sich in Q1 etwas ins Hintertreffen, weil er für den sicheren Aufstieg einen zweiten Satz der Softreifen anfassen musste. Eine frische Garnitur fehlte dann in Q3. Genauso erging es Charles Leclerc und Lando Norris. Der Monegasse im Ferrari brillierte dennoch. Leclerc ist ein Meister darin, in der letzten Runde alles aus dem Auto zu drücken.

McLaren vermasselte das Timing bei Ricciardo am Ende von Q3 noch mehr als Alpine mit Alonso. Norris beschädigte sich sein Auto leicht im ersten Q3-Versuch und erwischte keine saubere Runde mehr danach. Ocon hätte in die zweite Reihe vordringen können. "Ich war auf dem Weg zu einer Verbesserung. Leider überfiel mein Auto zum Schluss ein kleines Problem am Ende der Runde. Deshalb konnte ich mich nicht mehr steigern."

Die Auftritte von Portimao und Spanien hinterlassen Eindruck. Plötzlich wird Ocon sogar wieder in der Verlosung um eines der Mercedes-Cockpits für 2022 genannt. Der Pilot hält sich zurück. "Ich will mich auf meine Aufgabe bei Alpine konzentrieren." Mercedes-Teamchef Toto Wolff spielte den Ball zu Alpine. Das Team habe das erste Zugriffsrecht.

Im Rennen könnten für Ocon zweistellig Punkte herausspringen. Matador Alonso ist hingegen pessimistisch. "Ich starte auf alten Reifen und auf der schmutzigen Seite. Da sind die Fahrer hinter mir im Vorteil. Ich werde trotzdem versuchen, aggressiv zu sein. Die ersten zwei, drei Runden dürften den Ausgang entscheiden, weil es hier so schwer ist, zu überholen."

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