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Zandvoort-Erfolg: Alpine verteidigt 5. Platz

Alpine verteidigt 5. Platz Mit Glück durch die erste Runde

Alpine fährt weiter auf Kurs. Beide Fahrer landeten in Zandvoort in den Punkterängen. Doch es hätte auch schon nach zwei Kilometern zu Ende sein können. Fernando Alonso und Esteban Ocon schrammten zwei Mal an einem Unfall vorbei.

Die Schlacht um den 5. Platz in der Konstrukteurs-WM geht weiter. Im Moment hat sie sich auf ein Duell zwischen Alpine und Alpha Tauri reduziert. Aston Martin fiel in Zandvoort mit der fünften Nullrunde weiter zurück. Da müssen Sebastian Vettel und Lance Stroll schon an einem Wochenende groß abräumen, so wie Alpha Tauri in Baku oder Alpine in Budapest, um wieder aufzuschließen. Am Ende zählt Konstanz. Alpha Tauri hat in allen 13 Rennen gepunktet. Alpine ging nur beim Saisonauftakt leer aus.

Es ist ein Kampf zwei gegen eins. Alpha Tauri hat zwar meistens das schnellere Auto, aber nur einen Fahrer, der zählbare Ergebnisse abliefert. Pierre Gasly ist eine sichere Bank. Alpine kann mit beiden Fahrern in die Punkteränge fahren. So haben Fernando Alonso und Esteban Ocon in Zandvoort den Schaden minimiert. Zusammen holten sie zwei Punkte weniger als Gasly.

Kollision mit 190 km/h

Es hätte auch ganz anders ausgehen können. Alonso zwang in der letzten Runde Carlos Sainz in die Knie. Ocon verlor vier Runden vor Schluss seinen 8. Platz an Sergio Perez. Der kritische Moment aber trug sich ganz am Anfang zu. Die Alpine-Piloten hätten auf den ersten zwei Kilometern zwei Mal mit hoher Geschwindigkeit in den Leitplanken landen können. Und die stehen in Zandvoort meistens direkt neben der Strecke.

In Kurve 2 kam es zwischen den Trikolore-Autos bei 190 km/h zu einer Kollision. Alonso wurde von Ocon auf die Wiese gedrängt. "Ich wusste nicht, dass Fernando links von mir war. Plötzlich war mein linkes Vorderrad in der Luft, und ich konnte nicht mehr lenken", berichtete Ocon.

Fernando Alonso - GP Niederlande - 2021
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Auf den ersten Metern des Rennens wurde es ganz eng für die beiden Alpine-Piloten.

Alonso zauberte sich auf die Strecke zurück und machte in der Hugenholtz-Steilkurve wieder Plätze gut, weil er konsequent auf der oberen Spur blieb, während sich seine Gegner weiter unten gegenseitig behinderten.

Noch viel gefährlicher war die Szene zwei Kurven später mit Antonio Giovinazzi. Der Streckenabschnitt Hunzerug zählt mit 270 km/h zu den schnellsten auf der Strecke. Giovinazzi wurde hinter dem Ferrari von Carlos Sainz eingeklemmt. Für Alonso und Ocon eine gute Gelegenheit, auf der Außenspur Plätze gut zu machen.

Just in dem Moment, in dem der Alpine von Alonso auf dem äußeren Randstein der Linkskurve kurz versetzte, wechselte Giovinazzi auf die Spur des Spaniers und traf mit dem Frontflügel den Hinterreifen des Alpine. Ein Glück, dass der Reifen heil blieb.

Dadurch kam auch Ocon in Schwierigkeiten, weil ihm der Platz ausging. Und weil er vom gleichen Randstein ausgehebelt wurde wie sein Teamkollege. "Es war eine heikle Situation. Wir sind beide quergestanden. Ein Unfall bei dem Tempo mitten im Feld wäre nicht lustig gewesen", atmete Ocon auf. Immerhin nahm die Schrecksekunde ein gutes Ende. Alonso machte gegenüber seiner Startposition zwei Startplätze gut. Ocon verteidigte seine Position.

Alonso streichelt die Reifen

Am Ende setzte sich im teaminternen Duell die Erfahrung durch. Alonso gab seinem Teamkollegen eine Lehrstunde im Reifenmanagement. Der alte Fuchs ließ die Ferrari ziehen und konzentrierte sich auf die Verteidigung des 7. Platzes. Das war für den Moment das Maximum, was mit dem Alpine möglich war.

Fernando Alonso - GP Niederlande - 2021
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Alonso schonte im ersten Stint clever die Reifen und konnte den Stopp damit herauszögern.

"Dieses Rennen war eine Reise ins Ungewisse. Keiner kannte die Strecke, keiner wusste, wie lange die Reifen halten würden. Die Longruns am Freitag waren zu kurz. Der Schlüssel war, den Moment zu erkennen, wann man das Tempo anziehen konnte, um bis zum geplanten Boxenstopp zu kommen", dozierte Alonso.

Die Strategen des Teams hatten von Anfang an auf ein Einstopp-Rennen gesetzt. Dafür musste man es mindestens bis Runde 30 schaffen. Mehr als 42 Runden wollte man auch dem harten Reifen im zweiten Stint nicht zumuten. Während Ocon gleich in der Anfangsphase ungeduldig wurde und an die Boxen funkte "Fernando ist extrem langsam", fuhr sein 40-jährige Kollege seinen Stiefel runter. Erst ab der 14. Runde gab Alonso Gas und eilte Ocon um bis zu sechs Sekunden davon. Und hielt trotzdem zwei Runden länger durch.

Wie in Silverstone spürte Alonso im zweiten Stint, dass die eigentliche Gefahr von weiter hinten drohte. Sergio Perez und Lando Norris wühlten sich mit deutlich schnelleren Rundenzeiten und frischeren Reifen durch das Feld. Für eine Weile sah es so aus, als wollte Alonso wieder einen DRS-Zug organisieren, um sich vor den Verfolgern zu schützen, doch ab der 55. Runde setzte sich der zweifache Weltmeister wieder von Ocon ab.

Ab da half nur noch die Flucht nach vorne. Die Rundenzeiten von Carlos Sainz vor ihm signalisierten dem zweifachen Weltmeister, dass sein Landsmann in Schwierigkeiten steckte, und dass da noch was zu holen sein würde.

Sechs Runden vor Schluss war Alonso an dem Ferrari dran. Aber erst zu Beginn der letzten Runde ging er in der Tarzan-Kurve vorbei. Ocon konnte Perez nicht aufhalten. Immerhin hielt er Norris in Schach. "Ich hatte kein Glück mit den blauen Flaggen beim Überrunden", beschwerte sich der Ungarn-Sieger.

Fernando Alonso - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2021
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Alpine wählte nicht das maximale Abtriebslevel in Zandvoort.

Mit dem zweitgrößten Heckflügel

Die beiden Fahrer sprachen nach dem Rennen von einem "soliden Ergebnis". Keiner im Team hätte erwartet, dass man hier beide McLaren und einen Ferrari schlagen kann. Während der Großteil der Konkurrenz die größten Heckflügel auf ihre Autos montierten, wählte Alpine die zweitgrößte Variante. "Wir würden sonst zu viel Speed auf der Gerade verlieren", erklärte Technikchef Marcin Budkowski.

Die Startplätze 8 und 9 sind ein guter Fingerzeig, wo das französische Nationalteam im Moment steht. Sicher in den Top Ten, doch mit wenig Luft nach oben. "Am Samstag muss ich noch arbeiten. Da hole ich nicht immer das Maximum aus dem Auto heraus", kritisierte sich Alonso nach der siebten Trainingsniederlage gegen seinen Stallrivalen.

Die Strecke entscheidet, wie nah man an Ferrari und McLaren dran ist. Bis jetzt haben die Alpine ihre stärkste Form auf den beiden Extremen gezeigt. Entweder viel Abtrieb oder wenig. Deshalb rechnet man sich für Monza ein ähnliches Ergebnis aus.

Ein Faktor im Kampf um Platz 5 könnten mögliche Startplatzstrafen sein. Kein Team hat einen so hohen Auspuffverschleiß wie die französische Equipe. Ocon hat sein Kontingent mit acht Auspuffsystemen bereits ausgeschöpft. Alonso steht bei sieben. "Wir versuchen trotzdem, mit dem was wir jetzt im Pool haben, durchzukommen", beteuert Budkowski.

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