Esteban Ocon - Alpine - GP Österreich 2021 Alpine
Sergio Perez - Charles Leclerc - GP Österreich 2021 - Spielberg - Rennen
Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2021 - Spielberg - Rennen
Lando Norris - McLaren - GP Österreich 2021 - Spielberg - Rennen
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Österreich 2021 - Spielberg - Rennen 56 Bilder

Alpine A521: Die blaue Wundertüte

Alpine zwischen Gut und Böse Die blaue Wundertüte

Kein Auto im Feld ist so schwer einzuschätzen wie der Alpine A521. Er schwankt zwischen Gut und Böse. Das zeigen die zwei Spielberg-Wochenenden. Die Franzosen fanden mehr Speed als alle anderen. Das Resultat blieb trotzdem gleich.

Es war ein Wochenende der verpassten Chancen. Fernando Alonso war auf dem Weg ins Q3, als ihm Sebastian Vettel im Weg stand. Der Spanier hatte im Q1 die drittschnellste Zeit erzielt, und es wäre auch die drittschnellste im Q2 geworden, wenn er hätte durchziehen können. Alonso war danach der Meinung: "Ich hatte heute den Speed für den vierten oder fünften Startplatz."

Der Alpine-Pilot hätte sich den Aufstieg ins Q3 allerdings mit Soft-Reifen erkauft. Das wäre ihm im Rennen möglicherweise auf den Kopf gefallen, so wie den Kollegen von Alpha Tauri und Aston Martin.

Am Ende wäre er vermutlich dort gelandet, wo er auch so ins Ziel kam. Auf den hinteren Punkterängen. Doch der zweifache Weltmeister hätte auch vom 14. Startplatz mehr herausholen können als nur den einen Punkt. Wäre nur die Startrunde anders verlaufen.

Alonso war nach dem Rennen sauer auf seine Kollegen, die sich immer weniger an die Regeln halten: "Ich hatte vor der ersten Kurve schon Leclerc und Ricciardo überholt. Nach der Kurve lagen sie 50 Meter vor mir. Sie sind einfach neben der Strecke außen an mir wieder vorbei. Das ist nicht fair."

FIA-Rennleiter Michael Masi bedauerte: "In der ersten Runde gelten andere Regeln als im Rest des Rennens. Da sind wir weniger streng, weil im Pulk leicht mal einer neben die Strecke geraten kann."

Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - Freitag - 2.7.2021
xpb
Fernando Alonso holte am Ende wenigstens einen Punkt.

George Russell und sein Fan

Alonso wurde nach dem Manöver seiner beiden Mitstreiter vor Kurve 3 so unglücklich auf der Innenspur eingeklemmt, dass ihm auch noch Kimi Räikkönen durchgerutscht ist. Und der Alfa Romeo-Fahrer fuhr ihm danach 32 Runden lang vor der Nase herum.

Erst der Boxenstopp änderte die Reihenfolge. Wäre Alonso vor Leclerc und Ricciardo geblieben, hätte er nach eigener Einschätzung auf Platz sieben fahren können. An diesem Wochenende fuhr der Heimkehrer auf Augenhöhe mit Ferrari und McLaren.

Es reichte gerade so für einen Punkt. Das war besser als es die Simulationen kalkuliert hatten. Dafür musste Alonso in der Schlussphase ausgerechnet George Russell überholen, als dessen Fan er sich Anfang des Jahres geoutet hatte.

"Es tat mir leid für George. Aber er wird noch viele Siege und Podiums holen, wenn er mal bei Mercedes ist." Russell gab das Kompliment zurück: "Wenn du deinen Platz verteidigen musst, wünscht du dir jeden anderen Gegner hinter dir, nur nicht Fernando."

Kein anderes Auto im Feld hatte sich zwischen dem ersten und zweiten Spielberg-Rennen so gesteigert wie der Alpine A521. Dabei wurde an der Technik praktisch nichts geändert. Das letzte Upgrade datierte vom GP Frankreich.

"Das einzige, was wir zwischen den Österreich-Rennen umgebaut haben, war vorne die Bremskühlung. Da waren wir beim ersten Mal zu konservativ", erzählte Einsatzleiter Alan Permane. Der Eingriff auf weniger Kühlung verbesserte den Abtrieb im Heck. Nicht viel, aber genug für Alonso. "Er hat sofort am Funk gemeldet, dass er mehr Anpressdruck spürt."

Esteban Ocon - Formel 1 - GP Österreich 2021
Wilhelm
Für Esteban Ocon war das Rennen schon in Kurve 3 beendet.

Ocon-Problem liegt am Auto

Nach den deutlich verbesserten Rundenzeiten in der Qualifikation gingen die Alpine-Ingenieure in Klausur. Sie konnten sich die deutliche Steigerung nämlich genauso wenig erklären wie den Absturz von Esteban Ocon. "Er ist nicht eine Sekunde langsamer als Fernando. Das muss am Auto liegen, aber wir wissen noch nicht was es ist", gibt Permane zu.

Auf der Suche nach den Gründen der wundersamen Steigerung kamen die Ingenieure nicht recht weiter. "Es gab Unterschiede beim Setup, aber keinen, der ins Auge sticht. Es ist unheimlich schwer, da den entscheidenden Faktor zu finden."

Im Technikbüro von Enstone ist man überzeugt, dass der A521 ein gutes Auto ist. Es fällt nur unheimlich schwer das Setup-Fenster zu finden, in dem er das auch zeigen kann. Und das ist mit jeder Reifensorte anders.

Alpine wird kein Siegerauto mehr

Die minimale Änderung an den vorderen Bremsbelüftungsschächten zeigt, wie schmal der Grat bei den blauen Autos ist. Rückblickend muss man sagen, dass der Alpine auf den Strecken die meisten Probleme hatte, wo viel gebremst wird und deshalb auch viel Bremskühlung erforderlich ist: In Bahrain, Imola und Baku.

Dafür war er auf den flüssigen Strecken wie Portimao, Barcelona und Paul Ricard ganz ordentlich. Und in Spielberg 2, weil man die Bremskühlung zurückschrauben konnte. Aus dem Alpine wird auch dann kein Siegerauto mehr, wenn die Ingenieure den Schlüssel finden.

Aus Sicht von Alonso ist der zweite Teil der Saison in Stein gemeißelt. "Es wird ein Warten auf 2022. Wir werden mit Alpha Tauri und Aston Martin um Platz 5 kämpfen." Trotzdem peitscht er sein Team nach vorne: "Am Auto können wir nichts mehr ändern. An den Abläufen schon. Da müssen wir uns in allen Disziplinen fit für 2022 machen."

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