Esteban Ocon - GP Spanien 2021 Wilhelm
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Spanien 2021 - Barcelona - Rennen
Max Verstapen - Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Spanien 2021 - Barcelona - Rennen
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Falsche Alpine-Taktik beim GP Spanien

Ocon & Alonso mit zu viel Risiko Alpine verschenkt Punkte

Alpine bestätigte in Barcelona den Aufwärtstrend. Doch was im Training noch nach einem Dreikampf mit Ferrari und McLaren aussah, wurde im Rennen zu einer Verteidigungsschlacht. Die falsche Taktik kostete Fernando Alonso und Esteban Ocon wichtige Punkte.

Zwei Alpine in den Top Ten der Startaufstellung war ein Novum. Esteban Ocon als Fünfter mit nur sieben Hundertstel Rückstand auf Charles Leclerc eine kleine Sensation. Fernando Alonso hätte auch noch zwei Startplätze weiter vorne stehen können, hätte man ihn nicht zu spät auf die Strecke geschickt. Der Spanier ging mit zu kalten Reifen in die entscheidende Q3-Runde und blieb auf Platz 10 hängen. Alonso war ehrlich: "Die Zeit von Esteban hätte ich nicht geschafft. Auch bei optimalen Bedingungen wäre ich zwei bis drei Zehntel langsamer gewesen als er."

Die positive Nachricht war jedoch, dass Alpine den Formanstieg von Portimao bestätigen konnte. Also doch keine Eintagsfliege. Auf eine Runde sind die Autos in den Trikolore-Farben offenbar so schnell wie Ferrari und McLaren. Auf die Renndistanz allerdings noch nicht. Esteban Ocon schreibt den Fortschritt seit dem Rennen in Imola mehr dem besseren Verständnis der Technik zu als den jüngsten Upgrades. Die waren mit bloßem Auge kaum zu sehen.

Ein paar Retuschen auf der Bodenplatte, geänderte Leitbleche im Diffusor. Alpine beweist, dass es manchmal besser ist Ruhe zu bewahren und das Auto auf seine Stärken und Schwächen hin sauber zu analysieren als jedes Rennen ein neues Teil ans Auto zu schreiben. Ocon lobte: "Unsere Autos sind vom Einlenken bis zum Scheitelpunkt gut ausbalanciert. Die Traktion könnte noch besser sein, aber ich glaube darüber beklagt sich zur Zeit jeder."

Fernando Alonso - GP Spanien 2021
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Alonso verpasste am Ende komplett die Punkte.

Alpine am Sonntag zu langsam

Die gute Vorstellung in Barcelona war für das Team doppelt wichtig. "Barcelona war letztes Jahr unser schlechtestes Rennen. Da bin ich nur von Platz 15 gestartet", erinnert Ocon. Alonso warnt jedoch vor zu großem Optimismus: "Wir haben definitiv einen Fortschritt gemacht, und Barcelona hat uns gezeigt, dass dieser Fortschritt real ist. Trotzdem zeigen Ferrari und McLaren noch mehr Beständigkeit als wir."

Das bestätigte sich im Rennen. Der GP Spanien begann schon mit einem Dämpfer. Ocon büßte in der Startrunde zwei Plätze ein. Alonso konnte gerade noch den Angriff von Lance Stroll abwehren, verlor den 10. Platz aber beim Re-Start. Die Momentaufnahme in Runde 20 zeigt, dass den Alpine im Renntrim der Speed fehlte. Ocon verlor auf Leclerc im Ferrari bis zum Ende des ersten Renndrittels 13,8 Sekunden und auf Daniel Ricciardo im schnelleren der beiden McLaren 4,8 Sekunden. Alonso hielt sich mit Ach und Krach im Windschatten von Stroll.

Ocon bestätigte: "Das Auto fühlte sich am Sonntag nicht mehr so gut an wie am Samstag." Alonso kam zu dem Schluss: "Wir sind auf eine Runde besser als auf die Distanz." Das kann an einer konservativen Fahrzeugabstimmung gelegen haben. Das Team ging wie alle anderen von einem Einstopp-Rennen aus, blieb aber als einziges seiner Strategie treu. Vermutlich weil man Vorkehrungen getroffen hatte, die Reifen über den zweiten Stint zu bringen, und davon partout nicht mehr loslassen wollte.

Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - GP Spanien 2021 - Barcelona - Rennen
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Ein Boxenstopp war in Barcelona die falsche Taktik.

Alonso muss sich Auto anpassen

Die Beschränkung auf einen Reifenwechsel war mit Boxenstopps in den Runden 21 (Alonso) und 23 (Ocon) mehr als ambitioniert. Die Restdistanz wäre wahrscheinlich nur auf den harten Reifen ohne Risiko zu bewältigen gewesen. Doch Alpine wählte Medium, so als wolle man auf eine Zweistopp-Strategie umschwenken. Bei Alonso brach die Garnitur in Runde 53 ein. Da stiegen die Rundenzeiten über 1.25 Minuten. Als der Spanier Platz um Platz verlor, hatten die Ingenieure ein Einsehen und holten ihn für einen dritten Reifensatz an die Box.

Ocon musste bis zum bitteren Ende durchhalten. Bei dem Franzosen waren die Reifen schon ab der 52. Runde platt. Eine Runde nachdem McLaren Lando Norris für einen späten zweiten Stopp an die Box geholt hatte. Hätte Alpine reagiert, wäre Ocon Achter geblieben. Er hatte zu dem Zeitpunkt noch vier Sekunden Luft auf den McLaren. So wurde der lange Kerl aus Evreux nicht nur von Norris aufgeschnupft, sondern auch noch von Pierre Gasly, der zuvor das ganze Rennen nie in seine Nähe kam. Ocon verlor allein in den letzten sechs Runden über 20 Sekunden auf seine Konkurrenten. "Wir haben uns das Leben heute unnötig schwer gemacht", war Ocons Bilanz.

Fernando Alonso geht gleichzeitig weiter hart mit sich selbst ins Gericht: "Ich muss noch mehr Vertrauen ins Auto fassen, und seine Feinheiten mit dem Setup, der Lenkung, dem Motor besser lernen und für mich nutzen. Das Auto hat eine andere Charakteristik als ich es von anderen vorher gewohnt war. Es macht aber keinen Sinn, das Auto mir anzupassen. Dafür fehlt in dieser Saison die Zeit. Ich muss mich auf das Auto einstellen und bin auch zuversichtlich, dass mir das gelingt."

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