Fernando Alonso - Alpine - GP Frankreich - Le Castellet - Paul Ricard Circuit - 18. Juni 2021 Motorsport Images
Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Frankreich - Le Castellet - Paul Ricard Circuit - 18. Juni 2021
Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Frankreich - Le Castellet - Paul Ricard Circuit - 18. Juni 2021
Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Frankreich - Le Castellet - Paul Ricard Circuit - 18. Juni 2021
Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Frankreich - Le Castellet - Paul Ricard Circuit - 18. Juni 2021 47 Bilder

Alpine trumpft auf: Neuer Motor beflügelt Alonso

Alpine trumpft auf Neuer Motor beflügelt Alonso

GP Frankreich

Alpine verbucht einen gelungenen Auftakt zum Heimspiel in Paul Ricard. Beide Fahrer drangen in den Trainingssitzungen in die Top 10 vor. Mit Fernando Alonso führte man sogar das Mittelfeld an. Der neue Motor hilft, täuscht aber auch ein wenig, weil die direkten Gegner ihre Freitagstriebwerke einsetzten.

In Monte Carlo und Baku war Alpine außer Form. Auf den winkeligen Stadtkursen strauchelte der französische Werksrennstall mit den Reifentemperaturen auf einer schnellen Runde. Und im Longrun kam man auf keinen grünen Zweig. Esteban Ocon rettete in Monte Carlo trotz falscher Reifenwahl im zweiten Stint zwei Punkte.

In Baku spielte Fernando Alonso nach dem Restart seine Erfahrung aus und beschenkte sein Team mit einem sechsten Platz und acht WM-Punkten. Das Ergebnis täuschte. Bei einem normalen Rennverlauf wäre der Rennstall aus dem englischen Enstone ohne Zählbares abgereist.

Esteban Ocon - Alpine - GP Frankreich - Le Castellet - Paul Ricard Circuit - 18. Juni 2021
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Alpine überzeugte am Trainingsfreitag zum GP Frankreich.

Neue Teile, frischer Motor

Zwei Wochen später präsentiert sich der A521 in besserer Form. Beide Fahrer landeten in beiden Freitagstrainings in der oberen Tabellenhälfte. Alonso führte sogar das Mittelfeld an. Selbst der Rückstand auf die Bestzeit überraschte. Der Spanier verlor auf den 5,842 Kilometern keine halbe Sekunde auf die Spitze.

Die starke Vorstellung ist auf zwei Faktoren zurückzuführen. In den mittelschnellen und schnellen Kurven ist es kein Problem, Reifentemperatur zu erzeugen – vor allem nicht bei Asphalttemperaturen von fast 50 Grad. Das war in den überwiegend 90-Grad-Kurven auf den Stadtkursen noch anders. Zweitens rüstete Alpine bereits am Freitag bei den Motoren auf. Die Mechaniker verbauten in beiden Autos das zweite Triebwerk der Saison. Dazu einen frischen Turbolader, eine neue Elektromaschine MGU-K und MGU-H.

Die Konkurrenz wechselte bereits in Baku auf ihren zweiten Motor der Saison. Um Kilometer zu sparen, nutzte sie am Freitag jedoch noch den ersten, alten Motor. "Deshalb stehen wir im Vergleich besser da", verrät Einsatzleiter Alan Permane. So ein frischer Motor bringt im Vergleich zu einem mit hoher Laufleistung um die eineinhalb Zehntelsekunden.

Honda fährt mit Red Bull und Alpha Tauri dieselbe Taktik. Auch hier gab es ab Freitag frische Motoren. Updates, die der Performance dienen, sind unter der Saison zwar nicht erlaubt. Doch man kann die Leistung durch die Hintertür steigern. Über eine verbesserte Zuverlässigkeit lassen sich die Motoren in schärferen Einstellungen fahren.

Wie gehen die Alpine im Longrun?

Alpine kehrte zu der Form zurück, die man in Portimao und Barcelona an den Tag legte. Also auf den letzten beiden permanenten Rennstrecken vor den Stadtkursen. Die Fahrer fühlten sich wohl in ihren Autos, sehen aber noch Steigerungspotenzial für den Qualifying-Samstag und den Rennsonntag. Ein paar neue Teile hat der französische Werksrennstall auch aufgelegt. Diese Kleinigkeiten bringen nicht unbedingt einen aerodynamischen Vorteil, sparen aber Gewicht, heißt es aus dem Team.

Die Teamführung will nach dem vielversprechenden Auftakt die Erwartungen nicht zu hoch hängen. Alpine erwartet, dass sich das Kräfteverhältnis noch verschieben wird, wenn die anderen ihre Baku-Motoren verpflanzen. "Wir denken nicht, dass wir ein schnelleres Auto als Ferrari haben. Aber wir sehen gute Chancen, mit beiden Autos in die Top 10 der Startaufstellung zu fahren." Die Frage wird sein, ob die Alpine-Renner dieses Mal pfleglicher mit den Reifen über die Distanz umgehen werden.

Im bisherigen Saisonverlauf kristallisierte sich eine Schwäche beim Reifenmanagement heraus. Zu hoher Verschleiß könnte Alpine auch in Paul Ricard zum Verhängnis werden. Durch die erhöhten Luftdrücke in Folge der Baku-Unfälle erhöhte Pirelli den Luftdruck an der Hinterachse von 19,5 auf 21,5 Psi. Dadurch steigt die Gefahr, überhitzender Reifen.

Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Frankreich - Le Castellet - Paul Ricard Circuit - 18. Juni 2021
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Aston Martin strauchelte in den Trainings mit der Balance.

Aston Martin kämpft mit Balance

Deshalb macht sich McLaren auch keine Sorgen, dass sowohl Alpine als auch Ferrari am Freitag voraus waren. "Wir haben ein Auto, das über die Distanz pfleglich mit den Reifen umgeht. Deshalb machen uns die höheren Luftdrücke auch nichts aus. Ferrari und Alpine hatten an Sonntagen mehr Schwierigkeiten beim Reifenmanagement als wir. Vor allem Alpine hat in Barcelona stark gelitten und ist im Rennen zurückgefallen", sagt McLaren-Teamchef Andreas Seidl. Generell ist der Traditionsrennstall aus Woking im Training konservativer unterwegs als die Mittelfeld-Konkurrenz. Wie für gewöhnlich auch Aston Martin.

Bei Alpine selbst kann man nach den Eindrücken der Freitags-Longruns keine Entwarnung geben. "Wir fahren mit der verkürzten Trainingszeit nur acht Runden am Stück. Da lassen sich schwer Prognosen aufstellen." Im dicht gedrängten Mittelfeld, zu dem Ferrari nach zuletzt starken Vorstellungen in Monaco und Baku mit jeweils zwei Pole-Positions gehört, dürften wieder Kleinigkeiten entscheiden.

Durch die Bank monierten die Teams noch Verbesserungsbedarf beim Setup. Der Asphalt mit generell wenig Haftung erschwert ihnen das Leben. Aston Martin machte es anders herum als Alpine. Beide Fahrer landeten jeweils außerhalb der Top 10. Sebastian Vettel beruhigt. "Wir wissen, woran wir arbeiten müssen. Und ich hatte einen Fehler in meiner schnellsten Runde."

Teamchef Otmar Szafnauer sprach von einer schlechten Balance. "Die Autos haben zu stark untersteuert. Es zieht sich wie ein Rattenschwanz durch das Training. Wenn die Balance fehlt, werden die Runden zwangsläufig schlampig. Wenn sie passt, fühlen sich die Fahrer besser und bringen sofort fehlerfreie Runden hin."

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