Alsonso mit Podium-Serie

Ferrari hofft auf Vettel-Ausrutscher

Alonso & Vettel - GP England - Qualifying - 9. Juli 2011 Foto: xpb 35 Bilder

Fernando Alonso beginnt sich auf dem Podium heimisch zu fühlen. Vier Mal in Folge kletterte der Spanier auf einen Podestplatz. Er ist der Weltmeister des Monats Juli. Doch von Sebastian Vettel trennen ihn 89 Punkte. Ferari hofft, dass der Deutsche unter dem Druck der Gegner Fehler macht.

Gäbe es eine seperate Wertung des Monats Juli, Fernando Alonso wäre eine Art Mini-Weltmeister. Der Spanier sammelte in Silverstone, am Nürburgring und in Budapest 58 WM-Punkte. Mehr als jeder andere. Lewis Hamilton bringt es auf 49, WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel auf 48, Mark Webber auf 40 und Ungarn-Sieger Jenson Button gar nur auf 25 Zähler. Trotzdem liegt Alonso in der Gesamtwertung noch 89 Punkte hinter Vettel. Der Ferrari-Pilot könnte drei Mal in Folge gewinnen, Vettel drei Mal in Folge ausfallen, und der Red Bull-Pilot läge immer noch in Führung.

Konkurrenz wird schneller

Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali beginnt zu träumen: "Die Meisterschaft könnte so schön sein. Ohne Vettel. Dann lägen Webber, Alonso, Hamilton und Button innerhalb von 15 Punkten." Doch Vettel vermiest seinen Jägern die Party. Er wird Zweiter und gewinnt trotzdem. Weil sich Alonso, Hamilton und Button mit dem Gewinnen ablösen. Und weil sein Teamkollege zwar immer punktet, aber nicht gewinnt. Trotzdem spüren Vettels Gegner Aufwind. Der Red Bull ist nicht mehr das schnellste Auto im Feld. In der Qualifikation kann er sich zwar noch retten, doch im Renntrim sind McLaren und Ferrari vorbeigezogen.

Alonso stellte nach seinem dritten Platz zufrieden fest: "Wir haben auf vier unterschiedlichen Strecken um den Sieg gekämpft. Drei Mal hat das Wetter nicht zu unserem Auto gepasst. Das macht mich für den Rest des Jahres zuversichtlich." Der kühle Sommer im Juli hat Ferrari möglicherweise zwei Siege gekostet. Trotz großen Fortschritten in dieser Disziplin dauert es bei kühlen Temperaturen immer noch zu lange, bis die Reifen arbeiten. Das ist vor allem in der Qualifikation ein Handikap. "Wir beten um besseres Wetter", lacht Alonso gequält. "Rein statistisch muss es irgendwann so weit sein", ergänzt Teamchef Stefano Domenicali. Da kann er sich täuschen. Das nächste Rennen findet in Spa statt.

Bessere Leistung in der Qualifikation muss her

Der GP Ungarn hat den jüngsten Trend bestätigt. Red Bull stagniert, McLaren und Ferrari liegen auf der Überholspur. Das kühle Wetter spielte McLaren einen Trumpf zu, doch Ferrari hat sich auch unter den für sie ungünsigsten Bedingungen gesteigert. "Ich hoffe, dass wir damit Vettel etwas nervös machen können", sagt Domenicali.

Ferraris Capo weiß, wo er ansetzen muss, wenn er Red Bull aus der Reserve locken will. "Unsere Leistung in der letzten K.O.-Runde der Qualifikation muss besser werden. Da legen die anderen mehr zu als wir." Technikdirektor Pat Fry kritisiert: "Wer vom vierten und fünften Platz startet, läuft Gefahr, dass er in der Anfangsphase im Verkehr hängenbleibt." Außerdem dürfe man in Zukunft nicht mehr so abhängig vom Wetter sein, forderte Domenicali. Die nächsten beiden Rennen in Spa und Monza könnten Ferrari-Terrain sein. Bereits Montreal hat gezeigt, dass die roten Autos auf Strecken, die wenig Abtrieb verlangen, gut bei der Musik sind. Die Topspeed-Messungen vom Nürburgring und vom Hungaroring belegen das. Ferrari schlug McLaren und Red Bull um jeweils fünf km/h. Ohne dafür Anpressdruck zu opfern. Vettel ahnt, was ihn dort erwartet. "Das sind nicht unsere Spezialstrecken. Wir gehen davon aus, dass Monza auch in diesem Jahr unser schwächstes Rennen wird."
 

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