Valtteri Bottas - Williams - Bahrain - Formel 1-Test  - 2014 xpb
Williams FW36 - Technik-Analyse - F1 2014
Williams FW36 - Technik-Analyse - F1 2014
Williams FW36 - Technik-Analyse - F1 2014
Williams FW36 - Technik-Analyse - F1 2014 19 Bilder

Analyse der Rennsimulationen

Bottas schneller als Rosberg

Die harte Währung der neuen Formel 1-Generation sind die Rennsimulationen. Da müssen die Fahrer nicht nur auf den Reifenverschleiß aufpassen, sondern auch auf den Spritverbrauch. Wir haben neun GP-Simulationen und drei Alibi-Versuche bei den Testfahrtern analysiert. Schnellster war Valtteri Bottas knapp vor Nico Rosberg.

Eine Runde sagt nicht viel. Da gilt für alle Fahrer die maximal erlaubte Durchflussmenge von 100 Kilogramm Sprit pro Stunde. Wenn man bei den besten Rundenzeiten überhaupt eine Aussage treffen kann, dann die, wie es um den Motor im Heck steht. Da war klar eine Aufteilung in drei Klassen erkennbar. Mercedes vor Ferrari und Renault.

Der wahre Vergleichsmaßstab sind mehr denn je die Rennsimulationen. Weil in diesem Jahr ein Faktor hinzukommt, der im letzten Jahr nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Neben dem Reifenverschleiß diktiert der Spritverbrauch das Tempo im Rennen.

Nur neun Fahrer mit GP-Versuchen

Wegen der anhaltenden Probleme mit den Motoren haben nur wenige Fahrer überhaupt eine echte Rennsimulation geschafft. Wir haben uns die Zeiten organisiert und neun dieser Generalproben untersucht, dazu drei Dauerläufe, bei denen wenigstens drei Viertel der vollen Renndistanz von Bahrain zurückgelegt wurden. Und das sind 57 Runden.

Um auf den Rundenschnitt zu kommen, mussten wir die Boxenstopps abziehen. Sie fanden nicht im Renntempo statt. Der eine ließ sich mehr, der andere weniger Zeit. Dazu kamen noch Unterbrechungen durch rote Flaggen, die den Ablauf störten.

Mercedes-Teams auch bei Rennsimulationen vorne

Trotz aller Hindernisse lässt sich eine Tendenz ableiten. Die einzigen beiden Fahrer, die je zwei Mal zu einem Grand Prix von Bahrain angetreten sind, waren Valtteri Bottas und Nico Rosberg. Bottas legte schon am zweiten der acht Testtage eine Bestzeit vor, die nicht mehr geschlagen werden konnte.

Sechs Runden vor Schluss kam dem Finnen eine rote Flagge dazwischen. Er hängte die sechs Runden noch an, um zu sehen, ob er mit 100 Kilogramm Benzin über die Distanz gekommen wäre. Das ergibt drei Stopps, obwohl nur zwei geplant waren. Im Schnitt fuhr Bottas eine Rundenzeit von 1:40.342 Minuten mit einer schnellsten Runde von 1:37.328 Minuten. Daran bissen sich alle die Zähne aus.

Rennsimulation zwei Minuten langsamer als Grand Prix

Das ergäbe eine Gesamt-Rennzeit von 1:28.38,150 Stunden netto. Würde man drei Boxenstopps und die entsprechenden Runden zum Rein- und rausfahren dazu zählen käme man auf eine Rennzeit 1:40.18 Stunden. Als Anhaltspunkt: Sebastian Vettel brauchte für seines Siegesfahrt 2013 eine Zeit von 1:36.00,4 Stunden, wäre also über vier Minuten schneller gewesen.

Der Vergleich ist nicht ganz fair, weil der letzte Stopp bei Bottas nicht eingeplant war. Man muss also bei Bottas knapp zwei Minuten abziehen. Damit wären die V6-Turbos auch über eine Renndistanz nicht so dramatisch viel langsamer. Dafür verspricht auch der Vergleich der schnellsten Rennrunde. Vettel schaffte vor einem Jahr 1:36.962 Minuten. Die Bestzeit von Bottas lag nur vier Zehntel darüber.

Rosberg mit drei und vier Stopps

Der Williams-Pilot fuhr in der zweiten Bahrain-Woche einen weiteren Grand Prix, diesmal mit zwei Stopps und kam im Mittel auf eine Rundenzeit von 1:41.515 Minuten. Nico Rosberg landete bei seinen beiden Rennsimulationen zwischen den beiden Bottas-Zeiten. Die eine spulte der Mercedes-Pilot mit drei Boxenstopps am Samstag der ersten Woche ab. Durchschnittliche Rundenzeit: 1:40.865 Minuten.

Die Variante mit vier Stopps am vorletzten Testtag war mit einem Schnitt von 1:40.621 Minuten leicht schneller. Ob es sinnvoll ist, vier Mal Reifen zu wechseln, steht auf einem anderen Blatt. Dazu Williams-Technikchef Pat Symonds: "Mehr Stopps sind auf dem Papier schneller. Sie kosten aber auch mehr Benzin."

Alonso vom Winde verweht

Jenson Button war mit einem Mittelwert von 1:41.574 Minuten bei drei Stopps die Nummer drei im Feld. Teamkollege Kevin Magnussen fiel dagegen mit 1:43.003 Minuten ab. Der Däne wurde auch von beiden Force India-Piloten geschlagen. Sergio Perez kam mit 1:42.336 Minuten für seine 48 Runden mit zwei Stopps über die Distanz. Auch Nico Hülkenberg wechselte zwei Mal die Reifen. Seine durchschnittliche Rundenzeit: 1:42.921 Minuten.

Und was war mit Ferrari? Fernando Alonso spulte am Freitag der zweiten Wochen 52 Runden plus drei Boxenstopps ab. Der Spanier war durchschnittlich 1:42.551 Minuten schnell. Doch an diesem Tag blies der Wind am stärksten. Alonso erwischte für eine Rennsimulationen den schlechtesten Zeitpunkt.

Sauber noch bescheiden

Lewis Hamilton, Kimi Räikkönen und Adrian Sutil konnte ihre GP-Simulation nicht zu Ende fahren. Vielleicht wollten sie es auch nicht. Die Zeiten waren auch nicht berühmt. Hamilton drehte 34 Runden mit einem Stopp dazwischen und war im Mittelwert 1:42.190 Minuten schnell. Kimi Räikkönen kam bei 42 Runden auf 1:43.251 Minuten im Schnitt, Adrian Sutil nach 40 Umläufen auf 1:44.122 Minuten. Wie immer sind Analysen im Vorfeld viel Kaffeesatzleserei. Weil auch die verwendeten Reifentypen eine Rolle spielen. Über diesen fehlen uns leider verlässliche Aufzeichnungen.

Motorsport Aktuell Kimi Räikkönen - Ferrari - Formel 1 - Test - Bahrain - 21. Februar 2014 Ferraris seltsame Teststrategie Bluff oder Vorsicht?

Aus Ferrari wird man nicht schlau.

Mehr zum Thema Nico Rosberg
Lewis Hamilton - GP Monaco 2018
Aktuell
Keke Rosberg & Nico Rosberg - Williams FW08 & Mercedes W07 - Showrun - GP Monaco 2018
Aktuell
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Malaysia - Sepang - 30. September 2017
Aktuell